Wir fahren durch die Hauptstadt

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Guten Tag, wir sind Katrin Rönicke und Holger Klein. Wir fahren mit dem ÖPNV durch Berlin und schauen uns an, was an den Bahnhöfen der Hauptstadt los ist.

Und da ist es, das neue Blog: Holger Klein und ich fahren durch Berlin und steigen an den verschiedenen S- und U-Bahnstationen im Bereich ABC aus. Was wir dort entdecken, das berichten wir auf FAZ.net. Unsere erste Station war der S-Bahnhof Bellevue, den Holgi gar nicht so langweilig fand, wie ich.

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Wenn für alles Geld da ist, nur bei den Kindern wird gekürzt…

… ja dann sind wir wieder in Berlin!

Das Thema Schule ist in Berlin eine sehr schwierige Kiste: Nicht nur, dass hier die PISA-Ergebnisse miserabel sind, die ehemaligen Schulgebäude erst verkauft wurden und jetzt dringend benötigt würden. Nein: Wir kommen auch nicht umhin, dass im Zuge von großen Ausgaben in anderen Haushaltstöpfen die Bildungssenatorin meint, wegen einer fehlenden Million an mehreren Schulen die Sozialarbeiter zu streichen. Was die Schulleitungen dann aus der Presse erfahren dürfen.

Mich selbst, die ich aus dem Süden komme, macht so etwas irgendwie fertig. So kenne ich das nicht. Schule – das ist wichtig, da investiert man in die Zukunft und da wird nicht gespart. Ob es anderen Süddeutschen in Berlin ähnlich geht, wenn sie ihre Kinder hier zur Schule schicken? Ich weiß es nicht. Aber ich weiß, dass meine heutige Gastschreiberei bei den Stützen der Gesellschaft auch für euch interessant sein dürfte, also lest doch einmal rein. Und diskutiert mit.

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Friedrichshain trotzt Plakat-Vandalen!

Ganz Deutschland fiel einem regelrechten Anschlag zum Opfer: Im ganzen Land ersetzten in einer Nacht-und-Nebel-Aktion Vandalisten die Plakate der Parteien zur Bundestagswahl durch inhaltsleere Nonsens-Plakate. In ganz Deutschland? Nein! Ein kleiner Bezirk im Herzen Berlins trotzt diesem Vandalismus. Hier im schönen Friedrichshain sieht die Plakate-Kultur noch anders aus. Weiterlesen

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„Der SlutWalk ist ein solidarisches Event“

(Dieser Text erschien ursprünglich auf freitag.de – wo er auch rege diskutiert wird)

Don't tell women what not to wear - tell men not to rape

Bei Club Mate und Retromusik trafen sich im Café Hilde, Berlin Prenzlauer Berg, zwei junge Damen zum Slut Talk: Anne Wizorek ist eine der Organisatorinnen des Berliner SlutWalks und vielen als Autorin bei Spreeblick und als Mitglied des Orgateams der re:publica bekannt. Meine Wenigkeit als zweiter Part des Gesprächs, tritt als feministische Freitagskolumnistin und bei der Initiative Frau Lila auf. Da wir also auf einem recht hohen feministischen Ross dahergeritten kommen, ließen wir das übliche Geplänkel zu der Frage: Warum gibt es eigentlich SlutWalks gleich weg und kamen zu den wesentlichen Dingen:

Katrin: Wurdest du schon einmal als ‚Schlampe‘ bezeichnet?

Anne: Weniger als ‚Schlampe‘, aber schon öfters als ‚Fotze‘. Also diese klassische Beschimpfung, wenn man auf der Straße angemacht wird und dann auch noch die Frechheit besitzt, da nicht positiv drauf einzugehen! Sondern es entweder zu ignorieren, oder – so wie ich – den Stinkefinger zu zeigen.

Katrin: Und schon sind wir beim Thema: ‚Typen, die Mist sagen‘ – denn damit fing ja die ganze SlutWalk-Bewegung an. Nun ist es ja aber nicht das erste Mal, dass jemand so einen Scheiß sagt. Hast du irgendeine Erklärung dafür, wie es kam, dass daraus eine weltweite Bewegung entstehen konnte? Hat es irgendwelche anderen Umstände gegeben, die das begünstigt haben? Politische oder gesellschaftliche Debatten?

Anne: Ich glaube tatsächlich, dass durchaus diese ganzen Vergewaltigungs-Fälle, die in der letzten Zeit durch die Medien gejagt wurden, sprich: der Fall Julien Assange, Dominique Strauss-Kahn und bei uns Kachelmann; dass die dazu geführt haben, dass mehr Menschen mobilisiert wurden, als vorher. Dass es so geballt Reaktionen gab. Andererseits: In Toronto wurde der Slogan „We’ve had enough!“ geprägt. Der beschreibt sehr gut diese „Schnauze-voll!“-Stimmung. Da haben dann Leute gesagt: Es reicht! Aber es genügt uns nicht mehr, uns zu Hause hinzusetzen und einen ‚Rant‘ in unserem Blog zu schreiben, sondern wir bringen das auf die Straße. Ich habe diese Entwicklungen ziemlich von Anfang an mit verfolgt.

Katrin: Wie kamst du dazu?

Anne: Ich verfolge viele feministische Blogs aus den Staaten und bin Fan von Jaclyn Friedman, die das auch ziemlich früh aufgegriffen und unterstützt hat. Ich habe dann die Entwicklungen immer weiter verfolgt. Dabei war es sehr spannend, dass immer mehr Städte dazu aufgerufen haben und es schließlich sogar rübergeschwappt ist, zu uns nach Europa.

Katrin: Was sind bisher die Erfahrungen mit den SlutWalks? Denn ich bin ja eher pessimistisch und habe das Gefühl: Feminismus ist nicht sonderlich in der Grundstimmung oder in den Grundansichten einer Gesellschaft verankert – weder bei uns, noch anderswo. Wie viele Frauen gehen dann schon auf die Straße? In Passau war ja nun er erste deutsche SlutWalk. Wie war das dort?

Anne: Die genauen Zahlen habe ich jetzt nicht. Aber der war relativ überschaubar –  das war irgendwie auch klar. Andererseits finde ich es total großartig, dass die das dort durchgezogen haben. So weit ich weiß ist das dort eine extrem konservative Ecke. Insofern: Respekt! Was jetzt das Potential angeht wirklich feministische Ziele zu vertreten: Mein Eindruck ist, dass der SlutWalk da zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt. Einerseits werden die Feministinnen mitgenommen, die es sowieso schon vermisst haben, dass etwas Aktives stattfindet. Andererseits wird eine Generation sensibilisiert, die damit noch nicht so viel zu tun hatte. Die vielleicht denkt: Ach Feminismus – das sind doch die alten Frauen mit den langen Achselhaaren. Speziell in Deutschland hat Feminismus ja auch so ein uncooles Image. Die Frau, die den SlutWalk in London organisiert hat, war grade mal 17 Jahre alt – die geht noch zur Schule! Ich finde das super!

Katrin: Es mobilisiert also vielleicht das Interesse bei denjenigen, die noch nicht unbedingt feministisch sind, aber spüren: Ich will in der Gesellschaft sexy sein können ohne andererseits Angst haben zu müssen, stigmatisiert zu werden und im nächsten Schritt Opfer von Übergriffen.

Anne: Bei den SlutWalks geht es tatsächlich weniger darum, auf die Straße zu gehen, weil man unbedingt tiefe Ausschnitte tragen will, sondern einfach um das Statement: Ich will mich so kleiden können, wie ich will. Ich will dafür nicht angegriffen werden – geschweige denn eine Mitschuld angehängt bekommen, wenn wirklich etwas passiert.

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