Ich habe da mal eine Frage

In meinem Beitrag über den Handy-Klau auf dem RAW-Gelände schreibe ich über Männer, die dort auf irgendeine Art in kriminelle Machenschaften verstrickt waren:

  1. der Mann, der mein Handy klaute
  2. der Mann, der mir helfen wollte, es zurück zu bekommen
  3. die Männer, die herumstehen und ihre Tascheninhalte (jede Menge geklaute Handys) zeigten

meine Frage: Wie stellt ihr euch diese Männer vor? Größe, Kleidung, Hautfarbe, Akzent, Haarfarbe usw… beschreibt mal, was für Bilder ihr im Kopf habt, wenn ihr den Text lest.
das ist nur der Anfang einer grundsätzlichen Überlegung. und ich bin dankbar, wenn ihr ein bisschen helft.

ihr könnt es in die Kommentare schreiben oder per Mail an mail(ät)katrin-roenicke(punkt)de

Flattr this!

14 thoughts on “Ich habe da mal eine Frage

  1. Meike

    Liebe Katrin,

    danke für diese interessante Frage, die sehr gut zu meinen Überlegungen zu einem taz.lab-panel passen, wo es um gerechte Sprache ging.
    Lustigerweise habe ich mir die Menschen zweimal anders vorgestellt. Vor dem Lesen Deiner Frage waren es für mich ganz neutral irgendwelche Männer. Sie hatten keine Haarfarben oder sonstige Eigenschaften. Ich stellte sie mir vor wie x-beliebige Clubbesucher. Der, der Dir „half“ trug Turnschuhe und war recht groß, seine Haare eher hell. Die anderen blieben eigenschaftslos.

    Erst nach Deiner Frage habe ich eine Assoziation zum taz.lab panel damit verknüpft und -schwupps- plötzlich hatten alle Männer einen Migrationshintergrund. Ich sahe dunkle Haut und um das ganze noch schlimmer zu machen: Sie waren ungepflegt.

    Aber nur, weil ich mir diese Frage stellen sollte. Und jetzt schäme ich mich für meine Assoziationen. :(

    Ansonsten übrigens mag ich den Text! Ich mag all diese Alltagsbeschreibungen von Dir.

     
    Reply
  2. Mal lieber anonym

    Das ist natürlich schwierig, denn wenn ich jetzt das statistisch durchaus wahrscheinliche Szenario in meinem Kopf abspiele könnte man mir gleich diverseste Ismen vorwerfen.

    So, nach lektüre des Textes die natürlich etwas voreingenommen ist hier meine Eindrücke:
    Der erste Mann: Groß, breit, bullig, Glatze, helle Haut, Jeans und T-Shirt, kein Akzent oder nur leichter osteuropäischer Akzent.
    Der „nette“ Mann: ca 1.75-1.80, schmal bis androgyn gebaut, dunkle Haare, gebräunte Haut, fein Züge, Jeans und Poloshirt/Hemd, kein Akzent.
    Die Handyanbieter: Diverse Nationalitäten. Südeuropäisch bzw arabisch wäre wohl zu auffällig, daher eher mittel/osteuropäisch. Eher klein, normal, unauffällig.

    Es ist schwierig das Ganze neutral zu sehen. Da schleichen sich die Stereotypen ein. Ich überlege jetzt, wie gerechtfertigt das ist.

    Prinzipiell, würde ich so eine Aktion planen, würde ich fürs Klauen eben jemandem nehmen dem man keine Schnelligkeit für den Handyklau unterstellt (also breit, behäbig) und jemanden der warmherzig und lieb aussieht um das Handy dann zu suchen.

     
    Reply
  3. tag

    In meinem Kopf haben die von dir beschriebenen Typen kurze Haare und Lederjacken. Akzent kann so ziemlich beliebig sein aber leider ist das Bild in meinem Kopf etwas rassistisch geprägt, d.h. intuitiv gehe ich von Nicht-Muttersprachlern aus.

     
    Reply
  4. Anne

    Mir geht es ähnlich wie den Vorrednern und ich finde es etwas erschreckend, wenn auch irgendwie nicht überraschend. Dazu muss man sagen, dass meine Vorstellungskraft bei Menschen in Geschichten eher gering ausgeprägt ist, es handelt sich eher um abstrakte Bilder.

    Also, der (vermeintliche) Handydieb vielleicht nicht direkt Ausländer, aber zumindest dunklerer Typ, vielleicht Migrationshintergrund, bisschen Akzent. Der Helfer eher deutsch, groß, darüber hinaus aber keine konkrete Vorstellung. Und bei den anderen wieder das gleiche wie beim ersten.

    Tjo. Und dann steht man da mit all seiner Toleranz (die ich mir jetzt trotz allem immer noch unterstellen würde) und fragt sich, von was sowas kommt. Denn eigentlich müsste ich es besser wissen.

     
    Reply
  5. loosy

    Ich hatte – obwohl ich die Gegend ja kenne und weiß, dass da viele schwarze Dealer rumstehen – tatsächlich beim Lesen die ganze Zeit über „weiße Deutsche“ im Kopf. Maximal als Du dann von den vielen verschiedenen Typen mit Handies schreibst, hätten da auch Leute mit Migrationshintergrund dabei sein können.

     
    Reply
  6. Bjoern

    1) Helle Hautfarbe, kraeftig, in diskogeeigneten Klamotten, keine Turnschuhe oder sowas. Nicht allzu zwielichtig aber auch nicht der nette Typ von nebenan..eher vom Typ Türsteher

    2) Fast wie 1) aber relaxt mit der Gewissheit der Überlegenheit. Da jeder seine Handys gezeigt hat wahrscheinlich kein ganz unbekanntes sonnenbankgebräuntes Gesicht.

    3) Eher vom Typ Rumlungerer, bisschen schlampig gekleidet, unterlegen, aus irgendeinem Grund drängt sich mir hier auch ein Migrationsgrund auf. Ich weiss nicht warum, wahrscheinlich weil nur aus der Ecke Kumpels mit mehr als ein zwei Handy’s habe. Kleiner und gedrungener als die anderen beiden

    Frau Roenicke stelle ich mir übrigens als relativ angeschickert mit etwas Kontrollverlust vor und bin mir auch nicht ganz sicher das das Handy am Ende nicht nur verloren wurde ;-) Den Zirkus mit dem Beamten hab ich auch schon durch, nur is mir ein Auto abhanden gekommen. Da ist wenig Motivation vorhanden.

     
    Reply
  7. Dirk

    Also bis zum Lesen dieses Blogeintrags hier hatte ich mir da gar keine konkreten Typen vorgestellt – jedenfalls nicht bewusst. Wenn ich mir das jetzt vorstellen soll – Mitte bis Ende zwanzig, Jeans, Trunschuhe, der ganz normale Kreuzberger oder Fr’hainer von nebenan. Als jemand, der zuweilen in der Gegend ist, kenne ich ein bisschen die Leute, die da rumstehen – die Schwarzen sind in der Regel Drogendealer, die gar keinen Bedarf haben, irgendwas zu machen, womit sie mehr Stress als unbedingt noetig bekommen koennten. Die, die Hehlerware verticken – Mountainbike fuer nen Fuenfziger? Hey, Willste haben?, die sind hier aufgewachsen.

     
    Reply
  8. Pingback: Results for week beginning 2015-04-27 | Iron Blogger Berlin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.