Ach wisster was…?!

Eigentlich sollte ich das hier sicherlich nicht tun: nachts kurz nach elf wieder aus dem Bett aufstehen, in die Tasten hauen, weil ich wegen eines kleines Bauchgrummel-Ärgerns nicht schlafen kann. Es geht nicht nur a) gegen die Intention, mit diesem ganzen Social-Media-Schnell-Schnell-Dings mal Pause zu machen, sondern es wird b) auch sicherlich in dem Sinn in die Hose gehen, als dass ich in meiner kleinen inneren Unruhe unbedacht rumranten werde und hier und da Leuten auf die Füße treten… Aber ehrlich: ich werde eure Tweets eh nicht lesen. ;p

Kurze Erläuterung regarding Netzfeminismus heißt ein Blogbeitrag von der von mir sehr geschätzten ihdl, der – so scheints – in einer ähnlichen Stimmung entstanden sein muss, wie der hier.
Da steht (gleich zu Beginn, ist wohl ein zitierter Tweet), es wäre „ein Label geclaimt“ worden.
Naja. Also.

Im Moment hat das Blog, weil ich es eigentlich lieber selbst hosten will, und deswegen zu einem neuen Registrar transferiert habe, die Adresse netzfeminismus.wordpress.org – das „Just Another WordPress Blog“ steckt in solchen Adressen ja quasi vorinstalliert drin. Und wirklich wahr: ich überlege gerade, das auch einfach so zu lassen. Ein bisschen aus Trotz. Ein bisschen, weil ich solche Diskussionen müßig finde.

Es geht also darum, dass man sich an Netzfeminismus.org stört. (Kenn ich irgendwo her – ach ja: Digitale Gesellschaft.de ^^) – und darum, dass die dort bislang betriebenen Aktivitäten – wie war die schöne Formulierung? – „dass es Netzfeminismus.org um das Eindringen in den Mainstream/Malestream geht“. -.-

„Jetzt grenzen sich die ersten ab, wollen mit diesem Label nie was zu tun gehabt haben und rufen „Nein, das ist nicht der (Netz-)Feminismus!““ heißt es dann weiter. Ich meine: Worüber reden wir eigentlich?

Um ein wenig zu veranschaulichen, worüber wir eigentlich reden, um worum es – zumindest mir! – in diesem ganzen Konstrukt (!) geht, hier ein Link zu meinem Wiki, in dem ich bereits im Dezember einige Dinge einfach mal aufgeschrieben habe, um von dort aus a) weiterzudiskutieren (! – ja, es dient einfach als Diskussionsgrundlage und soll bei weitem nicht der Weisheit letzter Schluss sein) und zu denken und b) um auch nicht ganz aus den Augen zu verlieren, was alles möglich wäre etc… Ich mach das jetzt einfach mal transparent, weil ich auch ehrlich gesagt nicht mehr die Kraft dazu habe, dieses Projekt auf dem bisherigen Level weiter zu machen – weil ich mir aber wünsche, dass es weitergeht. Das habe ich Anne, Tessa und Julia, die bislang zusammen mit mir Zugang zum Blog haben und auch an der Speakerinnen-Liste mitgewirkt haben (und Anne als Initiatorin des netzfeministischen Biers und des Cyber-Feminismus & Girls on Web-Panels eine sehr wichtige Rolle bei der Initiation) auch gesagt und ich bin bis mindestens Oktober was all das organisatorische und visionäre Arbeiten angeht offline – ich administriere jetzt nur noch.

Es gibt daneben eine mittlerweile recht lange AnfragerInnen-Liste für die Mailingliste. Es wird in meinen Augen auch wirklich Zeit, diese Liste einfach mal zu beginnen – und die ganzen problematischen Punkte mal gemeinsam zu diskutieren – vor allem aber nach vorne zu schauen und zu gucken: Hey! Was machen wir nun mit all dieser tollen Dynamik? Mal konstruktiv sein und Ideen voran bringen. Das fände ich eigentlich ganz schön klasse. Aber irgendwie gibt es so viele komische und ungereimte Gründe, dass sich a) nichts tut und jetzt auch noch b) solche Texte geschrieben werden. Irgendwie fass ich mir da an den Kopf – liegt das an diesem Feminismus-Ding, dass das so mega-hammer-kompliziert ist?

Das frag ich euch. Sagt doch mal? Motzen und lamentieren trägt ja immerhin dazu bei, dass die Leute sich mal aufregen, sich hinsetzen und Impulse verspüren…
Wohin soll’s gehen? Wer macht mit? netzfeminismus.wordpress.com – oder netzfeminismus.org? Mailingliste, Chat, Wiki gefälligst? Wie gestaltet man mit möglichst wenig Fettnäpfchen-Potential eine Speakerinnen-Liste (ein erster Wurf ist Online-Go-fähig – aber es gibt weiterhin Bauchschmerzen wegen des eigenen Saftes, in dem wir das schmoren….)? Fragen über Fragen.

Ich gebe an euch.

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7 Gedanken zu „Ach wisster was…?!“

  1. Das war jetzt der konstruktivste Rant den ich jemals gelesen habe ;)
    .oO(und ich dachte schon, ich dürfte nicht mitspielen, weil ich nicht auf die Liste käme… :/ )

    1. Lieber Acid,
      ich war ziemlich verbittert, als ich anfing zu schreiben.
      Aber offenbar bin ich keine gute Ranterin.
      und nein: bisher spielt niemand mit – die Liste ist einfach noch am schlafen.

  2. tut mir leid, dass ich dir abendliches grummeln verursacht habe. mein text war tatsächlich ein follow up zu einem grummel impuls bezüglich einiger tweets, die ich als netzfeminismus.org kritisch verstanden hatte. darauf hin schrieb ich, dass es mich nervt, dass sich das jetzt so entwickelt – also sich irgendwie zwei seiten herauszubilden scheinen. leute wollten dazu erklärungen und ich schrieb es kurz auf.

    meine position ist ja eigentlich folgende: ich habe persönlich kein problem mit dem netzfeminismus.org projekt und verfolge das projekt/die seite interessiert. das netzfeministische bier, bei dem ich mal war, hab ich mich zwar ein bisschen gelangweilt, aber was soll’s :)

    als ihr netzfeminismus.org gestartet habt dachte ich aber unmittelbar: „oh, das kann nicht konfliktfrei gehen“. und das liegt vermutlich schon an diesem verdammt komplizierten feminismusding, das sensibel auf die herausbildung von zentren und marginalisierungen reagiert, die sich (meiner meinung nach) zwangsläufig entwickeln, wenn es um politisches handeln in der öffentlichkeit geht.

    ich frage mich, was möglichkeiten sind, damit umzugehen. und habe die befürchtung, dass ich da mit dem text was aufgerissen hab, was noch gar nicht so wirklich am aufreißen war. (meeh)

    in netzfeministischen kontextenm hab ich schon öfter den impuls mitbekommen, das gemeinsame auszubauen, z.b. durch institutionalisierte kommunikationswege (eine plattform, ein chat, eine mailingliste). und es verlief alles wieder im sande, weil die notwendige energie nicht da war. auch bei anderen projekten hab ich das gefühl, es fehlt oft der lange atem, entscheidungswege und eine umgang, (inhaltlich) differenzen zu besprechen.

    du siehst, ich hab auch eine reihe von fragen, aber keine antworten. mal sehen, wie das weiter geht.

  3. Liebe ihdl,

    wie wärs, wenn du einfach mit auf die Mailingliste kommst?
    Und von da aus diskutieren wir dann mit allen anderen, die Lust auf das Projekt haben, weiter.
    Ich meine: Vielleicht verläuft das Projekt wieder im Sande. Oder es gibt Konflikte. Oder Differenzen werden ein Problem. Bislang ist das alles noch völlig offen.
    Und das ist auch der Grund, warum ich ehrlich gesagt ein bisschen bitter war, als ich all das las: Es ist noch nichts passiert. Es ist noch völlig offen. Dass du das Treffen langweilig fandest – ok. Aber ich habe schon den Eindruck, dass dort Leute andere Leute kennen lernen, die sie vorher nicht kannten und die sie bereichernd für sich und ihre Arbeit finden. Um mehr geht es bei dem Biertrinken ja auch nicht. Da soll keine Revolution geplant werden. Es ist ziemlich offen und frei – ohne Agenda. Analog zum npbx – dem netzpolitischen Bier. Manchmal ist es einfach wichtig, die anderen überhaupt kennen zu lernen, die da auch so feministisch in diesem Netz unterwegs sind. Das ist IMHO der erste Schritt. Sich auch mal im RL zu sehen. Auszutauschen. Denn was du erzählst vom Scheitern und im Sande verlaufen, das kenne ich ja auch! Nur ist meine Erfahrung, dass dies meist davon kommt, dass man nur online kommuniziert und offline kaum einen Bezug zueinander hat.

    Deswegen war es auch mein Ansinnen, dass nfbx über Berlin hinaus zu organisieren. Oder ähnliche Treffen dort einfach anzukündigen. Was ist aus der Genderbar geworden? Ich habe nie wieder etwas von dir gehört.

    Zur Mailingliste geht es dann hier entlang: http://netzfeminismus.org/?page_id=82

  4. ich trag mich auf die mailingliste ein. schön, dass die jetzt startet!

    zum nfbb: wie gesagt „was solls ;-)“ ich finde solche treffen ja eigentlich ne sehr nette idee und es hängt eben auch von den umständen des abends ab.

    zur genderbar: ich hatte vorgeschlagen, das unter dem beinamen netzfeministischen bier laufen zu lassen, aber der vorschlag fand keine zustimmung. zum einen, weil die leute bei der genderbar das projekt nicht kennen oder einschätzen können, zum anderen weil die genderbar bisher wesentlich mehr „inner circle“ war. ich hatte den eindruck, dass das die leute, die bisher dabei sind, das auch gerne so bewahren wollen.

  5. Endlich mal ein informativer Post, mein Dank. Muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Generell finde ich die Seite gut zu lesen und leicht zu verstehen.

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