Zu den Vorwürfen von Julia Seeliger

Das wirkt jetzt vielleicht ein bisschen strange, dass ich diese Dinge nicht direkt mit Julia persönlich kläre, sondern gleich öffentlich. Ursprünglich war dies nicht mein Ansinnen. Ich hätte mich gerne mit Julia auf ein abendliches Bier getroffen und geredet. Aber das war nicht möglich. Seitdem verweigere ich eigentlich die direkte Kommunikation mit ihr. Ich könnte sie auch ignorieren, wenn sie nicht permanent öffentlich ihren persönlichen Zwist mit mir führen wollen würde. Es stehen mir gerade zu viele Dinge unkommentiert im Raum. Damit fühle ich mich unwohl. Deswegen eine Klarstellung. Wer keinen Bock auf “ein dummer Kindergartenstreit zwischen zwei belanglosen Bloggerinnen” hat, der soll hier einfach zu lesen aufhören und bitte auch nicht kommentieren.

Alice Schwarzer

Julias Streit mit mir begann, als ich im März “bei Alice Schwarzer” war. Als sie nur davon hörte und nichts weiter darüber wusste, außer DASS ich dort war, ging es los. Das dürfe man keinesfalls tun! Das stärke die Seite Schwarzers. Ihren Blogbeitrag dazu schrieb sie, bevor sie das Gespräch auch nur gelesen hatte. Die Kritik begann also weit vor der Auseinandersetzung mit der Sache an sich.
Nun wirft sie mir vor, dass ich Alice Schwarzer kritiklos toll fände. Einerseits habe ich bereits vor Jahren einen ausführlichen Begründungsbrief an die EMMA und an Alice geschrieben, warum ich mein Abo kündigte. Auch komme also aus einer durchaus kritischen Richtung, die sich auch mit dem Streit um das Buch “Wir Alphamädchen” zuerst noch verschärft hatte.
Andererseits: ja, im persönlichen Gespräch und sie kennen lernend stellte ich fest: Alice Schwarzer ist ne coole Sau. Einfach als Mensch. Interessant, lustig, gebildet, mit dem Herzen dabei. Außerdem war es ein erstes Kennenlerntreffen. Es diente nicht dazu, alle Kritik und möglichen Spaltungspunkte auf den Tisch zu knallen, sondern entgegen dem medialen Spaltungsdiskurs offen zu schauen, wer wir eigentlich sind. Meine Haltung in Bezug auf Alice würde ich somit als “offen, aber wachsam” beschreiben.

Somit war das Gespräch für die eine Seite gefühlt kritiklos. Für andere, nämlich die EMMA-LeserInnen, im Durchschnitt 35 Jahre alt, war es ein wichtiger Schritt, in einen Diskurs zu kommen und zu schauen, was es auch an jungen feministischen Aktivitäten gibt. Es war ein Anfang. Wo es hinführt steht noch komplett offen. Und ich wehre mich einfach dagegen, mich festlegen zu sollen, Alice abzulehnen. Dazu weiß ich bislang zu wenig. Ich habe viel von ihr gelesen und verstehe sie oft ganz anders, als sie üblicherweise in den Medien rezipiert wird. Und ich behalte mir das Recht vor, eigenständig abzuklopfen, welche Wahrnehmung “richtiger” ist. Meine Meinung steht da noch nicht fest. Aber z.B. habe ich im Gegensatz zu den meisten anderen ihre Kachelmann-Berichte nicht aus Sekundärquellen rezipiert, sondern selbst gelesen. Daher weiß ich, dass Artikel in spiegel, zeit und co, die von der Vorverurteilung Kachelmanns durch Schwarzer sprachen, eine Lüge sind. Primärquellen sind aber nicht jedermenschs Sache, wie ich allzu oft feststelle. Lieber legt man eine altbekannte Meinung, ein altbekanntes Schema auf und hängt sich faul an die Welle der Empörung dran. Dann ist der Beifall auch sicherer. Und mit dem Strom schwimmt es sich auch leichter. Wer war nochmal kritiklos?

Offene Fragen zwischen Schwarzer und mir bleiben: die Sache mit der BILD-Werbung (nicht die Kolumne! da gab es bereits ne Erklärung, die ich akzeptieren kann, die aber off the record stattfand und ich respektiere das, und gebe das nicht weiter). Ob ich ihr Buch “die große Verschleierung richtig interpretiere (sprich: es geht nicht darum, islamfeindlich zu sein, sondern um Wachsamkeit… siehe auch mein Text “Respekt ist eine Zweibahnstraße“). Und das mit der Pornografie ist zwar geklärt, aber wie Schwarzer zu BDSM und Co. steht, weiß ich auch nicht, das wäre mal noch interessant.

Also: natürlich konnte längst nicht alles geklärt werden. Aber das war auch nicht der Sinn des Gesprächs. Ich behaupte, EMMA und mich – und viele andere – verbindet mehr, als uns trennt. Das Gegenteil müsste erst bewiesen werden, und nicht umgekehrt.Das heißt aber auch, dass ich offen dafür bleibe, dass man mir das Gegenteil beweist. Ich bin ja weder der einen, noch der anderen Seite verpflichtet, sondern allein mir.

Stereotype

Der zweite Zwist-Faktor sind die von mir immer wieder diskutierten Stereotype. Ich habe den Eindruck, dass Julia denkt, ich würde Frauen und Männer als Gruppen denken. So Pinker-Style. Frauen können nicht gut einparken. Männer nicht zuhören. Oder so. Ich hasse die Pinker. Sie greift vorhandene Phänomene auf – statistische “Wahrheiten” – und onthologisiert sie. Statistische “Wahrheiten” greife ich auch auf, wenn ich sage “Männer nutzen Technik, Computer und Internet anders, als Frauen” – nämlich nach dem Motto “fix it and master it”. Frauen hingegen benutzen sie als “tool”, um Dinge zu erledigen. So wurde es einmal in einer repräsentativen US-Studie ausgedrückt. In meinem kurzen Vorstellungsvortrag von Netzfeminismus beim netzpolitischen Abend der Digiges greife ich das auf und versuche es mit der Analogie “Männer frickeln gern mit Linux, Frauen benutzen das praktische iPad” überspitzt zu bebildern. Mir geht es aber nicht um eine Affirmation dieser Rollenstereotype. Ich nenne sie, weil es sie gibt, weil sie ein bestehendes Phänomen sind – das ich aufbrechen will. Denn diese stereotyp unterschiedliche Herangehensweise an Technik hat folgen. Z.B. dass Nerdetten im einstelligen Prozentbereich rangieren. Dass Frauen im Internet weniger sichtbar sind etc… das kann alles lang und breit anderswo nachgelesen werden, dazu habe ich bereits viel geschrieben.

Julia wirft mir nun vor, ich würde solche Klischees affirmieren. Warum kann ich nicht nachvollziehen. Wie soll man etwas ändern, wenn man es nicht benennen darf? Das verstehe ich nicht.

Mit Lotterleben möchte ich gerne auf dem 28C3 einen Workshop anbieten, der die gesellschaftspolitische und die technische Dimension von Netzfeminismus zusammenbringt. Ich will Nerdetten und Feministinnen zusammen denken. Nach dem Vorbild der mir von Anne Roth näher gebrachten Genderchangers Stereotype aufbrechen. Deswegen thematisieren andere und ich auch immer wieder frauenlose Podien, die Gender-Gap in der Wikipedia, die Blogosphäre der Alphamännchen (sorry guys, ich mein das nicht als Vorwurf, sondern als Hinweis auf eine Unbalance – auf eine To-Do-Liste) etc etc…

Sex

Zum Schluss diese ganze Sex-Diskussion… Da poste ich auf netzfeminismus.org das Video zum re:publica-Vortrag von Jaclyn Friedman, der den Titel “How online feminist Activism is like the clitoris” trägt und bekomme ernsthaft von Julia Tweets, ich wöllte damit wieder den Streit zwischen klitoralem und vaginalem Orgasmus aufmachen. Hallo? Sie hat sich das Video offensichtlich nichtmal angesehen, wenn sie so reagiert. Dann wüsste sie, dass es nicht um Sex geht, sondern nur eine Metapher benutzt wird.

Und zum Schluss eine Frage an euch – ganz offen und ehrlich: habt ihr den Eindruck, ich und die Frauen hinter Netzfeminismus und bei Frau Lila machen einen Feminismus gegen und ohne Männer?

wirklich?

15 Kommentare

  1. Bernd sagt:

    Ich könnte diesen Femi-Spacken
    beständig auf die Fotze kacken.
    Und von lecker Kochkultur
    hamse Ahnung? Keine Spur!
    Hinter unrasierten Pussis
    verbergen sich die Ober-Tussis.
    Karriere ist da viel zu schwer
    drum muss schnell die Quote her
    der Penisneid treibt Femis an,
    denn sie haben keinen dran.
    Sie leben von den Männern nur
    Arbeiten könnse? Keine Spur!
    Femis weg! So lautet die Parole,
    denn sie wollen nur die Kohle…

  2. Khaos.Kind sagt:

    Nur damit hier was steht, so ganz ohne große Ausführungen oder Analysen:
    Ich habe nicht den Eindruck, dass du und die anderen Frauen* Feminismus ohne/gegen Männer* propagieren. Weder hier noch auf Netzfeminismus noch auf fraulila.

  3. Jadolin sagt:

    Gut und klar. Eine Replik im Web zu einem im Web ausgetragenen Konflikt.
    Dann würde ich aber davon absehen, mich in den ersten Sätzen davon zu distanzieren bzw. den Text kleinzureden.

  4. julia sagt:

    Moin!

    Ich finde das genau richtig, das im Netz zu diskutieren. Ich liebe es!

    Meine Meinung zu Schwarzer und der EMMA ist eine andere – und ich sehe nicht, dass in dem Interview Kritik geübt wird. Sich von einer Medienprofi-Platzhirschin vereinnahmen zu lassen, ist für mich nicht klug. Man muss wissen, wo die eigene Macht zu Ende ist. Aber was rede ich, ich mache gerade eine Hospitanz bei der FAZ. Nur zu Schwarzer, inhaltlich: Es ist ja nicht nur Kachelmann. Und Islam”kritik”.

    Und da kommen wir zum zweiten Punkt: Sex. Hier liegt wohl ein Missverständnis vor. Diese dumme Debatte um den vaginalen und den klitoralen Orgasmus interessiert mich nicht und ich kenne sie auch nicht richtig. Sie brandet ja immer wieder auf. Und es war auch richtig, klarzumachen, dass Frauen auch ein “Recht” auf einen Orgasmus haben sollen.

    Allerdings kenne ich kaum Männer, die das nicht möglich machen wollen. Viele können es einfach nicht. Viele wissen nicht. Und mit Herumgeheimnisserei und Gerede vom “weiblichen Sex” kommt man m.E. da nicht weiter.

    Bei meiner Kritik geht es darum, dass man aufhören soll, Männer und Frauen in Geschlechtsteilen zu sehen. In Science-Fiction-Filmen haben Leute manchmal auf ganz verrückte Weise Sex, ganz ohne Berührung oder mit Sexstrahlen oder sonstwie. Und in die Richtung geht auch meine Position: Sex/Orgasmus findet im Kopf statt. Bei Männern und bei Frauen. Männer sind mehr als Schwanz/Eichel, Frauen mehr als Muschi/Clitoris. Deswegen stört mich dieser “Clitoris-Pride”. Denn er fixiert biologische Unterschiede, wo es nicht nötig ist.

    Anstatt Vorurteile zu affirmieren, was diejenigen, die von diesen Stereotypen abweichen, nochmal diskriminiert, sollte man lieber Vorbilder benennen. Und Auswege, die aus der Hackerkultur selbst kommen, aufzeigen. Zum Beispiel hier, haecksen.org: How to encourage women to linux

    Um zum Schluss meine Antwort: rein ideologisch schon, wenn ihr nicht gewisse Zweite-Welle-Dogmen hinterfragt. Zum Beispiel den “Frauenraum”.

    • Katrin sagt:

      Sich von einer Medienprofi-Platzhirschin vereinnahmen zu lassen,

      ich lasse mich von niemandem vereinnahmen. Genauso wenig, wie ich mir vorschreiben lasse, mit wem ich wie zu reden habe.

      “Es ist ja nicht nur Kachelmann. Und Islam”kritik””

      Was denn dann? benenne es doch mal konkret. Idealer Weise mit Primärquellen.

      Und mit Herumgeheimnisserei und Gerede vom “weiblichen Sex” kommt man m.E. da nicht weiter.

      Die du wo genau nochmal bei mir siehst? Nochmal: du hast das Video nicht einmal angesehen, sondern einfach rumgebrüllt – ohne zu wissen, worum es geht. (BTW der Hauptgrund, warum es mir unheimlich schwer fällt, mich auf irgend eine Diskussion mit dir einzulassen. Für mich ergibt sich ein sich wiederholendes Muster von schlampiger Arbeit (sorry), bei dem ich keine Lust habe, es auszubaden. Was man nicht versteht, dazu könnte man auch einfach mal die Klappe halten, so lange, bis man sich informiert hat – oder wenigstens höflich nachfragen.)

      Danke für den Haecksen-Link.
      Kannte ich noch nicht.
      Aber ich sehe keine Differenz. Vorbilder als Lösungen = der zentrale Aspekt in dem von dir massiv getrollten Stereotype-Artikel im Freitag.

      Der Frauenraum ist zudem kein Zweite-Welle-Dogma, sondern ein (situationsabhängig manchmal sinnvolles) Mittel, um in einer Doing-Gender-Gesellschaft zweischrittig vorzugehen, um Geschlechter-Stereotype abzubauen: 1. Dramatisieren; zweitens Entdramatiseren. (siehe mein Artikel im Freitag zum Thema Piraten)

  5. julia sagt:

    Gleich mehr, aber ich nenne mal:

    Pornografie, Umgang mit pornografischen Inhalten im Netz, Prostitution. Warum soll ich mit Primärquellen belegen, dass Alice Schwarzer mal eine PorNo-Kampagne gemacht hat?

    Was soll das, Kadda?

  6. julia sagt:

    Kadda – ich bin gegen Clitoris-Pride, ist das nicht deutlich geworden? Warum soll ich dafür dafür das Video ansehen? Es hat doch gar nichts mit meinem Argument zu tun, außer, dass der Begriff verwendet wird. Sind meine Argumente nicht deutlich geworden?

  7. Christian sagt:

    Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht genau wie ich hier gelandet bin, finde die Art und Weise wie hier miteinander umgegegangen wird aber gut. Zwei intelligente Menschen die sich zivilisiert “ausquatschen” sind toll.

    Mir stellen sich aber Fragen: Wer oder Was ist Kadda?
    Wenn es stimmt (wie bei Wikipedia steht), dass im Feminismus mehrere auch unterschiedliche Strömungen zusammengefasst werden, warum streitet ihr dann darüber? Kennt ihr euch persönlich und hat das ganze weniger mit dem Inhalt, als mit anderen Sachen zu tun?

  8. julia sagt:

    Für mich hat es mit den Inhalten Männer, Pornografie, Sex, Prostitution, Diskurs zu tun. Wenn es irgendeine Kack-Kuh und nicht meine (ehemalige) Freundin Kadda (Katrin Rönicke) wäre, die solche Positionen vertritt, wäre es mir vermutlich egal.

    Weil ich weiß, dass im Bereich der Frauenpolitik / des Feminismus das völlig normal ist. Dass da eine Menge Frauen herumrennen, die gerne Netzsperren gegen Pornografie wollen und Pornos nicht mehr haben. Und die schlecht über Männer reden und diese nur zum Gespräch einladen, wenn sich die Männer zu den Frauen hinbegeben. Und denen ihr Lieblingsthema das Sorgerecht ist. Und die Männer als Verlängerung von deren Schwanz sehen, sonst als nichts (weswegen ich auch so gegen die Klitoris-Sichtweise bin). Und die in ihrem Frauenraum herumjammern, aber keine politischen Erfolge erzielen, sobald sie da rauskommen und ihre Forderungen erheben.

    Ich sehe in diesem Bereich Diskussionsbedarf, weil ich meine, dass in der Praxis da einiges schiefläuft. Theoretisch mag ja alles klar sein, das kann ja sein. Praktisch werden gute theoretische Dinge aber nicht mehr verstanden. Sprich, sogar mich kotzt das Gelaber vom weißen heterosexuellen (Mittelschichts-)Mann sowas von an, ich finde das einfach nur noch ideologisch.

    Ach ja, mein Einwurf zum Thema Sex wurde wohl nicht verstanden. Wie gesagt: Die Debatten zu vaginalem und klitoralem Orgasmus sind mir fremd. Und gegen den männlich-patriarchal-unterdrückenden Schwanz eine “Klitoris” zu setzen, finde ich falsch. Das konnte man vielleicht in den 70ern machen, als man sich noch gegen Schwänze wehren musste. Heute wissen Männer, dass auch Frauen einen Orgasmus haben. Und wenn sie schlechten Sex machen, dann liegt das auch daran, dass ihnen nicht gesagt wird, wie es besser geht.

    Davon nehme ich mich übrigens nicht aus. Ich sage auch nicht immer, wie es richtig geht.

    :) das war jetzt alles wieder zu flach, zu untheoretisch, ja zu pornografisch? Aber vielleicht muss man ja mal die persönlichen Beziehungen ansehen, und nicht immer nur Bücher?

  9. Christian sagt:

    Vielen Dank für deine Antwort, ich habe schon wieder was über mich gelernt. Ich bin anscheinend nicht nur ein Zugereister (Berliner) mit altbundesdeutschem Migrationshintergrund sondern ein weißer, heterosexueller (Mittelschichts-)Mann mit altbundesdeutschem Migrationshintergrund.

    ;-)
    Ihr zwei habt mein Interesse an (Netz-)Feminismus wirklich geweckt, ich werde mich da mal einlesen. Denn sowohl die Debattte um den weißen heterosexuellen (Mittelschichts-)Mann als auch die über klitorale und vaginale Orgasmen sind total an mir vorbeigelaufen.

    Julias letzter Kommentar liest sich logisch und sinnfällig, jedoch kenne ich Katrins Standpunkte (noch) nicht um mir ein Urteil erlauben zu dürfen.

    Außerdem kann ich nicht einschätzten auf wievielen Ebenen man Julias letzten Satz deuten und beantworten kann, ich denke er gehört allein Katrin und sie wird wissen wie er gemeint ist.

  10. julia sagt:

    Ich versuche es mal nicht mit oberflächlicher Sprache, sondern mit einer Art kleinen Anfrage:

    1) Soll man sich Pornografie widmen und wenn ja, wie?
    2) Kann man mit einer Klitoris einen Mann/Menschen ficken so wie mit einem Schwanz? (die Metapher in den Blick zu nehmen ist mir wichtig)
    3) Wie sollen Männer in den feministischen Diskurs einbezogen werden? Insbesondere typisch weiße heterosexuelle Macker?
    4) Siehst du Aspekte der Liebes-Beziehung du als relevant an für den Feminismus? Wenn ja, welche?

  11. julia sagt:

    Es wurde nun gefordert im Netz, ich solle “Klitoris”, “Schwanz” und “ficken” definieren. Ich hoffe, das ist hier ok, ansonsten poste ich es anderswo ins Netz.

    “Klitoris” ist ein Organ, das Frauen haben, das so ein Punkt für Lust ist. Es befindet sich so in der “Vagina” (was ich persönlich sage, verrate ich nicht). Ich würde mal schätzen, es ist das anatomische Gegenstück zur Eichel und zu noch mehr beim Mann. Genau kenne ich mich da nicht aus.

    “Schwanz” ist ein Vulgärausdruck für den Penis. Der Begriff wird aber auch als Schimpfwort oder rumpeliger Kosename (meist unter Männern) benutzt. Für Männer ist ihr Schwanz eine ziemlich wichtige Sache, (verständlicherweise). Männer sollen mit ihrem Schwanz sprechen oder ihm Namen geben (stimmt das?). Konkurrenz und Versagensdruck unter Männern verursacht die Größe des Schwanzes. Auch Erektionsprobleme mindern das Selbstbewusstsein. Wie auch “Eier” kommt dieser anatomische Bereich oft in (Macht)sprache vor “der hat Eier” “er steht seinen Mann” “das kriegen wir hart”. Der Schwanz wird gern zur Penetration verwendet, dabei sind zahlreiche Praktiken möglich.

    Ficken ist zum einen ein Begriff für “Sex haben”. Als Verb ist das hierarchiefrei. Wenn aber Person X > Person Y fickt, dann penetriert Person X > Person Y. Penetration muss nicht mit dem Schwanz geschehen, sondern geht auch mit dem Finger, der Zunge, einem Strap-On, geistig. Sprachlich wird Ficken in unterschiedlichsten Kontexten verwendet. “Den haben wir gefickt” kann man sich in Gangstersprache, Sportlersprache, Managersprache, … vorstellen. Und natürlich auf dem Schulhof! “Isch fick disch, Alter!”. Oder auch als Fluch: “Fuck” bzw. “Ficken, ey”.

  12. Jadolin sagt:

    Julia,
    ich sehe beileibe nicht, dass du dich auf die Diskussion, auf die Fragen von Kadda einlässt. Was ich hier lese, ist, dass du Kadda für Positionen vereinnahmst, von denen Kadda weiter oben eben schreibt, dass sie sie nicht vertritt. Das machst du zugegebenermaßen elegant und eloquent. Ich fände allerdings interessanter, wenn du tatsächlich zum Thema antworten würdest statt zu pauschalieren und in Sippenhaft zu nehmen

    Ich zitiere unten den Textbeitrag von dir, bei dem es mir am Augenfällgisten ist.

    Ist Kadda diese “Menge Frauen”, ist es “Schwarzer”. Sind diese “Menge Frauen” wirklich die Meinungsbildnerinnen zu denen du sie hochstilisierst?
    Ist kritische Diskussion mit Schwarzer aufgrund ihrer Medienerfahrung und ihrer PorNO-Kampagnen nicht mehr möglich? Kann man dann noch mit Julia Seeliger, von taz zu faz und Kampagnentier kritisch diskutieren und warum sollte manfrau?

    Du magst die Positionen zu Porno, Netzsperren, Sorgerecht, Schwanzverlängerern nicht teilen – aber könntest sie doch zumindest zulassen? hmm? Zumal es zig Leute gibt, die sich in die Pornodebatte werfen ohne einen Hauch feministischer Grundintention zu haben. Die werden dann mal eben den PorNo-Feministinnen zugeschlagen, ob das den Feministinnen passt oder nicht.

    Diese Verzweiflung und Ungeduld daran, dass gute theoretische Dinge nicht verstanden werden, teile ich, weil Politik mein täglich Brot ist. Da hilft aber meines Erachtens nur: weiter dicke Bretter bohren. Und auch mal auf Erfolge gucken – erste Ministerin Schwarzhaupt heute vor 50 Jahren oder Frauenwahlrecht oder Körperselbstbestimmung – und es zulassen, diese Erfolge zu feiern anstelle gleich wieder draufzukloppen.
    Oder um ein anderes Beispiel o/t zur Theorie und Praxis zu nehmen: Es ist auch in Deutschland seit 30 Jahren wissenschaftlich untermauert, dass geteiltes Lernen mehr Nachteile als Vorteile hat. Und hurra, jetzt scheint auch bei der CDU zumindest der Abschied vom dreigliedrigen System denkbar, mal gucken, ob sie sich eines Tages auch von ihrem gehätschelten Lieblingsgymnasium trennen. Als Bildungsforscher wär ich schon lang vor Frustration von der Brücke gesprungen.

    Warum sollte es im Feminismus anders sein?
    Und warum gehen bis heute so viele Feministinnen davon aus, dass Männer wild darauf sein, Macht zu teilen, wenns ans Eingemachte geht? Dein weißer heterosexueller Mittelschichtmann ist nun mal ebend ein augenfälliges Beispiel – wie Schwarzer=Feministin

    ——————-
    Weil ich weiß, dass im Bereich der Frauenpolitik / des Feminismus das völlig normal ist. Dass da eine Menge Frauen herumrennen, die gerne Netzsperren gegen Pornografie wollen und Pornos nicht mehr haben. Und die schlecht über Männer reden und diese nur zum Gespräch einladen, wenn sich die Männer zu den Frauen hinbegeben. Und denen ihr Lieblingsthema das Sorgerecht ist. Und die Männer als Verlängerung von deren Schwanz sehen, sonst als nichts (weswegen ich auch so gegen die Klitoris-Sichtweise bin). Und die in ihrem Frauenraum herumjammern, aber keine politischen Erfolge erzielen, sobald sie da rauskommen und ihre Forderungen erheben.

    Ich sehe in diesem Bereich Diskussionsbedarf, weil ich meine, dass in der Praxis da einiges schiefläuft. Theoretisch mag ja alles klar sein, das kann ja sein. Praktisch werden gute theoretische Dinge aber nicht mehr verstanden. Sprich, sogar mich kotzt das Gelaber vom weißen heterosexuellen (Mittelschichts-)Mann sowas von an, ich finde das einfach nur noch ideologisch.

  13. martin sagt:

    liebe katrin,
    nach diesem eindrucksvollen beispiel an “ich schaue es mir gar nicht an, bin aber felsenfest davon überzeugt, dass ich trotzdem weiß, was drin vor kommt, ich lese deinen blogeintrag nicht und wenn dann nur, um deine aussagen so zu verdrehen, dass ich möglichst unqualifiziert dagegen “argumentieren” kann, denn am liebsten lese ich mich selber, und ich lasse absolut keine andere meinung neben meiner zu, alle müssen sich meiner anschließen, sonst finde ich euch blöd” ist mir nun sehr klar, warum du das gespräch verweigerst. ich denke, ab einem gewissen punkt macht es dann auch keinen sinn mehr, da es nur unheimlich viel energie und zeit frißt. gewisse leute müssen ihr aufmerksamkeitsdefizit dann wohl irgendwie anders stillen.

  14. Angelika sagt:

    @Katrin – den haecksen-link habe ich zuletzt beim “kegelclub” gesehen
    (unten im beitrag bei den links und vor den kommentaren – http://kegelklub.wordpress.com/2011/11/04/eichhornchendebatten-howto-oder-hausaufgaben-fur-den-bundesparteitag-beta/

    (wobei ich mich nebenbei fragte, was dieser spezielle link mit diesem thema/dieses posts zu tun hat)

    @Julia – in ihren kommentaren hier ist sehr viel für mich zu lesen und u.a. emphatisch zu verstehen. vor allem eines : sie disqualifizieren sich selbst wiederholt durch ebendiese, da für mich z.b. kein respektvoller/dialog erkennbar ist, lediglich destruktives, zudem sprachlich ex-klusives verbal-/agieren ihrerseits.
    die beispiele befinden sich alle für alle hier mitlesenden und mitdenkenden in ihren posts.

    dasselbe gilt für den kommentar von @martin, der sich damit lediglich als sog. troll selbst disqualifiziert.

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