Emanzipation ist wie Kaviar

Kristina Schröder ist eine bemerkenswerte Frau. Häufig als dumm und naiv dargestellt, steckt hinter der Fassade eine knallharte und berechnende Politikerin. Es ist daher an der Zeit, sie endlich ernst zu nehmen und von ihr zu lernen.

Es war meine eigene Mutter, die mich vor längerer Zeit einmal völlig aus der Fassung brachte, indem sie mich allen ernstes fragte,was ich denn von dieser Kristina Schröder hielte. Ob ich die denn nicht toll fände, weil sie doch so jung, dynamisch und so emanzipiert sei. Meine eigene Mutter dachte, ich sei ein Fan Kristina Schröders! Sie schien zu glauben, die Familienministerin und ich stünden für ein und dasselbe Bild einer jungen Frau „unserer“ Generation. Ich war dermaßen irritiert, dass ich nichts anderes wusste, als darüber hinwegzugehen. Diese Ignoranz steht beispielhaft für einen Fehler meiner linksliberalen Filterblase: Wir nehmen Kristina Schröder schon lange nicht mehr ernst.

Was aber meine Mutter wohl zu ihrer Überlegung antrieb, waren diese nicht wegdiskutierbaren Fakten: Als erste Ministerin mit Kind setzt Kristina Schröder komplett neue Maßstäbe in der politischen Repräsentation junger Mütter. Sie zeigte sich völlig unbekümmert über die massiven Angriffe aus der eigenen Klientel, dass sie schon nach kurzer Zeit wieder den Ministerinnen-Sitz bezog. Meiner Mutter fiel im Gegensatz zu mir auf, dass dies eine bahnbrechende Tat darstellte. Für viele ist es im Gegensatz dazu einfacher, sie als dumm und dilettantisch abzustempeln, als sie ernst zu nehmen. Es tut vielen jungen Menschen, Männern wie Frauen, nahezu körperlich weh, auszusprechen, dass Kristina Schröder, die Ende der Siebziger geboren wurde, „Eine von uns“ sei. Ähnlich sozialisiert, ähnlich im Werdegang, mit ziemlich modernen Ansichten. Nein – uns rollen sich die Zehnägel auf! Mit der wollen wir nicht in einen Topf geworfen werden! Dieses wir, damit meine ich diese „irgendwie linke“ gesellschaftliche Gruppierung im Alter von Anfang 20 bis vielleicht Ende 30, die teilweise parteilos in sozialen Netzwerken organisiert ist, teilweise vielleicht den Piraten oder den Grünen, den Linken oder der SPD nahesteht. Ja wir würden doch alles ganz anders machen, wären wir Ministerin in diesem Kabinett! Wir würden antirassistische Initiativen stärken. Wir würden das Elterngeld reformieren. Anstatt die ganze Care-Arbeit zu privatisieren und damit wieder vor allem auf die Frauen abzuwälzen, würden wir massiv in den Ausbau von Qualität und Quantität staatlicher Angebote investieren. Wir hätten da so einige Ideen! Stattdessen dürfen wir in Kürze das Betreuungsgeld begrüßen. Und können es nicht fassen.

Das Betreuungsgeld als Prüfstein der Parteitreue

Die Debatte um das Betreuungsgeld nahm in den vergangenen Tagen noch einmal richtig an Fahrt auf und ist ein Paradebeispiel machtorientierter Politik. In der Volkspartei CDU hat sich der Einzelne der Gesamtideologie zu unterwerfen – auch Schröder sieht jeden Abgeordneten in dieser Verantwortung, wie sie schon in ihrer Doktorarbeit betont. So ist es völlig unerheblich, ob die OECD, wie jüngst geschehen, den wirtschaftlichen Gesamtschaden des Betreuungsgeldes mahnend antizipiert. Ein Volker Kauder, sonst ein ganz patenter wenn es um die Ausrichtung der Politik auf ökonomische Interessen geht, stellt das Konzept keinesfalls infrage. Angela Merkel verliert kein böses Wort darüber. Es ist die große „Partei-Responsivität“, wie das Gefühl der Verantwortung für den Willen der Basis in Kristina Schröders Doktorarbeit genannt und empirisch nachgewiesen wird, die alle aneinander kettet – in guten wie in schlechten Zeiten. Genau wie die ebenfalls in jener Arbeit nachgewiesene christdemokratische „ideologische Kernhaltung“, die darin besteht, sich für ein leistungsorientiertes Ungleichgewicht zwischen den Menschen und gegen eine gesellschaftliche Umverteilung stark zu machen. Dieser Kitt erlebt durch die Personalie Schröder im Merkelschen Kabinett eine Verjüngungskur. Während sie auf der einen Seite massiv die klassischen konservativen Rollen sprengt und die moderne Vorbildministerin mit Kind ist, aktualisiert sie elitistische und rechte Ideen innerhalb ihrer Partei. Gibt ihnen ein junges und unverbrauchtes Antlitz. Es ist notwendig, genau diese werturteilsfreie Vogelperspektive auf Schröder und ihre innerparteiliche Rolle einzunehmen – ganz in Weberscher Manier. Dann wird man auch ihren eigenen, ebenfalls Weber verehrenden Ansprüchen gerecht. Und dann macht plötzlich alles einen großen Sinn.

Schröder polarisiert wie Koch

Offensichtlich gibt es aus linker Perspektive vieles an der Politik der Ministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zu kritisieren. Sie schaffte das Elterngeld für Hartz-IV-Empfänger ab; sie führt einen offenen Twist mit Ursula von der Leyen über die Frage der Frauen-Quote; sie setzt sich für das Betreuungsgeld ein; sie führte in Dortmund einen Dialog mit Rechtsextemen unter dem Titel „Dortmund den Dortmundern“ und ließ dafür eine unsägliche Menge an Staatsgeldern springen. Es gab einen kleinen Aufschrei, als sie das Thema „Deutschenfeindlichkeit“ auf die politische Agenda setzte und sich ernsthaft darüber besorgte, dass unter den Menschen mit Migrationshintergrund ebendiese weit verbreitet sei. Gräbt man weiter in ihrer politischen Vergangenheit, die in der Hessischen CDU geprägt wurde, findet man Erklärungen: Schröder steht für den Flügel in der CDU, der einmal durch den ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch repräsentiert wurde. Sie setzte sich für einen Einbürgerungstest für MigrantInnen ein, wie sie auch die Kampagne gegen die doppelte Staatsbürgerschaft verteidigte, die 1999 Roland Koch zu seinem Wahlsieg in Hessen verhalf.

Weil sie mit dieser polarisierenden Politik viele Beißreflexe auslöst, versuchen nicht wenige Menschen, sie so gut sie können zu demontieren. Eine der erfolgreichsten Methoden der politischen Demontage der vergangenen Jahre ist die Analyse wissenschaftlicher Arbeiten der dynamischen Jung-Helden. Natürlich untersuchten ihre Kritiker auch die Doktorarbeit von Kristina Schröder. Hinweise auf Betrug aber gab es keine, deshalb ließ man die Sache auf sich beruhen. Das ist vielleicht der zweite kapitale Fehler, den wir begingen. Nicht nur lässt sich in der Arbeit ganz eindeutig die Handschrift und somit Denkweise Kristina Schröders erkennen, sie ist darüber hinaus stärkster Ausdruck und Gradmesser eines vielfach unbekannten oder zumindest unbeachteten CDU-Duktus‘. Wes Geistes Kind ist diese Partei, die in diesem Land in absoluten Zahlen auch nach der letzten Sonntagsfrage die meisten Stimmen auf sich vereint? Welchen Politikstil verfolgen ihre Eliten, mit so großem Erfolg, dass sie uns regieren? Während in den Medien scheinbar nur noch der sogenannte „neue Politikstil“ der Piratenpartei gehyped wird, finden sich die Antworten auf diese Fragen bei Kristina Schröder. Diese Frau ist einer der eindrücklichsten Seismografen für die Frage: Was will die CDU? Was will ihre Basis und wofür stehen die Amts- und Funktionsträger der Partei? Vielleicht ist sie sogar der Schlüssel zum Verständnis der oftmals rätselhaft-verschleierten Politik Angela Merkels. Der Schlüssel zum Verständnis eines scheinbar unerklärlichen politischen Erfolges.

Gerechtigkeit als Gleichheit“?

Die Doktorarbeit wurde 2009 abgegeben – gerade rechtzeitig vor der Ernennung zur Ministerin. Sie erörterte darin ein umstrittenes Dilemma der Politischen Philosophie: Wie viel Gleichheit braucht und verträgt die Gerechtigkeit? Bemerkenswert ist der Einstieg: Sie zitiert den ehemaligen Ministerpräsidenten Mecklenburg-Vorpommerns, Harald Ringsdorf, mit den Worten: „Die Ostdeutschen haben eine große Sehnsucht nach Gleichheit.“ Weiter zitiert sie, dass ebendiese Ostdeutschen nach Ringsdorf deswegen lieber allesamt trocken Brot äßen, anstatt hinzunehmen, dass alle Brot mit Margarine bekämen und einige wenige sich zusätzlich Kaviar drauf schmieren könnten. Ein interessanter Aufhänger, prägend für die Stoßrichtung der Arbeit. Ebenso vielsagend wie die Tatsache, dass die Autorin an keiner Stelle ihrer Arbeit eine Distanzierung zu dieser recht gewagten Unterstellung Ringsdorfs vornimmt.

Was ihr zudem in beachtenswerter Weise gelingt ist eine Profilabgrenzung der CDU gegen alle anderen Parteien (außer der FDP): Die CDU sei eben diejenige Partei, die immer für den Kaviar eintrete und die durch die Bank und auf allen Ebenen nonegalitaristisch geprägt sei. Mit wenigen Worten tut sie die umfangreiche Gerechtigkeitstheorie eines John Rawls ab – nein, so denke man in ihrer Partei einfach nicht, und das sei auch gut so.

Doch es kommt noch besser: Schröder entdeckt ein paar Ungereimtheiten in den Antworten der CDU-Mitglieder: Da kreuzten nahezu alle jene Antworten an, die als Hinweis auf eine nonegalitäre Einstellung gewertet wurden. Manche aber kreuzten zusätzlich noch Antworten an, die ein egalitäres Denken offenbarten. Natürlich findet Schröder umgehend eine Erklärung für diese Ausreißer ihrer schönen, ansonsten beinahe uniformen Statistik: „Die Zustimmung zu egalitären Einstellungen steigt mit einer ostdeutschen Herkunft, einem höheren Alter, einem niedrigeren Einkommen, einer niedrigeren Bildung“ erklärt Schröder lapidar. Und um keinen Zweifel an dieser Tatsache zu lassen, dass linke Flausen wohl mit niederer Klasse und schlechter Bildung zusammenhängen müssen, konstatiert sie: „Hierzu passt, dass die ostdeutschen Abgeordneten, die vermutlich noch oft durch die Auseinandersetzung mit einem sozialistischen System geprägt sind, den nonegalitären Einstellungen stärker zustimmen als ihre westdeutschen Kollegen.“ Denn, so Schröder weiter, nachdem sie erfolgreich das Reizwort „sozialistisch“ in ihrer Arbeit platziert hat: „Die Abgeordneten sind jeweils im Schnitt jünger als die Mitglieder, formal höher gebildet und verfügen über ein höheres Einkommen.

Emanzipation ist der Kaviar

Schröder blickt sicherlich, wenn sie von den jungen, den höher gebildeten und besser verdienenden Abgeordneten spricht, vor allem auf sich selbst. Als sie diese Worte schrieb, war sie bereits sieben Jahre lang Bundestagsabgeordnete. Mit 25 hatte sie den Einzug in das Parlament geschafft. Davor war sie fünf Jahre lang Mitarbeiterin bei einem CDU-Abgeordneten gewesen. Ihre politische Karriere begann sehr früh: Mit 14 Jahren entschied sie sich zum Eintritt in die Junge Union. Auch kommt sie selbst aus einer gut situierten, akademischen Familie. Für Schröder alles Selbstverständlichkeiten. In Kürze erscheint ihr erstes geschlechterpolitisches Buch. Es wird den Titel „Danke, emanzipiert sind wird selber!“ tragen. Schröder ist keine Feministin und überzeugt, dass keine Frau eine sein sollte, das zeigte sie bereits in ihrem ausführlichen Interview mit dem Spiegel 2010. Mit ihrem Buch unterstreicht sie diese Einstellung. Eine Einstellung, die übrigens in der Gesellschaft große Popularität erfährt – gerade auch bei den Piraten. Schröder setzt auf die Eigenleistung der Frauen und denkt offenbar, dass der modernen Frau, so sie denn will, keine Türen mehr verschlossen blieben. Die sogenannte „gläserne Decke“ gibt es bei ihr schlichtweg nicht. Der beste Beweis ist sie schließlich selbst: Sie hat es geschafft – in einer Männerpartei!

Der Logik ihrer Doktorarbeit folgend, ist es auch gar nicht nötig, dass Schröder sich tiefergehende Gedanken um all jene machen müsste, die weniger privilegiert sind, als sie. Die dort skizzierte Gerechtigkeitstheorie impliziert Ungleichheit in allen gesellschaftlichen Sphären. So lange es allen Menschen auf einem Existenzminimum gut geht, sei das okay – die Margarine eben. Sprich: Die Privilegien, die nur wenige genießen können, sind völlig in Ordnung, an denen muss man nicht rütteln. Deswegen muss sich die Ministerin in ihren eigenen Augen wirklich nicht darum kümmern, dass andere Frauen (vor allem je nach sozialer Lage und Bildung) „selber“ so emanzipiert sein können, wie sie und ihre Co-Autorin Caroline Waldeck, eine leitende Mitarbeiterin des Familienministeriums. Vielleicht ist den beiden Frauen sogar vollkommen klar, dass es von Einkommen und sozialem Stand abhängt, ob eine Frau – vor allem mit Kind – emanzipiert leben kann. Wie alles, was man sich leisten können muss, gibt es sie halt nur für Wenige – und das ist im Schröderschen Denken vollkommen okay. Emanzipation ist eben der Kaviar.

(Dieser Artikel erschien zuerst im Freitag. Diese Version ist die ungekürzte und ursprüngliche Fassung.)

Zum Nachlesen: Köhler, Kristina: Gerechtigkeit als Gleichheit? : eine empirische Analyse der objektiven und subjektiven Responsivität von Bundestagsabgeordneten, Wiesbaden: VS, Verl. für Sozialwiss., 2010.

und ab 16.04.: Schröder, Kristina und Waldeck, Caroline: Danke, emanzipiert sind wir selber : Abschied vom Diktat der Rollenbilder, München: Piper, 2012

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Post aus dem BMFSFJ

Bin ja im Presseverteiler des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Heute kamen drei Pressemeldungen, die ich irgendwie merkwürdig fand – aber doch wiederum sehr cool. Seht selbst:

 

Bundeskonferenz zur Kindertagespflege in Berlin

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat für heute (Montag) rund 360 Vertreterinnen und Vertreter aus Praxis und Wissenschaft zur Bundeskonferenz „Kindertagespflege: Familiennah und gut betreut“ eingeladen. Diskutiert werden aktuelle Entwicklungen und Zukunftsperspektiven der Kindertagespflege.

„Kindertagespflege ist eine besonders familiennahe Betreuungsform, die optimale Rahmenbedingungen für eine individuelle Förderung der Kinder bietet“, sagte der Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, Josef Hecken, anlässlich der Eröffnung der Konferenz in Berlin. „Tagesmütter und -väter können flexibel auf die Wünsche und Bedürfnisse von Eltern eingehen und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Deshalb ist die Kindertagespflege ein wesentlicher Bestandteil des qualitativen und quantitativen Ausbaus der Kindertagesbetreuung.“

Heißt es da in der Mail. Sie geht noch weiter und klingt alles ganz vernünftig. Der Name Kristina Schröder fällt nicht.

Die zweite Mail beginnt so:

Bundeskonferenz der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten in Düsseldorf

400 kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte aus der ganzen Bundesrepublik werden heute (Montag) auf der Bundeskonferenz im Congress Centrum Düsseldorf über das Thema „Frauen und Männer: Gleiche Chancen!?“ diskutieren. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren,
Frauen und Jugend, Dr. Hermann Kues, wird die Konferenz eröffnen.

„Die zeitweise Übernahme von familiären Aufgaben darf nicht zwangsläufig zulasten der beruflichen Karriere gehen“, sagte Dr. Hermann Kues. „Der Schlüssel zu fairen Chancen im Beruf für Frauen und Männer liegt in einer neuen Unternehmenskultur, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit kreativen Lösungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zur Seite steht. Hier setzen wir mit unserer Politik an: Wir fördern familienfreundliche und flexible Arbeitszeiten und regionale Bündnisse für Chancengleichheit, wir unterstützen Eltern mit Elterngeld und berufstätige Angehörige von pflegebedürftigen Menschen mit der
Familienpflegezeit, wir setzen auf eine Flexi-Quote für mehr Frauen in Führungspositionen und helfen Frauen beim Wiedereinstieg in den Beruf.“

Sie geht noch weiter. Man mag nicht allem zustimmen. Der Name Kristina Schröder fällt jedenfalls nicht.

Dritte Mail geht so:

Acht Leitsätze für familienbewusste Arbeitszeiten

Staatssekretär Josef Hecken und DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann eröffnen Unternehmenstag „Erfolgsfaktor Familie 2012“

Das Bundesfamilienministerium und die Wirtschaft haben gemeinsam Leitsätze für eine flexible und familienbewusste Arbeitszeitkultur in deutschen Unternehmen erarbeitet. Dafür werben auf dem Unternehmenstag „Erfolgsfaktor Familie 2012“ im Haus der deutschen Wirtschaft in Berlin der Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Josef Hecken gemeinsam mit dem Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Hans Heinrich Driftmann. Die Veranstaltung knüpft an die im vergangenen Jahr verabschiedete „Charta für familienbewusste Arbeitszeiten“ an, in der sich Politik und Wirtschaft auf ein gemeinsames Engagement für innovative und moderne Arbeitszeitmodelle verpflichtet haben.

„Wir brauchen in Deutschland ein neues Verständnis von flexibler Arbeitszeitgestaltung, damit Mütter und Väter Leistung im Beruf und Verantwortung in der Familie besser vereinbaren können“, fordert Staatssekretär Josef Hecken. „Flexibilität heißt auch: flexibel auf die familiären Bedürfnisse der
Beschäftigten einzugehen. Produktivität bedeutet heute mehr als Präsenz – wir wollen eine Kultur, die Ergebnisse in den Mittelpunkt stellt. Politik und Wirtschaft müssen gemeinsam Lösungen für eine familienbewusstere Arbeitszeitgestaltung finden. Daran arbeiten wir mit unseren Partnern.“

Die Mail geht noch weiter. Alles klingt ganz vernünftig. Der Name Kristina Schröder fällt nicht.

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Kaviar-Schnittchen für Kristina Schröder

Einkaufen:

Anrichten (mit Hilfe des Buches: „Die perfekte Gastgeberin“ gelang es mir, dass es sogar recht ansehnlich aussah):

Anbieten:

credits für die tolle @Autofocus, die das letzte Bild schoss :)

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Grüne Männer in dieser feministischen EMMA(!): @schroeder_k bringt’s nicht

Der Kampf der Geschlechter ist nicht vorbei, er ist aber akzeptierter und moderner geworden. Jetzt kämpfen emanzipierte Frauen und Männer zunehmend gemeinsam gegen den Roll-Back in der Geschlechterpolitik. Um die Rollenkorsette zu überwinden, die auch zum Nachteil der Männer sind, brauchen wir eine Politik, die Frauen fördert. Die nutzt dann auch emanzipierten Männern.

Damit schließt der sehr gute Text von Sven Lehmann, Vorsitzender der Grünen Nordrhein-Westfalen und Sven-Christian Kindler, Bundestagsabgeordneter auf EMMA-Online. Die beiden sind schon bekannt für ihr Grünes Männermanifest.
Kristina Schröder ist keine Ministerin, die der Emanzipation irgend etwas bringt – oder bringen will. Sie kümmert sich nicht um ein Aufbrechen der strukturellen Anreizsysteme für die traditionellen Geschlechterrollen – sie führt sogar noch eine Herdprämie ein.

Die Svens hingegen legen klare Forderungen vor:

  • Elterngeld in voller Höhe nur bei einer Aufteilung der Elternzeit zu gleichen Teilen
  • Einführung einer verbindlichen Frauenquote für die Aufsichtsräte
  • Flächendeckender Mindestlohn – denn dies ist ein wirksames Instrument für mehr Lohngerechtigkeit
  • Abschaffung des Ehegattensplittings

 
Danke für nichts, liebe @schroeder_k

Die beiden hoffen allerdings in dieser Sache nicht auf einen Sinneswandel der Ministerin:

Diese Politik, das ist klar, wird nicht von Kristina Schröder ausgehen. Ganz im Gegenteil. Emanzipierte Frauen und Männer werden es selbst in die Hand nehmen müssen: in der Wirtschaft, im alltäglichen Leben und auch und besonders in der Politik.

So ist es leider: Angela Merkel hat eine Frau auf diesen Posten gesetzt, die im Privilgienparadies lebt und nicht glaubt, dass irgend eine Frau noch Feminismus braucht – sie braucht ihn doch auch nicht!

Auch die Fuckermothers fordern ein radikales Umdenken in der Arbeitspolitik. Sie wenden den Blick bewusst weg von Kristina Schröder hin zu ihrer Vorgängerin: Ursula von der Leyen. Hin zum Arbeitsministerium. Zitat:

Der Arbeitsmarkt ist schließlich keine unveränderte Naturkonstante, Arbeitszeitmodelle können variiert werden. Unternehmen können dazu gebracht werden, mehr Teilzeitstellen einzurichten, Quoten zu etablieren, vielleicht sogar Modelle jenseits von Teilzeit und Vollzeit einzurichten – beispielsweise 70 oder 80 Prozent-Stellen. Und all das ist nicht unbedingt und nicht ausschließlich Sache der ‚Familienpolitik‘, wie so oft geäußert wird. Es ist vor allem Sache der Arbeitspolitik.

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