Tag Archiv für Haushalt und Kinder

“Erstmal das Einander-Respektieren und Zuhören”

Zu meiner vorletzten Kolumne mit dem Titel “Zusammenerziehend!” gab es eine sehr schöne, lange und auch produktive Debatte – wie ich finde. Besonders engagiert diskutierte Ideefix, der sogar eine längere Antwort in Form eines Blogtextes formulierte (leider nicht mehr verfügbar). Ideefix hat entlang der geschlechterstereotypen Rollenaufteilung bei der Kinderziehung die Erfahrung gemacht, wie diese sich mindestens ebenso negativ auf seine Ausgestaltung einer aktiven Vater-Rolle auswirkte, wie ich sie allzu oft bei den Müttern erlebe. Er berichtet somit von der zweiten – nur seltener thematisierten – Seite der selben Medaille. Ich finde diese Sichtweise in der momentanen Debatte um Väterkultur – wie sie in einem klassischen Negativbeispiel derzeit bei der SZ nachzulesen ist – so wichtig, dass ich euch hier Auszüge aus seinen Kommentaren anbieten möchte. Mehr davon gibt es dann wie gesagt unterhalb meiner Kolumne. Und hoffentlich irgendwann auch andernorts wieder.

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Meine Konsequenz daraus war übrigens, die Hauptverantwortung in der Erziehung zu übernehmen, aber nicht nur als häuslich präsenterer Elternteil, sondern als Realvater – auch für unseren Jüngsten (andere Mutter).
Glauben Sie meine Ex hat sich ab dem Moment auch nur eine Sekunde auf Zusammenerziehung eingelassen? Nene. Sie wollte weiter die Leitlinien machen, in Vorgaben gehen und die Ziele bestimmen – da sie als Frau meinte sie habe Anrecht auf die Anerkennung eines ihr durch die Mutterschaft zukommenden Definitions – und Deutungshoheitsanspruchs, der einem Führungsanspruch in Fragen der Erziehung gleichkommt.

Damit hängt zusammen, dass es auch eine nicht unbeträchtliche Beschämung darstellen kann, wenn eine Mutter in Fragen der Aufzucht und Erziehung nicht die gewohnte Hauptrolle spielt und sich die Aberkennung des o.g. mütterlichen Anspruchs dann z.B. in Denunziationen des Vaters auslebt.

Zusammenerziehung wäre eine schöne Vision, leider bricht sie sich zu oft an inkorporierten und internalisierten Übermütterlichkeiten, welche mir synonym zu weiblichen Hamsterrädern erscheinen.

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Phänomenal oder asozial?

Meine ehemalige Nachbarin erwartet ihr sechstes Kind. Ihr sechstes? Ja, richtig gelesen. Ein persönlicher Blick auf Kinderreichtum

 

In meiner früheren Wohnung hatte ich eine fünfköpfige Familie als direkte Nachbarn. Sie lebte mit Hund in einer Dreizimmerwohnung direkt auf der anderen Seite der Treppe, erstes Obergeschoss, Vorderhaus. Der Mann war tendenziell unfreundlich, fand ich. Oder schlichtweg unkommunikativ. Aber das tut hier nichts zur Sache. Ebensowenig wie die Haarpracht der Frau, die ihre langen hennaroten Rastas stets zusammengebunden trug. Oder das ständige Gejaule des Hundes, wenn die Familie abwesend war. Was einen anderen Nachbarn einmal dazu veranlasste, bei uns zu klingeln und uns erst über mangelnden Tierschutz aufzuklären, um dann irgendetwas zu unternehmen. Was auch immer das war – jedenfalls hatte er wenige Wochen später wohl eine vollgekackte Windel in seinem Briefkasten. Denn die Familie hatte Zuwachs bekommen, war nun also sechsköpfig geworden, und der Zuwachs lieferte solcherlei Munition.

Die Grenze des "Normalen" sind heute häufig schon zwei Kinder. (Quelle: (cc) Eddy Van 3000 - via Flickr)

Die Grenze des "Normalen" sind heute häufig schon zwei Kinder. (Quelle: (cc) Eddy Van 3000 - via Flickr)

Davon abgesehen war das Nebeneinander dieser Familie und uns eher ignorant. Typisch Berlin, eben. Vielleicht hielten sie uns für Yuppies, und naja: wir hielten sie eben für kühl und unkommunikativ. Außerdem bekamen wir auch keine Chance, uns näher zu beschnuppern, denn aufgrund eigener Fortpflanzung brauchten wir mehr Raum und zogen weg. Doch vergangenen Sommer, als ich mit meinem eigenen zweiten Baby viel Zeit auf einem hiesigen Spielplatz verbrachte, sah ich sie oft wieder. Sie waren noch einer mehr geworden – nun also fünf Kinder. Ich muss sagen: die Fortpflanzungsaktivitäten anderer gehen mich absolut nichts an – aber beeindruckend fand ich das schon.
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Zum Equal Pay Day: Unbezahlte Arbeit

Ohne Worte:

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