Bitte gehen Sie jetzt, Frau Schavan.

Bild: CC-BY-NC-SA 2.0 Jan Behre via flickr

 

Liebe Annette Schavan,

ich bitte Sie, nach dem Entzug Ihres Doktortitels durch die Duesseldorfer Heinrich-Heine-Universitaet nun Ihren Ministerinnenposten zu raeumen. Seit Sie dieses Amt besetzen gibt es in Deutschland vor allem eines: Spitzenforschung, Wettbewerbe um Elite-Universitaets-Status, und fuer alles andere: freiwillige „Bildungsbuendnisse“, die bitteschoen durch Ehrenamtliche organisiert werden sollen.

Das Geld, das Ihr Ministerium verwaltete, wurde vor allem in die „Exzellenz“, wie zum Beispiel in die Stipenden gesteckt – namentlich in eine Erhoehung des Buechergeldes. Dieser Teil der Stipendien ist unabhaengig vom Einkommen der Eltern oder der Beziehenden. Es wird im Giesskannenprinzip an die Exzellenz ausgezahlt – eine weitere Erhoehung soll noch in diesem Jahr kommen. Auf der anderen Seite stehen darbende BAFoeG-Empfaengerinnen.

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Grüne Männer in dieser feministischen EMMA(!): @schroeder_k bringt’s nicht

Der Kampf der Geschlechter ist nicht vorbei, er ist aber akzeptierter und moderner geworden. Jetzt kämpfen emanzipierte Frauen und Männer zunehmend gemeinsam gegen den Roll-Back in der Geschlechterpolitik. Um die Rollenkorsette zu überwinden, die auch zum Nachteil der Männer sind, brauchen wir eine Politik, die Frauen fördert. Die nutzt dann auch emanzipierten Männern.

Damit schließt der sehr gute Text von Sven Lehmann, Vorsitzender der Grünen Nordrhein-Westfalen und Sven-Christian Kindler, Bundestagsabgeordneter auf EMMA-Online. Die beiden sind schon bekannt für ihr Grünes Männermanifest.
Kristina Schröder ist keine Ministerin, die der Emanzipation irgend etwas bringt – oder bringen will. Sie kümmert sich nicht um ein Aufbrechen der strukturellen Anreizsysteme für die traditionellen Geschlechterrollen – sie führt sogar noch eine Herdprämie ein.

Die Svens hingegen legen klare Forderungen vor:

  • Elterngeld in voller Höhe nur bei einer Aufteilung der Elternzeit zu gleichen Teilen
  • Einführung einer verbindlichen Frauenquote für die Aufsichtsräte
  • Flächendeckender Mindestlohn – denn dies ist ein wirksames Instrument für mehr Lohngerechtigkeit
  • Abschaffung des Ehegattensplittings

 
Danke für nichts, liebe @schroeder_k

Die beiden hoffen allerdings in dieser Sache nicht auf einen Sinneswandel der Ministerin:

Diese Politik, das ist klar, wird nicht von Kristina Schröder ausgehen. Ganz im Gegenteil. Emanzipierte Frauen und Männer werden es selbst in die Hand nehmen müssen: in der Wirtschaft, im alltäglichen Leben und auch und besonders in der Politik.

So ist es leider: Angela Merkel hat eine Frau auf diesen Posten gesetzt, die im Privilgienparadies lebt und nicht glaubt, dass irgend eine Frau noch Feminismus braucht – sie braucht ihn doch auch nicht!

Auch die Fuckermothers fordern ein radikales Umdenken in der Arbeitspolitik. Sie wenden den Blick bewusst weg von Kristina Schröder hin zu ihrer Vorgängerin: Ursula von der Leyen. Hin zum Arbeitsministerium. Zitat:

Der Arbeitsmarkt ist schließlich keine unveränderte Naturkonstante, Arbeitszeitmodelle können variiert werden. Unternehmen können dazu gebracht werden, mehr Teilzeitstellen einzurichten, Quoten zu etablieren, vielleicht sogar Modelle jenseits von Teilzeit und Vollzeit einzurichten – beispielsweise 70 oder 80 Prozent-Stellen. Und all das ist nicht unbedingt und nicht ausschließlich Sache der ‚Familienpolitik‘, wie so oft geäußert wird. Es ist vor allem Sache der Arbeitspolitik.

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