Twitter-Comeback

Es werden im August zwei Jahre, dass ich mich zu einer großen Distanz zur Mikroblogging-Plattform twitter entschied. Wieso, weshalb, warum – all das schrieb ich für dieses Blog auf – und auch noch einmal
bei den Wostkindern. Meinen ursprünglichen Account habe ich an die tollen Leute von buuu.ch verschenkt.

Diese Auszeit war nötig und sie war gut. Vor allem durch die Existenz von App.net war sie auch mehr als gut zu kompensieren. Dort erlebte ich Offenheit, respektvolle Debatten und sehr viel Wohlwollen. Man suchte Piraten-Gates und Empörie meist vergebens.

Seit ein paar Wochen habe ich die Distanz vor allem aus beruflichen Gründen aufgehoben. Viele Informationen kann ich so besser bekommen und viele Kolleg_innen – gerade international – nutzen eben nur dieses Netzwerk.

Ich denke, dass die zwei Jahre Distanz gut waren, um für mich herauszufinden, was ich will und wo ich Grenzen ziehen muss. Was notwendig ist, was ich ertragen kann, und wie ich mich selbst auch schützen kann und muss. Am wichtigesten ist mir dabei die Trennung von politisch und privat. Es gibt Freunde, die ernsthaft dachten, ich hätte sie im realen Leben entfreundet – als ich sie entfolgte, weil ich den Account verschenkte. So etwas soll bitte nie mehr passieren. Ich folge auf twitter deutlich weniger Leuten als früher – das ist im Einzelfall keine persönliche Ablehnung. Ok?

Ich denke, wir kriegen das hin.

Auf App.net bleibe ich weiterhin aktiv – denn dort habe ich mich so wohl gefühlt und die besten Gespräche geführt. It puts the „social“ in „Social Network“. Kommt auch dahin – es ist entgegen vieler Gerüchte immer noch nicht tot. Und man kann viel besser miteinander kommunizieren.

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Freiheit in 60 Minuten und ein Gespräch über #OccupyGezi

Der aktuelle Erscheinungsraum, mein kleiner emanzipatorischer Podcast, beschäftigt sich mit den Protesten in und um den Gezi-Park in Istanbul. Zu Gast hatte ich Neşe Altıparmak, die derzeit in Berlin Europäische Literatur an der Humboldt-Universität studiert, davor in Istanbul gelebt und studiert hat. Sie hat von Anfang an über twitter und Facebook mitbekommen, welche Gewalt die Istanbuler Polizei anwedet; wie die türkischen Medien versuchten, den Protest unter den Teppich zu kehren und sie reflektiert über daraus resultierende politische Forderungen und Visionen über die Zukunft.

Viel Spaß beim Hören: ER004 Gezi-Park und die Proteste in der Türkei

Ein weiterer Hinweis gilt dem morgigen Fernsehabend: „60 Minuten Freiheit“ ist der Titel eines Dokumentarfilms, der morgen Abend im Bayerischen Fernsehen laufen wird (22:00 Uhr bis 23:00 Uhr; Wiederholung ist 01:05 Uhr bis 02:05 Uhr in der Nacht zum Sonntag). Ich weiß noch nicht, ob und wie genau, aber das Fernsehteam traf sich letzten Sommer mit Julia Schramm und mir und hat ein paar Sachen mit uns aufgenommen – also vielleicht gibt es uns da zu sehen. Worum es geht:

„60 Minuten Freiheit“, von den Machern des preisgekrönten Films „Der Taktstock“, ist ein unvergleichlicher Film über ein eigentlich unverfilmbares Thema. Es geht darum, was Freiheit ist, und was sie für jeden von uns bedeutet. Mithilfe eines kleinen animierten Mannes, der von Herbert Feuerstein synchronisiert wurde, nähert sich der Film diesem schwierigem Thema auf anschauliche Weise. In rund einer Stunde sucht die Animationsfigur nach Antworten und findet sie draußen in der Welt und in uns selbst.

Ich bin jedenfalls überaus gespannt darauf.

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Feminismus und der Abgrund der Freiheit

Hannah Arendt und das „wer“ in der Welt

Es ist die amerikanische Professorin für Gender Studies an der University of Chicago, Linda Zerilli, die als eine der ersten und eine der Wenigen die politische Theorie Hannah Arendts für den Feminismus nutzbar gemacht hat. Sie argumentiert ihr ihrem Werk „Feminismus und der Abgrund der Freiheit“, dass sich der Feminismus umorientieren müsse: Weg von einer Fokussierung auf die Subjektfrage, die unweigerlich mit einem Hyperfokus auf dem „Defizit“ der Kategorie „Frau“ im Raster der binären Geschlechterordnung einherginge. Hin zu einer Orientierung an der Welt, die bei Arendt immer ein politischer Ort ist – ein Ort der Freiheit, des Neuanfangens und des Urteilens.[1] Weiterlesen

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And the Winner is… Buuu.ch!

Nach eingehender Prüfung aller eingegangenen Bewerbungen für meinen twitter-Account, habe ich eine Entscheidung treffen müssen. Sie war einerseits schwer und andererseits leicht.
Schwer, da eine solche Entscheidung immer eine Entscheidung gegen die anderen Möglichkeiten ist. Und ich möchte mich natürlich ausdrücklich bedanken, denn die anderen Projekte und Ideen waren allesamt sehr sympathisch und ich wünsche allen viel Erfolg! Aber es kann nur einen geben, denn es gibt ja nur einen twitter-Account!
Leicht ist es mir gefallen, denn die Gewinner_innen haben ein tolles Projekt, das ich unbedingt unterstützenswert finde:

Buuu.ch!

 

Buuu.ch! ist ein Gemeinschaftsblog von manubloggt, plastikstuhl und postpony und die drei besprechen Kinderbücher. Dabei ist ihnen eine explizit feministische Perspektive wichtig. So ganz nebenbei ist Buuu.ch! auch Erfinderin des berühmten Bechdel- Tests für Kinderbücher. Was ihr kennt den Bechdel-Test nicht?

Es ist ein Test, mit dem man herausfinden kann, ob Geschichten (z.B. in Filmen) einigermaßen starke und präsente Frauenrollen wiederspiegeln. Bei Buuu.ch!
und das erklären die drei so:

Wir stellen drei einfache Fragen:

1. Im Film [Buch] kommen mindestens zwei Frauen*/Mädchen* vor (, 2. die einen Namen haben)
3. die mit einander reden
4. über etwas anderes als einen Mann*/Jungen*

Bei meiner Erkundung des Projekts sind mir sofort drei Bücher aufgefallen, die ich nun unbedingt haben möchte. Und ich wünsche mir, dass das Projekt wächst :) und schreibt und schreibt und Verbreitung findet – also bitteschön: Hier sind sie, meine knapp 2.160 Qualitätsfollower.

Bild via Buuu.ch!

Liebe Follower

Ich wünsche euch mit Buuu.ch! eine gute Unterhaltung und hoffe, ihr bleibt ihnen treu.

Ich hatte vier schöne Jahre mit euch und bin sehr dankbar, dass ihr verfolgt habt, was ich so mache und schreibe. Viele von euch habe ich im echten Leben kennengelernt (und lasse ich nicht mehr weg!). Es ist nicht leicht, aber für mich persönlich aus verschiedenen Gründen notwendig, twitter zu verlassen. Wenn ich euch fehle, dann schaut doch mal App.net vorbei, dort heiße ich „dieKadda“, wie immer.

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Tausche twitter-Account gegen…?

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Meinen twitter-Account habe ich ein bisschen überstürzt gelöscht, deswegen ist er wieder da. Denn nach ein paar Tagen war mir klar, dass es nicht nötig ist, all das, was ich im Laufe von über vier Jahren dort aufgebaut und mir erarbeitet habe, wegzuschmeißen. Es waren immerhin über 2.000 Follower! Und damit kann man ein bisschen was machen, oder?

Aus diesen Überlegungen heraus habe ich beschlossen, meinen Account zum Tausch anzubieten. Ihr könnt euch hier darum bewerben, den Account zu übernehmen, aber obacht – es gibt ein paar Regeln:

1. tut Gutes damit!
vielleicht ist es euch schon aufgefallen: ich wünsche mir eine bessere Welt! und ich gebe den Account nur an Leute, die dabei helfen, die Welt besser zu machen, die Gutes damit tun. Es ist mir dabei recht egal, in welchem Bereich ihr Gutes tut. Hauptsache, ihr tut es, sonst gibts nichts Gutes! :) für eure Bewerbung erbitte ich daher ein kurzes Profil eurer Tätigkeit und wozu ihr den Account nutzen wollt. Vielleicht habt ihr ein Projekt, das gut die zweitausend Follower brauchen kann? Oder oder oder. ich denke, das Kriterium sollte klar sein.

2. gebt mir was dafür!
es muss nichts Großes und nichts Teures sein – absolut nicht. Aber ihr seid tolle Menschen, ihr tut Gutes (sonst würdet ihr euch nicht bewerben) und irgendwie will ich daran teilhaben. Wie genau und in welchem Umfang – das könnt ihr euch ausdenken. Vielleicht backt ihr eine besonders tolle Schwarzwälder Kirschtorte? Vielleicht habt ihr ein Talent im Malen, Fotografieren… ich weiß es ja nicht. Ich möchte tauschen und ihr seid kreativ – und alles wir gut :)

3. ändert den Namen!
wenn ich den Menschen gefunden habe, dem ich meinen twitter-Account vermache, dann werde ich das natürlich ankündigen und wir werden alles von mir bereinigen und für diesen Menschen (oder sein Projekt) einrichten. Es muss absolut klar sein, dass da nicht @dieKadda twittert, sondern jemand Neues. Ich bin nur die Tante, von der ihr erbt :)

Auf eine Art bin ich eure Bürgin. Deswegen ist es wichtig, dass ich weiß, für wen ich da den Platz räume.

Ablauf:

Bewerbt euch bis zum 31.01.2013 in den Kommentaren oder über das Kontaktformular (in der oberen Menüleiste unter „Kontakt“) oder per Mail schicken. Ich werde mir dann bis 14. Februar alle Bewerbungen anschauen und entscheiden, wer meinen twitter-Account bekommt. (Eure Bewerbungen können auf Wunsch nicht-öffentlich bleiben).

Ihr könnt die Aktion natürlich auch nutzen, um euch mir und der Welt hier vorzustellen. :) wie ihr mögt.

ach: seit ich meinen Account erst gelöscht und dann wieder aktiviert habe, sind einige Follower scheinbar hopps gegangen. Es waren eigentlich über zweitausend. Ich weiß nicht, ob die wieder kommen – wenn nicht, müsst ihr mit den knapp anderthalbtausend auskommen. Sorry – es war wie gesagt etwas überstürzt. *seufz*

Nachtrag: es sind jetzt wieder 2164 Follower :)

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Was ich auf twitter mache

Ich werde in letzter Zeit häufig darauf angesprochen, dass ich ja twitter gar nicht wirklich verlassen hätte.

Vermutlich denken Menschen, das sei so`ne Art PR-Gag gewesen, als ich ankündigte, ich würde twitter verlassen. In meinen eigenen Augen habe ich da schon erklärt, wie ich es mache. Aber ich sage es noch einmal:

Mein Twitter-Passwort habe ich abgegeben, ich kann mich nicht mehr einloggen.Ich habe keine Timeline – ich sehe euch also nicht. Vielen ist das schwer vorstellbar: Sie sehen mich doch! Da sind doch tweets von mir! Ja: Wenn ich unterwegs mit meinem Mobilen einen Link versenden will, dann kann ich das aus irgendwelchen Gründen auch ins twitter senden. Aber mehr als senden kann – und will -ich nicht mehr. Eure Mentions gehen ins Leere. Ich kann weder antworten, noch kann ich eure DMs beantworten (die werden mir aber immerhin noch zugemailt. Wenn mir bekannt und angegeben, melde ich mich dann auch per Mail zurück).

Dass ich immer wieder drauf angesprochen werde ist ein witziger Effekt. So ein bisschen wie kleine Kinder, die sich die Augen zuhalten und denken, dann würde man sie nicht sehen und dann seien sie für andere nicht da. Nur dass manche mich auf twitter sehen und daraus schließen, ich sei ja da. Bin ich aber nicht.

Na gut: Ich gebe zu, dass ich manchmal von draußen gucke, was ihr so macht. Meistens gehe ich von einem bestimmten Twitterprofil (oft ist es der @mh120480 ) dann in die Suche und gucke, was twitter zu bestimmten Themen so zu sagen hat. Das passiert aber immer seltener.

Insgesamt hat sich meine Aktivität im Alltag total verlagert. Wie der @happybuddha (auf ADN) habe ich angefangen, mein Leben digital zu entschlacken – ich könnte auch sagen: zu entrümpeln. Dazu gehört etwa, nur ganz gezielt und ca. drei, nicht mehr als vier Mal am Tag meine E-mails zu lesen (toller Nebeneffekt: ich antworte nun zuverlässiger auf Mails, denn ich nehme mir ja Zeit fürs checken und antworten. mal zwischendurch in der S-Bahn passiert eigentlich überhaupt nicht mehr…)

Und völlig entgegen dem Hype habe ich eine Tageszeitung abonniert! die lese ich sogar mehr oder weniger. ja – auf totem Holz! Mit so haptischem Erlebnis inklusive. Desweiteren hatte ich schon mein erstes Erfolgserlebnis in der Wikipedia (ich werde das nicht weiter konkretisieren. ich arbeite dort anonym und konstruktiv vor mich hin und meide auch dort jeden Hype…). Außerdem bin ich zu einem Podcast-Junkie geworden :) was sich super gut mit meinem neuen Abendausklang, dem Nähen, verbinden lässt. Seit ich mir selbst vorsorglich von Geld, das ich nicht habe, eine Nähmaschine zu Weihnachten geschenkt habe (die einfach toll ist! <3) ist meine digitale Entschlackung endlich abgerundet - dank dem oben genannten mh120480 wird zudem noch das Sticken bei mir Einzug halten (in stillem Gedenken an meine Großtante). Das alles ist neu und seine Wirkung entfaltet sich erst langsam - wo es hinführen wird und wie es sich noch wandeln wird, bleibt offen. Aber es fühlt sich gut an. Der selbst gemachte Baileys übrigens auch - also gut. und lecker. und wirklich leicht gemacht. Spart auch Geld. Was also mache ich auf twitter? Nichts. ich schaue von oben herab, immer seltener auf das Geschehen und hin und wieder offne ich die Tür einen Minispalt und schmeiß einen Papierflieger rein - die Tür schließt sich auch sofort wieder und was der Flieger darin so treibt, das bleibt mir eher verborgen (na gut - ich gebs zu: hin und wieder schaue ich auf favstar ;p ). Es ist für mich besser so. Und für einige von euch vermutlich auch.

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Rechtfertigungspolitiken (war: Das Bundesforum Männer)

Die Vorgeschichte: Tweet – Reaktion – Zurückrudern – Zurückrudern des Zurückruderns usw…

Am Freitag den 19.10.2012 habe ich mit Matthias Lindner telefoniert. Er hatte sich auf meinen Blogpost hin angeboten, mir bezüglich meiner Skepsis in Hinblick auf die Ausrichtung des Bundesforum Männer, Rede und Antwort zu stehen. Das hat er getan. Es war insgesamt für mich schon nach diesem Gespräch deutlich, dass meine Vermutungen stimmten: Die Formulierungen waren irreführend, aber absolut nicht so gemeint, wie zum Beispiel Acid es verstanden hat. Klar: „Das Ziel ist wohl größtmögliche Anschlussfähigkeit für unterschiedliche Männergruppen.“ und „Nein, alles im Text und in der Ausrichtung des Forums spricht gegen“ die Behauptung, das Bundesforum Männer finde „dass die Brüder von Agends und Manndat bedauerlicherweise nicht mitspielen“.

Das war die eine Meinung. Am vergangenen Wochenende tagte dann der Frauenrat der Heinrich-Böll-Stiftung und ich traf neben all den tollen Frauen auch Henning von Bargen, Leiter des Gunda-Werner-Instituts. Auch er bestätigte mir noch einmal, was ich vorher auch angenommen hatte (wir reden hier vom 26.10.2012):

„von wegen, “Bundesforum Männer geht mit Maskulisten ins Bett” – quark! die machen dort emanzipatorische Männerpolitik!“

Rechtfertigungspolitiken

Warum aber eigentlich all der Radau? Ist es nicht komisch, dass man sich für einen Tweet so ellenlang und ausführlich rechtfertigen muss? Dass er derart auf die Goldwaage gelegt wird – während die Tweets à la „Bundeforum Männer geht mit Maskulisten ins Bett“ einfach unkommentiert bleiben oder gar Applaus generieren? Ja – es ist doch wirklich seltsam und ich wurde wieder einmal daran erinnert, worum es auf twitter geht („Your Clique vs. Their Clique“) und worum eben auch nicht. Ich wurde wieder daran erinnert, warum ich dort nicht mehr sein will und welch einfaches Instrument es auch ist, Stimmungen jenseits von realen Problemen zu organisieren. Befindlichkeits- und Identitätspolitiken statt Diskurs. Auf sowas werde ich in Zukunft übrigens nicht mehr eingehen. Es ist in den Augen vieler Menschen offenbar okay, mittels Verleumdungen und Interpretationen um meine Person herum eine Bedrohungskulisse zu kontruieren, die ihnen dabei hilft, sich ihrer Gruppe zu vergewissern. Macht das.

Aber am Ende des Tages wird es mir zukünftig egal sein. Es ist mir wirklich egal, was ihr da so alles über mich schreibt und mir unterstellt. Die Kresse könnt ihr gerne auch behalten und wenn ihr euch das nächste Mal wieder über mich echauffiert und aufregt, dann werde ich mir ein Glas Wein einschenken, Loriot schauen und lachen. Denn eure kleine Gewalt ist nur ein stummer Schrei nach Liebe – äh, pardon: nach Aufmerksamkeit.

CC BY-ND 2.0 by break.things via flickr.com

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Klarstellung zum Bundesforum Männer-Tweet

Liebe LeserInnen,

ich fühle mich ein bisschen unwohl, denn ich muss einen Fehler eingestehen, diesen will ich aber auch sogleich wieder relativieren – was grundsätzlich schwierig ist.

Am 15.10.2012 twitterte ich folgendes im Zusammenhang mit dem Bundesforum Männer:

von wegen, „Bundesforum Männer geht mit Maskulisten ins Bett“ – quark! die machen dort emanzipatorische Männerpolitik! http://t.co/j2bmUKOy

@dieKadda

Katrin Roenicke

Gestern sah ich durch Zufall (bzw. ich wurde darauf hingewiesen), dass sich auf twitter eine Debatte über meine Kolumne im freitag entsponn, darunter folgender tweet von acid23:

@ @ @ ich fand diesen Tweet von @ wirklich nicht toll http://t.co/JQBkMMqc

@acid23

Acid, Sprawl Scholar

ich glaube, ich habe etwa eine halbe Stunde gebraucht, um zu verstehen, was er meinte. Er hatte mueslikind, die nachgefragt hatte wegen des Statements geantwortet:

@ Den Text muss ich jetzt doch nicht lesen? Worum gehts?

@mueslikind

mueslikind

@ Nich wirklich. Darum, dass die Brüder von Agens & Manndat ja bedauerlicherweise nicht mitspielen weil sie Basics nich anerkennen

@acid23

Acid, Sprawl Scholar

Ich las das Statement daraufhin noch einmal in aller Ruhe durch, um acid23 zu widerlegen. Dann fand ich folgende Stelle:

Es ist bedauerlich, dass Organisationen wie Agens oder MannDat, sich bis heute nicht zu einer Mitgliedschaft entschließen konnten, weil sie nicht bereit waren, der Plattform unserer Zusammenarbeit zuzustimmen.

Das wird mir jetzt wieder niemand glauben: Aber die hatte ich bei meinem ersten Lesen überlesen. -.- Diese Stelle war mir als solche nicht aufgefallen und schon gar nicht aufgestoßen – ich muss sie wirklich total überlesen haben (am Schluss habe ich einfach auch gar nicht mehr so aufmerksam gelesen… mea culpa). Mich hat das gestern dann wirklich sehr erschüttert und es ist mir wichtig, an dieser Stelle klarzustellen: mein Fehler!

Ich lese es dennoch anders

Dann las ich aber weiter. Und ich kann nach ungefähr fünfmaligem Lesen nur feststellen, dass die Zusammenfassung, es ginge im Statement des Bundesforum Männer

Darum, dass die Brüder von Agends und Manndat bedauerlicherweise nicht mitspielen

echt falsch ist. Reißt man die von mir überlesene Stelle (und ja, es ist mir wirklich wirklich peinlich!) aus dem restlichen Zusammenhang, dann bleibt kein anderer Schluss als: Oh, das Bundesforum Männer ist traurig, dass MANNdat und Agens nicht mitspielen. Das halte ich aber für unzulässig und den Text auf diese Aussage zu reduzieren halte ich beinahe für eine böswillige Absicht. Eine Absicht, die sich bereits vor zwei Jahren in Buh-Rufen ergoss, als das Bundesforum Männer sich auf dem Forum Männer herausgrüdete.

In meiner Lesart – die nicht richtig sein *muss*, aber die für mich die einzige logische Erklärung für den Binnenwiderspruch im Text ist – handelt es sich hier um Sarkasmus. Natürlich weiß ich nicht, ob ich damit richtig liege – die Nullhypothese scheint ja momentan zu sein, das Bundesforum Männer will diese Leute ins Boot holen. Aber meine Antithese lautet: Nein, alles im Text und in der Ausrichtung des Forums spricht gegen diese Hypothese. Vielleicht grenzen sie sich für manche Geschmäcker ein bisschen zu sehr vom Feminismus ab – kann man ja finden. (ich finde, sie machen es ganz geschickt und lassen viele Optionen offen. Das Ziel ist wohl größtmögliche Anschlussfähigkeit für unterschiedliche Männergruppen. Und ich muss euch nicht erzählen, das Feminismus auch für viele Menschen, denen grundsätzlich an Geschlechterdemokratie liegt, ein rotes Tuch ist, oder?)

Gleichzeitig machen sie mehr als klar, worum es ihnen im Kern geht: Um Geschlechtergerechtigkeit. Und sie machen sich in meiner Lesart über jene eher lustig, die jetzt gerade rumplärren, die aber ansonsten auch gerne mal in den Medien sofort zur Stelle sind, wenn man zum Beispiel MANNdat als frauenfeindlich bezeichnet (was ich bereits tat): Dann erscheint irgendein Herr Maus, der ganz entschieden gegen so eine Verleumdung eintreten will. Das gefährliche an MANNdat und Agens ist, dass viele nicht erkennen, was deren Pudelskern ist. Den aber macht das Bundesforum Männer in seinem Statement durch die Hintertür klar, in dem sie nach den Gründen fragen, warum eigentlich die beiden genannten Männerclubs nicht beigetreten sind:

Warum nicht? Was ist männerpolitisch nicht konsensfähig daran, dass wir uns

gegen jegliche geschlechtliche Diskriminierung …
auf umfassende gesellschaftliche Gleichstellung der Geschlechter in ihren jeweiligen Entwicklungen, Identitäten und der Vielfalt ihrer Lebensentwürfe …
auf konstruktiven Dialog zwischen den Geschlechtern …
auf die Ermutigung und Unterstützung von Männern, ihre Rolle als aktive Väter wahrzunehmen und als positive Vorbilder und verlässliche Bezugspersonen für Jungen und Mädchen zur Verfügung zu stehen …
auf eine Arbeit mit Jungen, die Jungen Handlungsoptionen und Zukunftsperspektiven jenseits patriarchaler und einengender Rollenvorstellungen ermöglichen …
auf den Respekt vor der Vielfalt sexueller Identitäten und vor dem Recht auf sexuelle Selbstbestimmung …
auf die Überwindung von Gewalt und die Überwindung des Tabus des Mannes als Opfer von Gewalt …

verpflichten?

Wer diesen Grundsätzen nicht folgen kann, sollte dies auch in aller Öffentlichkeit deutlich machen, damit die Frauen und Männer in Deutschland wissen, woran sie sind. Wir haben die Prämisse unseres politischen Selbstverständnisses offengelegt: Geschlechtergerechtigkeit.

Zugegeben: Vorschusslorbeeren

Das Forum Männer hat von mir von der ersten Stunde an Vorschuss-Vertrauen erhalten. Denn es gründete sich unter anderem aus einer Gruppe, die dem Gunda-Werner-Institut bzw. der Heinrich-Böll-Stiftung nahestand. Und ich kannte einige der Männer aus der Gründungszeit durch gemeinsame Debatten und durch das lesen ihrer Texte. Und noch einmal: Die Ziele waren von Anfang an total klar: Geschlechterdemokratie.

Was für mich durch meinen kleinen Schock hängen geblieben ist: Ich muss das Vorschuss-Vertrauen auf jeden Fall überdenken und ich werde mich kundig machen, ob meine Vermutung, dass es Sarkasmus ist, stimmt. Erst wenn ich mir genügend Überblick über das Bundesforum Männer verschafft habe, um gewisse Dinge, die jetzt durch tweets wie oben von acid23 im Raum stehen, ausgeschlossen werden können, werde ich mich wieder positiv über den Verein äußern.

Nur dann bleibe ich mir wirklich treu. Ihr wisst ja: Offen, aber wachsam.

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Warum ich twitter verlasse

Ja, klingt erstmal schnappatmungsverdächtig: Ich werde twitter verlassen. Nach beinahe vier Jahren ist es für mich an einen Punkt gekommen, an dem ich nicht mehr weiter twittern möchte. Zum Warum gibt es viel zu sagen, der Hauptgrund hat sich in einem Bild niedergeschlagen:


Ich werde twitter verlassen und die gewonnene Zeit in Hobbys investieren. Und in die Wikipedia.

Ich fühle mich auf twitter mittlerweile wie in einem goldenen Käfig. Es hält mich gefangen. Auf zweierlei Arten: Erstens ist der soziale Druck dort ins für mich kaum mehr erträgliche gestiegen. Während ich am Anfang noch immer dachte „Oh, das muss ich twitter sagen!“ – hieß es gen Ende für mich nur noch: „Oh, dazu sag ich auf twitter besser nichts!“

Zweitens liefen die Informationen von etwa 500 Menschen in meine Timeline und mehrmals täglich geschah es, dass ich mich für mehrere Stunden an einer einzigen davon aufhängen konnte. Kein einziges Mal habe ich twitter besucht, damit ich mich hinterher stundenlang ärgere oder mir den Kopf zerhacke – aber es ist mir hunderte Male schon passiert.

In meinen twitter-Kreisen ist es etwas ungemütlich geworden. Die einen sprechen von „Teams“, die sich gebildet hätten, die anderen nannten es „Misstrauen“ – „der Feind“ könne überall sein. Fakt ist: Es ist viel kaputt gegangen. Und zwar Vertrauen. Früher war mehr Wohlwollen, Vertrauen und konstruktiver Austausch. Mittlerweile ist es die Häme und das Gemotze, das meine TL ungenießbar gemacht hat.

Und ich nehme mich davon nicht aus. Ich habe es sicherlich nicht mit @dieKadda getan, oder selten. Aber mein Rage-Account hat denen, die mir folgten, genau das teilweise beschert, was mich selbst immer wieder an twitter so gefangen hielt: ungefilterte Emotion und wer sich nicht gut abgrenzen kann, der/die hat eben gelitten.

Nun könnte mensch sagen: Well – clean up your Timeline! Aber genau das will ich nicht. Ich habe das ein paar Mal gemacht und bei vielen, die ich entfolgen müsste, kann ich es nicht, denn ich mag sie und ich will sie wirklich nicht verletzen. Ich „mute“ schon ganz viel, schalte sie also in verschiedenen Clients stumm. Aber es wird nicht wirklich besser. Wenn MW über „Kackscheiße“ schreibt, wird sich meine gesamte Timeline einen ganzen Tag darüber echauffieren. Das finde ich Kacke und Scheiße – ich hätte gern mehr Contenance. Ich habe das öfters einmal getwittert. Aber es ist vergebens.

Jesper Juul sagt: Gib die Hoffnung auf und du wirst Glücklich sein.

Ich gebe die Hoffnung auf. Twitter wird und soll sich nicht ändern. Das wäre vermessen, es zu erwarten. Und es ist nicht nötig. Viele Freunde, die ich dort kennen lernte, sind mir offline häufige Gesprächs- und BiertrinkpartnerInnen. Wir teilen mehr, als nur das Netzwerk. Und jede einzelne Stunde im Real Life mit einem Menschen bringt mir mehr, als zwei Stunden auf twitter. Vor allem: Die Diskussionen können tiefer gehen, man kann auf den anderen als Menschen eingehen, ihn und seine Meinung kontextualisieren usw… Außerdem entsteht so Vertrauen – das ich auf twitter so schmerzlich vermisse (aber auch das ist zu viel verlangt: twitter ist kein Ort, an dem Vertrauen wachsen kann, oder zumindest nur in Einzelfällen).

Grace Dent hat in „How to Leave Twitter“ sehr gut und auf lustige Art herausgearbeitet, warum twitter das Potential hat, aus uns die schlechtesten Seiten hervorzuholen. Es macht süchtig, wirklich. Zumindest war ich defintiv süchtig. „Dudes in a moral panic“ finden hier einen Hort, für alle ihre Empörung. Das ist okay, aber ich bin davon mehr als erschöpft.

Ein weiterer Grund ist: Ich brauche mehr Zeit für Dinge, die mir gut tun. Sport. Malen. Da ich berufstätige Mutter bin, studiere und X Ehrenämter habe, fällt die freie Zeit nicht vom Himmel. Die muss ich mir nehmen. Was ich hiermit selbstbestimmt mache.

Und noch eins: Andreas Kemper schreibt in einem Artikel, dass es die Maskulisten geschafft haben, mit einer breit angelegten Kampagne eine Autorin aus der Wikipedia zu vergraulen. Da mögen manche sagen „Wikipedia ist halt scheiße – ein weiterer Beweis! Wer da mit macht ist ja auch selbst schuld!“ – ich sehe das aber wie Andreas:

Gleichzeitig ist Wikipedia sehr wichtig. Die Angriffe gegen Fiona und andere Wikipedia-Autorinnen geschahen ja genau aus diesem Grund. Wikipedia könnte auch Spaß machen, wenn Grundlagen für ein diskriminierungsfreies Arbeiten dort geschaffen werden. Verkehrt ist es aber auch nicht, gleichzeitig Alternativen zu Wikipedia aufzubauen. Es gibt z.b. das www.genderwiki.de/ Vielleicht leidet Wikipedia auch unter seiner Monopolstellung.

Schon seit Ende 2010 habe ich mir, und hat Frau Lila als Initiative sich auf die Fahnen geschrieben, bei der Gender Gap-Schließung in der Wikipedia aktiv zu helfen. Ich/wir finde/n das wirklich wichtig, denn ich/wir sehe/n in Wikipedia ein grundsätzlich tolles Projekt.
Bislang war das vor allem eine beratende Hilfe. Aber ich sehe mittlerweile die Notwendigkeit, dass ich wieder aktiv in der Wikipedia mitschreibe. Mir laufen regelmäßig Artikel und Themen über den Weg, bei denen ich etwas beizutragen habe. Das werde ich tun. Fiona Baine ist gegangen. Das ist sehr schade. Aber damit das nicht wieder passiert, müssen wir dort mehr werden.

Ein Letztes: Ich werde meinen Account @dieKadda nicht löschen, sondern mein Blog (immer) und meine Instragrams (gelegentlich) dort hinein twittern. Ich habe allerdings bereits seit Wochen mein Passwort an meinen Freund abgegeben und seitdem kann ich mich nicht mehr einloggen. Ich habe keine Timeline. Eure DMs sehe ich zwar, kann ich aber nicht dort beantworten. Mentions gehen ins Leere, sorry. Ihr findet in diesem Netz alle einen Weg, wie ihr mich erreichen könnt.

Es war im Übrigen sehr schön auf twitter und ich möchte diese Zeit nicht missen.

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Kinderpornografie auf twitter

Eigentlich bin ich gerade gar nicht auf twitter, @dieKadda macht eine Pause, weil ich für die Uni viel machen muss. Es ist mal wieder Hausarbeiten-Saison. Doch weil am Freitag ein netzfeminisisches Bier anstand, war ich am Donnerstag von der Uni aus mit dem Account @Netzfeminismus online. Leider.

In meiner Timeline tauchte der Tweet einer Frau auf, die dazu aufrief einen Twitter-User, den sie gementionet hat, bei twitter zu melden und ihn und seine Follower zu „zerlegen“, weil er auf twitter Kinderpornografie verbreite. Dieser tweet war mir von einer anderen Frau in die Timeline retweetet worden.

Natürlich klickte ich den Namen des Users an, landete auf seinem Profil. Da waren sofort die Bilder. Er hatte sie mit twitpic hochgeladen und mein Client zeigte sie alle sofort an. Ich hatte so etwas bis dahin noch nie gesehen. Ich erspare euch weitere Beschreibungen. Ab da war ich für mehrere Stunden mit der Sache befasst.

Zuerst kam es mir komisch vor, dass man dazu aufrief, twitter zu benachrichtigen. Richtig ist es, die internetbeschwerdestelle.de zu kontaktieren. (weitere Möglichkeiten, Kinderpornografie zu melden: jugendschutz.net und inhope.org (international, wenn bekannt ist, aus welchem Land) – danke an Lucie!) Umgehend und ohne zögern. Das habe ich getan. Ich wusste auch noch, dass der Download solcher Bilder illegal ist, auch ein Screenshot etc… ich kopierte aber die Follower desjenigen in ein Word-Dokument. Es enthielt keine Bilder. Ich speicherte es ab. Der internetbeschwerdestelle.de gegenüber erwähnte ich diese Liste.

Die internetbeschwerdestelle.de ist nach eigenen Angaben international vernetzt – falls ein Täter einmal nicht in Deutschland ist. Was hier eindeutig der Fall war. (Ergänzung: wenn das Land bekannt ist, dann auch inhope.org – dort kann man die zuständigen Behörden direkt informieren).

Ich ermahnte darüber hinaus meine Follower auf twitter (besser gesagt, die Follower von Netzfeminismus), dass man die Behörden informieren müsse, nicht twitter. Das revidierte ich später, da auf den Seiten der internetbeschwerdestelle.de stand, man müsse auch die Anbieter (etwa Youtube, Facebook oder wo auch immer das kinderpornografische Material erschien) informieren. Dabei geht es vor allem darum, dass die Inhalte offline genommen werden. wie Tom in den Kommentaren ergänzte, gibt es dafür eigens eine Mailadresse bei twitter: cp@twitter.zendesk.com

Ich erhielt recht schnell eine Antwort von der internetbeschwerdestelle.de (IBS). Dankeschön, bla bla. und keinen Screenshot machen solle ich und außerdem aufpassen, dass ich nichts davon runterlade, wegen strafbar machen und so weiter. Vor allem aber: Das Userprofil sei entfernt worden, man könne da jetzt nichts weiter nachverfolgen. Das wars.

Bevor das Profil offline war, hatte ich ja die Follower in mein Dokument kopiert. Einen davon klickte ich stichprobenartig an. Ich schaute mir die Leute an, denen er folgte. Alle sehr eindeutig. Offenbar waren hier hunderte Menschen via twitter vernetzt, die Kinderpornografie konsumierten und austauschten. Ich schickte die URL zu der Liste derer, denen dieser Typ folgte, auch an die IBS. Ich bekam seither bis heute keine weitere Antwort. Was das heißt kann ich nicht sagen. Ich kann nur hoffen, dass die zuständigen Behörden leise und still an der Sache arbeiten und versuchen, wenigstens einen Teil dieser Leute international zu kriegen.

Mehr konnte und kann ich also nicht machen. Der Tag war aber gelaufen. Die Bilder bekam ich nicht mehr aus meinem Kopf. Mir ging es so schlecht, wie lange nicht, ich fühlte mich seelisch richtig kaputt und ich hasste die Menschheit und die Welt. Erst am nächsten morgen war es ein bisschen besser. Und auch wenn die Bilder sich in meinem Kopf festgebrannt haben und ich sie immer noch nicht los bin, geht es jetzt. Aber:

Wenn euch Kinderpornografie im Internet über den Weg läuft, dann bitte – bitte! – gebt keine Links oder Accounts an andere weiter! Diesen User zu twittern war äußerst unklug. Erstens wurde er gewarnt. Zweitens wurden potentiell viele Menschen echt seelisch angegriffen.

Wendet euch auch immer ZUERST an die Behörden! ich weiß es nicht mit Sicherheit, was twitter da macht, ob das weiter verfolgt wird. Ich kenne mich wirklich nicht damit aus. Aber die Antwort der IBS war, dass sie es nicht weiter verfolgen können, weil das Profil offline ist. Und auch das offline-Nehmen warnt allerspätestens die Täter.

Und wenn jemand euch Links etc… gibt, dann bitte -bitte! – retweetet es nicht. Es gibt dafür keine guten Gründe. Es besteht keine Notwendigkeit, dass so viele Menschen wie möglich Kinderpornografie sehen sollen. IM GEGENTEIL.

Ich vermute, das war alles gut gemeint. Aber es war alles nicht gut durchdacht. Deswegen schreibe ich das hier, damit in Zukunft anders reagiert wird. Ich schreibe das jetzt am Beispiel von twitter. Aber analog kann man das sicherlich auf andere Plattformen anwenden.

Zweierlei noch: Das Argument, auf Kinderpornografie im Internet stoße man nicht einfach so – das ist hiermit nun wohl endgültig widerlegt.

Zweitens: Eines der Argumente gegen Netzsperren war: wenn eine Seite mittels Stoppschild gesperrt würde, würden die Täter gewarnt und könnten schnell ausweichen etc.. deswegen frage ich mich: ist es nicht besser, mit dem melden an die Plattformbetreiber etc… zu warten? Eventuell, bis eine Antwort von den Behörden (also auch der ibs) da ist?

Abschließend: was ich hier schreibe ist wenig detailiert recherchiert. Wenn ihr zum Umgang mit solchen Situationen und Problemen weitere Empfehlungen und rechtliche Hinweise habt, immer her damit, ich möchte es gerne ergänzen. Ich glaube, dass es wichtig für alle ist, wenn wir uns untereinander darüber informieren und austauschen. Damit einerseits die Behörden die besten Chancen haben, die Täter zu erwischen. Und andererseits andere InternetnutzerInnen möglichst von verstörenden Inhalten verschont bleiben.

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