#rp13: Gesehen und für gut befunden

Dieses Jahr hatte ich leider nicht die Möglichkeit, zur re:publica zu gehen. Dennoch habe ich mir einige Videos bereits angesehen und manche sogar für gut befunden – ein paar werde ich ebenfalls noch nachholen, da sie einfach sehr interessant klingen.

Das erste Video, das ich wirklich richtig gut fand, war der Vortrag von Gunter Dueck. Wer geglaubt hatte, dass er nur an seinen ersten Vortrag von 2011 anschließen würde (der damals schon sehr aufrüttelnd war), hatte sich getäuscht. In „Aufruf zum metakulturellen Diskurs“ wendet er sich gegen ethnozentrismus (Definition der Wikipedia) und plädiert für eine meta-Betrachtung der politischen Lager, die aus Traditionen gewachsen sind und schon in die Zukunft verweisen. Derweil ich mich selbst momentan viel mit der Möglichkeit von Pluralismus befasse, tut er es also auch – wenngleich er das nicht so nennt. Und auch viel Pragmatismus steckt in diesem Vortrag drin – ein Thema von mir seit dem letzten Jahr. Auch denke ich nach dem Hören, dass diese Einstellung sehr gut erklären kann, wie ich „feministisch ticke“ – falls ihr versteht, was ich meine. Ich empfehle also den Vortrag aus vollem Herzen – er ist engagiert und gewohnt visionär, aufrüttelnd und menschlich.

Der zweite Vortrag, den ich leider etwas zu schnell vorgetragen fand, aber inhaltlich sehr gewinnbringend, war der von @fraeulein_tessa – Teresa Bücker – die sich intensiv Gedanken machte, in was für einer Arbeitswelt wir leben, leben wollen und leben sollten. Ein sehr engagiertes Plädoyer, dem ich mich nahezu uneingeschränkt anschließen würde: „Der Montag liebt dich“ – zumindest sollte er das.

Einen ähnlichen Vortrag hielt Jutta Allmendinger. In „Zeit, Geld, Familie“ stellt sie aktuelle wissenschaftliche Studien vor, die zeigen, dass die Grenzen zwischen Arbeit, Freizeit, Familie und Erholung bei Frauen total verschwimmen. Sie zeigt auch deutlich, dass Männer dieses Phänomen noch nicht so sehr zu spüren bekommen, dass sie nach wie vor besser zwischen Arbeit und Familie stärker trennen können – und auch nicht derart in Konflikten zerrieben werden zwischen den beiden „Welten“. Ein Vortrag, der gerade aus feministischer Sicht absolut sehenswert ist – wer wissen will, wo die Gesellschaft steht und wo es vielleicht hingehen könnte und sollte, wird einige Einsichten bekommen.

Was haben die drei Vorträge gemeinsam? Nun, ich kann sie alle drei in meine Kategorie „Zukunftsfragen“ packen, denn genau darum geht es hier: Wo wollen wir hin, wie wollen wir miteinander arbeiten, leben, politisch agieren und eine Gesellschaft sein? Ich fand die drei Vorträge gleichermaßen bereichernd und danke den Vortragenden für ihre Mühe und Recherche.

Im Laufe der nächsten Wochen werde ich sicherlich noch weitere Vorträge ansehen und diejenigen, die ich wirklich gut finde gerne hier teilen.

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Bildungsstandards als universelles Instrument: Grenzen, Konflikte und Herausforderungen am Beispiel VERA in Deutschland

Vorweg: Dieser Artikel muss noch überarbeitet werden. Inhaltsverzeichnis soll mit Ankern versehen werden, ebenso die Fußnoten (die bisherigen importierten Anker funktionieren noch nicht).

Bachelorarbeit zur Erlangung des akademischen Grades Bachelor of Arts (B.A.) im Fach Erziehungswissenschaften

Eingereicht am 15.09.2011. Erster Gutachter: Prof. Dr. Marcelo Caruso; 2. Gutachter: Prof. Dr. Jürgen Henze

Humboldt-Universität zu Berlin; Philosophische Fakultät IV; Institut für Erziehungswissenschaften

Inhalt

I. Einleitung

  1. Aufbau der Arbeit
  2. Zentrale Fragestellungen der Arbeit

 

II. Bildungsstandards als „universelle“ und globale Idee

  1. Der Begriff „Bildung“, der Begriff „Standard“
  2. (Ideen-)Geschichte und Hintergrund
  3. Ökonomische Komponenten
  4. Kritik

 

III. (Jüngere) Geschichte der Bildungsstandards in Deutschland

  1.  Die deutsche Debatte seit PISA – Eckpfeiler
  2. IQB: Entstehung, Struktur und Aufgaben

 

IV. Zielsetzung und Durchführung in Deutschland am Beispiel Bildungsstandards und der VERA-Evaluation im Fach Mathematik

  1. Entwicklung des Konzepts
  2. Aufgabenentwicklung und Leitideen
  3. Reaktionen auf VERA
  4. Umsetzung der Evaluationsergebnisse

 

V. Grenzen und Probleme

  1. Kulturanthropologische Bedenken zur Legitimität von Standardisierung im Spannungsfeld von Heterogenität
  2. Komplikationen aufgrund des deutschen Föderalismus‘
  3. Probleme bei der Durchführung von Tests sowie ihrer Interpretation
  4. Spannungsfeld: Systemvielfalt, Segregation und Standardisierung
  5. Welcher Bildungsbegriff ?

 

VI. Diskussion und Ausblick

Literaturverzeichnis

(Die Arbeit als PDF: Roenicke_BA_PDF_Online)

„Bildungsstandards als universelles Instrument: Grenzen, Konflikte und Herausforderungen am Beispiel VERA in Deutschland“ weiterlesen

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