auf twitter will ich nur reinen Stoff

gut. ich bin geladen. vielleicht liegts an Weihnachten. oder an anderen Dingen, jedenfalls: Ja, ich bin unausgeglichen und aufgekratzt und leicht reizbar. Aber:

Geht’s noch sektuöser?!?
Als ich twitter den Rücken kehrte, war einer der Hauptgründe die Denunziationskultur dort und die Art, wie manche mit Leuten umgingen, die eine um 2 Prozent abweichende Meinung von der eigenen haben. Ich ging, weil ich das Gefühl hatte, dass nicht nur alles, was man sagt uminterpretiert wird, sondern dass dort in solch einem Maß social-medialer Druck erzeugt werden kann, dass sensiblere Gemüter die Schnauze halten. twitter aktiv zu nutzen hat meinen Gedanken Ketten angelegt…

aber das ist hier eigentlich egal. Die Emanzipation ist mir ja geglückt, um mich geht es nicht mehr. Ich hätte nur wahrlich nicht gedacht, dass mein etwas überempfindliches Sensorium über twitter derart deutlich untermauert und bewiesen werden könnte, wie es gestern geschehen ist.

Maike von Wegen ist eine taffe Frau. im Podcast Erscheinungsraum habe ich lange mit ihr über ihre Erfahrungen, ihre Lebenseinstellung und ihre politischen Ansichten debattiert und wenn man eines über sie sagen kann, dann dass sie mutig, unbequem und gerechtigkeitsorientiert denkt und handelt. Ja – handelt! denn im Gegensatz zu so manch anderen Gestalten schafft es Maike, ihren „Aktivismus“ über eine ständige Empörorgie auf twitter hinaus zu gestalten. Das ist ja heutzutage nicht mehr selbstverständlich.

gut. nun gibt es also aber eben diese Empöria und die sucht sich immer neue Betätigungsfelder und Methoden, um maximaler Beschämung und Denunziation zum Zwecke des eigenen besserwohl-Fühlens ausüben zu können. Legendär wurden vor exakt einem Jahr die sogenannten Creeper Cards auf dem 29C3. Und dieses Jahr sollen wir nicht ohne ein Weihnachtsgeschenk aus dieser Ecke ausgehen: Man richtete nun einen Account auf twitter ein, der einander „empfiehlt“, bestimmte Leute auf twitter „präventiv“ zu blocken, bevor diese mit schlimmen, pöhsen und – worst case! – der eigenen Ansicht widersprechenden tweets in Timeline oder gar Mention-Spalte auftauchen.

We perfectionized our denunziation tools! Yay!

und dieser sympathische Account empfiehlt nun also, Maike von Wegen zu blocken. Weil diese sich dafùr einsetzte, dass man für eine politisch zweifelhafte Petition NICHT zuallererst auf den Betreibern des Petitionsdienstes herumhackt. Das ganze kann in der Debatte um folgenden tweet nachvollzogen werden:

https://mobile.twitter.com/blockempfehlung/status/416213620536520704

es geht also um saubere Timelines für Leute, deren Leben sich derart auf twitter eingeschossen und zentriert hat, dass man es scheinbar nicht mehr aushält, in diesem öffentlichen Kommunikationsmedium mit Andersdenkenden konfrontiert zu werden.

Mein Punkt ist: ja, dieser Account namens Blockempfehlung ist grotesk lächerlich. Was müssen das für traurige Gestalten sein, die ihre eigene Bedeutungslosigkeit mit solchen Maßnahmen aufpimpen müssen. Mich erinnert das an meinen Nachbarn, der nie Gesellschaft – also Freunde zu Besuch hat – und der mir für die vor meiner Wohnungstüre stehenden Stiefel droht. Das sollte man in der Regel alles – wie sagt man so schön: Nicht mal ignorieren.

Nein – das Problem sind nicht die einzelnen Nachbarn, im Treppenhaus oder im Stream der Belanglosigkeiten. Das Problem ist diese Weltlosigkeit, die ich als um sich greifendes Phänomen jenseits von Einzelfällen wahrnehme. Weltlosigkeit – ein Begriff von Hannah Arendt und ich habe einen Draft in diesem Blog begonnen, in dem ich diesen Begriff ausführlicher beleuchten will. Das kommt noch, wird nachgeliefert. Aber ich will es trotzdem kurz erklären: bei Hannah Arendts Weltbegriff geht es um die gemeinsam von Menschen geteilte öffentliche Welt. Da geht es um Austausch und Pluralismus. Um das Miteinander im Denken und im Handeln. Es ist eine Art große Agora, wie die Griechen sie kannten. Und wozu ist sie gut? Sie ist ein politischer Raum, der dazu da sein sollte, ein Miteinander von Menschen zu ermöglichen. Dafür braucht es Kommunikation und Diskurs. Weltlosigkeit ist eine Verweigerung. Sie ist ein Statement gegen die gemeinsame Welt und für Arendt die Wurzel des Totalitären. Ein Abschotten. Und ich reagiere mittlerweile extrem empfindlich darauf, denn sie scheint angesichts der – verständlicherweise – überfordernden Komplexität sehr verlockend. Ansteckend.

Sie zeigt sich immer dann, wenn eine Person daherkommt und ganze zusammenhänge implodieren. Es ist nie nur die Schuld dieser einzelnen Person. Es ist das Phänomen der Ansteckung anderer, die plötzlich überall den Feind sehen. Es ist der Spirit des gegenseitigen Misstrauens, der Denunziation. Man beäugt die anderen nicht mehr als Teil der eigenen Welt, in der man sich wie die anderen als Menschen unter Menschen sieht, sondern nur noch auf mögliche Verfehlungen hin. die sofort angeprangert gehören. Man will in seinem Feminismus dann keine Leute mehr, die Critical Whiteness hinterfragen. Man will die „reine Lehre“. Man will seinen Stoff gefälligst ohne die störenden Sandpartikel im Getriebe. Auch wenn man ansonsten Sand im Getriebe total geil findet – aber nur, wenn man es selbst sein darf. und nur, wenn das widerspruchsfrei bleibt.

Weltlosigkeit ist keine Lappalie, sie ist der Anfang von Extremen und hat zerstörerische Kräfte. und deswegen weiß ich einfach nicht, ob ignorieren als Umgang damit wirklich noch reicht. Vielleicht könnten wir das mal debattieren.

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49 Gedanken zu „auf twitter will ich nur reinen Stoff“

  1. „es geht also um saubere Timelines für Leute, deren Leben sich derart auf twitter eingeschossen und zentriert hat, dass man es scheinbar nicht mehr aushält, in diesem öffentlichen Kommunikationsmedium mit Andersdenkenden konfrontiert zu werden.“
    Ich habe deshalb Popcorn auf dem Schoß und sehe mir das an. Der generelle Irrtum dieses Schulhof-Grüppchens, das gerade „nicht mit denen rumstehen, die stinken“ spielen, ist doch, dass sie aus der Welt draußen in ihr Medium flüchten und dort die Illusion von Handlungsmacht haben. Das Leben findet aber immer noch draußen statt.

    1. Du würdest also sagen: nicht ernst nehmen. Popcorn oder ignorieren.
      Right?

      So sehe ich das meistens auch. Ich frage mich nur langsam, ob das alles wirklich so harmlos und egal ist. Manchmal zweifle ich.

      1. Ich habe darüber genauso nachgedacht. Ich weiß es nicht. Wirklich. Was für deine Skepsis spricht:
        Es gab immer ideologische Strömungen, die militant und überdreht waren und Leute anzogen, die Halt und Orientierung suchten. Strömungen, die nicht ernst genommen wurden und plötzlich in ein politisches Vakuum sprangen und unübersehbare und spürbare Macht bekamen. Deren Protagonisten ebenfalls als vollkommen verdreht und alltagsunfähig galten und plötzlich an der Spitze eines Staatswesens standen.
        Was dagegen spricht:
        Das waren Bewegungen, die ihre mitlaufenden Unterstützer einer haltsuchenden, enttäuschten und von gesellschaftlichen Entwicklungen bestraften Masse fanden. Ich sortiere so was wie blockempfehlung eher in Richtung K-Gruppen und Maoisten-Gedöns ein. Das verwächst sich und ein paar werden damit auch komische Alte.

  2. Mich hat man auch ohne Begründung zum Blocken empfholen.
    Dahinter steckt wohl eher eine Art Strafbedürfnis, ein niederer Beweggrund einmal eine exemplarische Sanktion an Menschen zu vollführen, deren Ansichten einen nicht passen.
    Am erstaunenswertesten finde ich, das diese Leute sich auch noch irgendwie progressiv oder Links dünken. Als gäbe es nicht schon genug Gesinnungsdiktatur und Zensur auf der Welt, will man diesen Ist-Zustand noch weiter betonieren.

    Eigentlich tröstlich, das diese Figuren es nie schaffen werden, ihr Programm auch in der realen Welt durchzuziehen.

    1. Nö, du bist nicht unwichtig. Jedenfalls nicht für mich. Ich schmöker bei dir jedenfalls immer mit großem Gewinn herum.

      Dein Nachteil, in bestimmten Kreisen jedenfalls, ist wohl, dass du viel zu reflektiert bist, viel zu dialogorientiert und dich nicht für die Reinsterhaltung der reinen Lehre eignest. Du bist eine, so nenne ich das mal, „Selber-Denkerin“.

      Tja. Und das wird halt nicht überall goutiert. Und umgekehrt: Es gibt Menschen, die das umso mehr schätzen. :D

      1. Danke! Ich habe zur Zeit wenig Zeit zum Schreiben, und da ich mich aus den üblichen Konflikten raushalten will, auch wenig Themen. Muss mir vielleicht wieder einmal etwas überlegen.

  3. Ein Twitter-Account wie blockempfehlung: geschenkt. Auch wer dort zum blocken empfohlen wird: geschenkt. Wer so etwas abonniert und die Empfehlungen berücksichtigt, steht eh schon jenseits dessen, was ich als politischen Diskurs bezeichnen würde. Da ist es völlig egal, ob da jemand „gerechtfertigt“ oder „ungerechtfertigt“ auf die Schwarze Liste kommt.

    Spannender finde ich die Frage nach der „Weltlosigkeit“ dieser armseligen Gestalten. Die Diagnose der Weltlosigkeit halte ich für ziemlich zutreffend. Das bindet sie buchstäblich an die mittelalterlichen Sekten zurück, die sich in ihrem ganz eigenen Wahn von der Welt abschotteten.

    Doch aus dieser Diagnose ergeben sich einige Probleme. Eines hast Du bereits angesprochen: Wie relevant sind solche totalitären Sekten? Schwer zu sagen, aber ich denke, daß wir keine Situation haben wie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, in der totalitäre Ideologien wie Faschismus oder Stalinismus zu Massenphänomenen werden konnten. Aber ich gebe zu, daß ich auch in dieser Frage zunehmend ein gewisses Unbehagen verspüre.

    Vielleicht läßt sich diese Frage aber auch besser beantworten, wenn wir uns zwei andere Fragen stellen. Zum einen: Warum wirkt die Welt in ihrer ganzen Vielschichtigkeit und Uneindeutigkeit auf diese Menschen so bedrohlich, daß sie sich offensichlich gezwungen sehen, sich in eine solche Filterblase einzuschließen? Und die andere Frage: Warum findet trotz dieser Abschottung immer wieder eine Auseinandersetzung mit diesen geschlossenen Sekten statt?

    Auf die erste Frage habe ich keine befriedigende Antwort. Ich selbst neige recht schnell dazu, das Ganze zu pathologisieren, die Sektenauswüchse damit abzutun, daß zumindest die Wortführer in der Regel psychisch ziemlich gestörte Menschen sind. Doch das ist zu einfach. Selbst wenn dem so wäre, erklärte das nicht, warum es ihnen gelingt, Jünger zu rekrutieren, die ihre leeren Floskeln mit Verve nachbeten.

    Für die zweite Frage habe ich wenigstens ansatzweise Antworten. Diese Sekten treten immer als Häretiker auf (und oft auch als Missionare). Als Häretiker provozieren Sie diejenigen, die zwar auch irgendwie der Lehre anhängen (z.B. Feminismus), zu genervten Reaktionen, die dann wieder als Bestätigung dafür genommen werden, daß man mit seiner Häresie recht habe. Denn die genervten Reaktionen beweisen aus Sicht der Sekte schließlich, daß die anderen die eigentliche Sache verraten haben. Das ist ein sich selbst verstärkendes System, das sich so lange aufschaukelt, bis die Mehrheit die Nase voll hat. Im Mittelalter verfügte die Katholische Kirche dann über bewährte Mittel, mit häretischen Sekten aufzuräumen; in unserem aufgeklärten Zeitalter sind die Mittel begrenzter, goar net ignoriern, wie du vorgeschlagen hast, ist wohl das Einzige, was hilft.

    Wenn man Sekten aber noch nicht mal ignoriert, dann schalten sie in der Regel in den Missionierungsmodus um. Dann wird auf Diskussionsveranstaltungen, Camps, Kongressen aktiv getrollt; irgendjemandem, der die Trolle schon zu gut kennt, platzt irgendwann der Kragen, worauf diejenigen, die das Spiel noch nicht kennen, Mitleid mit den Trollen bekommen und schon hat man wieder die Diskussionen an der Backe, die man nicht wollte.

    Der Punkt daran ist: Mit dieser Strategie gelingt es den Trollen, die von Dir herausgestellte Weltlosigkeit der Sekte zu verbergen. Scheinbar findet nun ein engagierter Diskurs um Inhalte statt. Doch das täuscht: Für die Sektenanhänger steht das Ergebnis der Diskussion von vornherein fest. Für sie ist klar, daß am Sektenkatechismus nicht gerüttelt werden kann und darf. Gelackmeiert sind diejenigen, die meinen, es ginge wirklich um Erkenntnis. Sie werden in eine Pseudodiskussion verstrickt, in der es nie um den Abgleich unterschiedlicher Erfahrungen und einen gemeinsamen Lernprozeß geht, sondern nur darum, aus Sicht der Sekte die Schafe von den Böcken zu scheiden.

    Und genau dies ist des Pudels Kern. Wenn wir im Umgang mit unseren Sekten nicht zu den Methoden der katholischen Kirche zurückkehren wollen, müssen wir Diskursregeln aufstellen, die eine echte Diskussion ermöglichen. Und die kenntlich machen, wo eine Pseudodiskussion im Gange ist, um diese freundlich, aber bestimmt wegen erwiesener Ergebnislosigkeit einfach abzubrechen. Aber das ist so abstrakt natürlich leichter gesagt als in der konkreten Praxis dann getan.

    1. Ja. Der Account ist wirklich lächerlich. Das denke ich auch. Ich nehme ihn einfach, um ein grundsätzliches Dilemma zu zeigen.
      Danke für deine sehr interessanten Weiterführungen des Gedankengangs über die Weltlosigkeit. Mein Eindruck ist: alle erfolgreichen Aktionen laufen in der Tat darauf hinaus, diese Debatten aus den eigenen politischen Bereichen rauszuhalten. Wenngleich man dafür – und da wird es dann ein kleines Paradoxon – diese als solche erkennen muss. Und dann… Muss man ihnen eben doch erstmal begegnet sein… Sprich: ein Lernprozess mit den ihn anhaftenden Schmerzen.

      Deswegen braucht man vermutlich vor allem eine Tugend: Innere Ruhe, die eigene innere Mitte finden. Ausdauer und Langatmigkeit. Viel Zen also ;)

      Wünsche ein frohes ins neue Jahr rutschen und nochmal danke für den – wie ich finde – sehr klugen Kommentar!

  4. Ich schwanke ja auch immer zwischen „Ignorieren“ und „Dem muss ich was entgegensetzen“.
    Was ich wirklich bedenklich fand: Zuerst tauchte dieser total beknackte Twitteraccount in meiner Timeline auf und einige Stunden später dann eine Vergewaltigungsdrohung eines stadtbekannten Widerlings. Ich werde das Gefühl nicht los, dass dieser Typ sich durch blockempfehlung noch angestachelt fühlte, mal wieder marrodierend um die Häuser (resp. Twitteraccounts) zu ziehen. Ich bin der Meinung, dass es an der Stelle sogar wirklich sinnvoll ist, vor diesem „Netzvergewaltigungs“ Account zu warnen. Weil der sehr konkret Menschen bedroht. Und dabei sehr geschickt agiert. Nur ist blockempfehlung da sicher nicht das richtige Mittel. Weil es sektiererisch ist, weil es totalitär ist, weil es hoffentlich nie aus dieser komischen Filterbubble herauskommen wird und damit auch nur wenige der bedrohten erreicht. Dadurch, dass bei blockempfehlung neben wirklich ernsthaft bedrohlichen Accounts mehrheitlich einfach nur andersdenkende Accounts gelistet sind, ist es vollkommen nutzlos, diesen angeblichen Schutz zu bieten, den es vorgibt, bieten zu wollen.
    Ich denke, es ist die bisher wahrscheinlich entlarvendste Aktion dieser Sekte, aber fürchte, dass die Verlockung trotzdem bestehen bleibt. Und manchmal frage ich mich wirklich, ob diese Verlockung, dieses Abrutschen ins Totalitäre dem Feminismus nicht sogar immanent ist und was komplett neues her muss.

  5. @“Zuerst tauchte dieser total beknackte Twitteraccount in meiner Timeline auf und einige Stunden später dann eine Vergewaltigungsdrohung eines stadtbekannten Widerlings. Ich werde das Gefühl nicht los, dass dieser Typ sich durch blockempfehlung noch angestachelt fühlte, mal wieder marrodierend um die Häuser (resp. Twitteraccounts) zu ziehen.“ ——. Also in dem Fall: Hausbesuch mit mehreren Leuten und auf die Glocke, oder zumindest die Instrumente zeigen. Ganz handfest im real life.

    Btw: Das wirklich sehr erschreckende ist ja, dass wir da seit ein paar Jahren ja eine sich verstärkende, immer weiter eskalierende Entwicklung haben. Und auch die Tatsache, dass die sehr problematischen Persönlichkeiten, mit denen unsereins sich auf Blogs gerieben haben oft, auch wenn sie 28 oder auch 48 sind, von der übermittelten Bloggerpersönlichkeit her nicht den Eindruck machen, die ihrem Lebensalter entsprechende persönliche Reife zu haben. Hey, da hätte ich oftmals jemanden am liebsten an den Schultern gefasst, geschüttelt und angeschrien: „Benimm dich endlich wie ein Erwachsener!“. Die für mich offene Frage ist, ob Blogs und Twitter zunehmend zu Foren für Leute werden, die offensichtlich an Neurosen, Psychosen, Schizophrenie oder Asperger leiden.

  6. Ich denke nicht, dass man so ein Verhalten ignorieren kann und soll. Das Problem ist eher, dass man sich gegen solches Verhalten schwer wehren kann ohne sich selbst moralisch zu kompromittieren. Da muss man dann eher pädagogisch vorgehen und das in einem Textmedium mit Zeichenbegrenzung ist eigentlich utopisch. Da bleibt einem das Ignorieren dann eigentlich nur noch. Das finde ich aber unbefriedigend, denn das Verhalten dieser Menschen ist eklig und aus meiner Sicht Terror.

    Ich hab auf ADN ja gemeint, dass ein positives Menschenbild zu Terrorismus führt und hatte das Gefühl, dass mir auch die Zeichen fehlten. Also hier das Argument im kurzen Langen:
    Ein positives Menschenbild sieht den Menschen als besser als er ist. Es werden also Annahmen über menschliches Verhalten gemacht, die teilweise oder gar nicht erfüllt werden. Mit diesem Menschenbild baut man sich dann eine Wunschideologie und schaut sich dann die Leute an, die da so rumlaufen. Die sind aber Alltagssexisten, heimliche Nazis und sonstwas, also eben Menschen. Gibt halt alles und das schlechte genauso oft wie das Gute. Das soll aber nicht sein, denn in der Welt derjenigen mit dem positiven Menschenbild soll es solche Menschen nicht geben und man hat kognitive Dissonanz. Die kann man nun dadurch bekämpfen in dem man sich die Finger in die Ohren steckt (blocken). Das ist aber nicht perfekt, man bekommt doch immer wieder etwas davon mit, dass da draußen Leute sind, die nicht den selben Film haben wie man selbst. Da das nicht klappt, braucht man Kontrolle, also muss man aktiv werden. Dann empfiehlt man anderen zu blocken, man agitiert seine „Mitstreiter“, beschimpft Kritiker und greift zu sozialer Gewalt gegen diejenigen, die der eigenen Ideologie nicht entsprechen.

    Positives Menschenbild bedeutet übrigens nicht, dass das Idealisten sind. Idealismus hat ein Ziel, hier geht es um den Ausgangspunkt. Man geht davon aus, dass alle Menschen sich auf eine bestimmte Art verhalten sollten und setzt sie halt unter Druck, bis sie es tun. Idealismus ist eher, dass man weiß wie sich Menschen verhalten und daran etwas zum positiven ändern will.

    Um die Weltlosigkeit von Hannah Ahrendt aufzugreifen, denke ich, dass du da recht hast und dass diese Menschen, das Beste im Sinn haben und die Welt in ihrem eigenen Sinne zu einer „besseren Welt“ machen soll. Und weil die Menschen nicht so gut sind, wie man sie dafür braucht, muss man sie unter Druck setzen. Denn reden kann man mit jemandem, der die eigene Welt nicht teilt, ja auch nicht…

    1. Danke advi für deine Erläuterungen – jetzt kann ich das auch gut nachvollziehen wie das gemeint ist. Da ist sicher etwas dran. Und der Unterschied zu Idealismus ist irgendwie logisch.

      Ja. Es kommt immer wieder zurück auf die gleiche Feststellung: es mangelt an Pluralismus und Gunter Dueck hat das überzeugend als Ethnozentrismus bezeichnet.

      Das Dilemma, dass es gleichermaßen unmöglich erscheint, in online-Medien sinnvoll darauf zu reagieren und sinnvoll damit umzugehen – gleichzeitig aber auch unmöglich erscheint, alles immer wegzuignorieren bleibt. Leider.

  7. Moin moin,
    eigentlich wollte ich hier gar nichts zu sagen, aber ich machs jetzt einfach doch. Schliesslich wird mir hier ja nicht der Kopf abgerissen :P
    Nun, ich habe mich mit Critical Whiteness beschäftigt, die Mädchenmannschaft gelesen, 1 Barcamp besucht, und mit Leuten seit 1 Weile in Blogs, auf Facebook und Twitter diskutiert, und nenn mich von mir aus ne ahnungslose Stricktante die lieber auf Ravelry bleiben soll – aber dieses „Sektuöse“, von dem du sprichst, det seh ich nicht. Ich seh Anhaltspunkte worauf du dich beziehst und nehme es doch ganz anders wahr.
    So kanns gehen.
    Das war es auch schon.
    Wollt ich nur staten und nicht unbedingt diskutieren :) denn was gibts schon zu diskutieren, meine Wahrnehmung lass ich üblicherweise nicht von anderen Leuten diskutieren ;)
    Jutn Rutsch!

    1. Dir auch ein frohes neues Jahr.

      Nun, hier ist auch einiges an Aktivist_innen unterwegs. Ich selbst schrub drei Jahre für die MM und verließ sie dann aus gründen – zusammen mit zwei der Gründerinnen des Blogs. Und… Naja… Sagen wir es so: ich sehe schon, was ich schreibe. Ich denke mir das nicht aus.

      Ist auch nur eine Perspektive von vielen. Das ist mir klar.

      Ich sehe die Dinge durch meine Augen und ich glaube, dass das eine Perspektive ist, die wertvoll ist. Nicht die reine Wahrheit, aber ein Beitrag von vielen in einem Diskurs der vielen. Genau wie die Arbeit der vielen anderen. Es mag vielleicht nicht so wirken, aber ich halte ziemlich viel an abweichenden Meinungen aus und finde sie sehr bereichernd.*

      In diesem Sinne: cheers und danke für deinen Beitrag.

      * Nur wenn jemand den politischen Raum abschotten will, wenn denunziert wird und Leute mit sozialem Druck zum Schweigen gebracht werden sollen – dann reagiere ich sehr allergisch.

      1. Wirklich danke für deine offenherzige und respektvolle Antwort an mich. Ich hätte gedacht, die Fronten sind schon zu verfahren für sowas, freut mich natürlich, dass es nicht so ist, bzw. du einfach wirklich nicht so das Problem hast mit abweichenden Perspektiven.

        Ich hab mein Fazit dazu in mein Blog geschrieben, und es sieht im Prinzip so aus, dass die „Weltlosigkeit“, die du kritisierst, auch in meiner Sichtweise etwas ist, was stattfindet. Ich sehe aber auch Gründe, warum es stattfindet und warum es durchaus Sinn macht, punktuell oder sogar flächendeckend oder phasenweise „weltlos“ zu kommunizieren.

        Allein in deinem Beitrag ist auch schon einiges versammelt, was Leute, die „starken Tobak“ nicht abkönnen, gar nicht mal so ruhig und flockig lesen können. Sollen Leute aber aus ihrer Weltlosigkeit rauskommen, bräuchte es auch Rücksichtnahme auf deren Lebensrealität, und in diesem Sinne „verdrängst“ du auch Leute in die „Weltlosigkeit“, die du dann kritisierst.

        Ich habe mir auch lang überlegt, ob ich hier kommentieren soll, weil allein 3 Leute in deiner Kommentarspalte psychiatrische/psychologische Ferndiagnosen ausstellen und ich vor einigen Wochen (Monaten?) ebenfalls Objekt solcher laienpsychologischen Ferndiagnosen durch sogar die selben Personen wurde. Eigentlich wollte ich mich daher aus dem Blogumfeld von dir und che daher lieber raushalten.
        Allein isses nicht meine Art _über_ Leute zu reden, ohne auch _mit_ ihnen zu reden.

        Gruss + Thx für die positive Überraschung, auch wenn ich denke, wir werden was unsere politische Ansicht angeht nicht so unter einen Hut kommen.

          1. Danke fürs Nachtragen, ich dachte, mein Blog liefert automatisch einen Pingback hier ab. (Sollt es eigentlich tun, so ist das eingestellt, sobald ich wen in 1 Artikel verlinke).

        1. Weil ich gerade eigentlich zuhören muss- nur in aller Kürze:
          Mir geht es im Kern um die Erhaltung eines gemeinsamen politischen Raumes. Und um Pluralismus. Und um Respekt.
          Mir geht es nicht darum, anderen zu „verbieten“, sich Schutzräume zu schaffen, in denen man ohne ständiges Gepöbel an einer besseren Welt arbeiten kann.
          Dieser Text ist zB von mir: http://maedchenmannschaft.net/mannschaftspost-jetzt-mal-klartext/ und ich finde den nach wie vor absolut richtig.
          Also: das schließt sich für mich nicht gegenseitig aus. Und dennoch sehe ich, dass die Aktivitäten mancher Leute – etwa der neuen MM – häufig darauf abzielen, anderen (und ich schrub es oben im Text: häufig nur zu 2% abweichenden) Meinungen im feministischen Raum Knüppel zwischen die Beine zu schmeißen.

          1. Ich stecke natürlich nicht drin und war nie in der MM, noch nicht einmal Gastautorin, aber mir scheint, dass die „neue MM“ durchaus den „alten Grundsätzen“ und z.B. gerade deinem Text, treu bleibt. Nur halt im Sinn von „my feminism will be intersectional or it will be bullshit“.
            Dass dies innerfeministisch nicht immer kuschlig ist, muss eine logische Folge davon sein, jedoch ich würde das nicht als „Knüppel zwischen die Beine“ nennen.

    2. Hi Distelfliege,

      das Thema, dass Du da bestimmte Dinge diametral anders wahrnimmst als ich hatten wir ja schon einmal auf Deinem Blog. Ist ja auch nichts Schlimmes, stecken halt völlig unterschiedliche Lebensläufe dahinter. Ich bin nun seit gut 30 Jahren in linken Zusammenhängen unterwegs, und ich würde es aus meiner Erfahrung als zentrales Wesensmerkmal der Allermeisten dieser Szenen ansehen, dass Selbstzerknirschungsrituale, öffentlich bekundetes schlechtes Gewissen und festgelegte Sprachregelungen, die zensurhaft gebraucht werden einfach dazugehören und an ihnen Hierarchien festgemacht werden. Die Inhalte wechseln mit der Zeit, aber nicht die regressive Funktion. Früher war es mal wichtig, ob mensch Bullen, Bonzen und Schreibtischtäter statt Polizisten, Kapitalisten und Bürokratemn sagte, um als zur richtigen Seizte gehörig wahrgenommen zu werden, die ganz harte Fraktion bezeichnete all diese Leute durchgehend als die Pigs und sprach vom Schweinesystem, später waren dann das große I und klein mensch, wieder eine Weile später Triggerwarnungen und ** “ “ usw. die entscheidenden Duftmarken, an denen zu erkennen war ob jemand zu den Guten oder den Bösen (bzw. den noch nicht so Weiten, den noch zu Belehrenden) gehörte. Um Missverständnisse zu vermeiden: Ich halte eine Menge von einer diskriminierungsfreien Sprache, gebrauche diese auch selber in einem bestimmten Umfang. Ich habe jedoch nur allzu oft erlebt, wie bestimmte Sprachrituale zur Ausgrenzung und zur Selbstdistinguierung instrumentalisiert werden, und es ist natürlich immer klar, dass dabei die Bildungsfernen, die NichtakademikerInnen und schon gar die Leute ohne Abi auf der Strecke bleiben. Für ganze Gesellschaftsschichten werden linke Milieus durch so etwas abgeschottet. Ich habe nun selbst zum einen mit Industriearbeiterinnen zu tun, für die ich politische Bildungsarbeit mache und zum Anderen mit Leuten mit Fluchthintergrund – die reagieren auf diese politisch korrekte Sprache entweder ratlos oder lachen sich darüber schlapp.

      Ansonsten ebenfalls ein frohes Neues Jahr!

      1. Das brint mich noch auf eine Idee…

        Vorweg: Das weitere ist nicht persoenlich auf Che bezogen, ich weiss natuerlich nicht, was er/sie genau macht und moechte mit dem folgenden Beispiel explizit keine Wertung der im folgenden dargestellten Standpunkte (auf beiden Seiten) verbinden. Seine/Ihre Beispiele haben mich nur auf eine Idee gebracht.

        Also zum eigentlichen Thema: Viele dieser Diskussionen, so auch der obige Beitrag, drehen sich darum, dass man doch bitte bei Diskussionen *innerhalb* eines bestimmten Spektrums, hier des Linken, keine Sektierertum betreiben sollte. Das ist natuerlich wichtig und richtig. Aber das eigentliche Problem geht doch noch viel weiter.

        Stellen wir uns auf der einen Seite die ‚Bonzen‘ vor, welche *vielleicht* das politische Ziel verfolgen, eine noch mehr auf Selbstverantwortung gegruendete Gesellschaft anzustreben. Dieses Ziel muss man nicht teilen, aber es ist an sich nicht illegitim. Nun haben diese ‚Bonzen‘ ganz bestimmt das recht, eine(n) hypothetische(n) GewerkschaftsmitarbeiterIn im Bereich der Abzocke des Sozialsystems, also der vollkommen nutzlosen ‚Weiterbildung‘ und ‚Fortbildung‘ von Erwerbslosen, als ‚Schmarotzer‘ zu bezeichnen. Wie gesagt, diese Einschaetzung muss man nicht teilen, aber sie ist genauso legitim wie die Klage der Linken, welche das politische Ziel gleicher Teilhabe am gesellschaftlichen Leben fuer alle verfolgen, ueber die asozialen ‚Bonzen‘. Denn das politische Ziel ist frei waehlbar, das ist ja gerade das schoene an einer offenen Gesellschaft. Die Ziele der beiden Gruppen widersprechen sich, aber das macht eins davon nicht illegitimer als das andere. Der Wettstreit zwischen diesen Zielen heisst uebrigens ‚Politik‘. Ich weiss, Linke sehen das oft nicht so. Lustigerweise stimmen viele ‚Bonzen‘ diesem sehr wichtigen Konzept aber zu, selbst wenn sie als von ihren einen Zielen abweichendem Konzept konkret mit dem Kommunismus konfrontiert werden.

        Mit anderen Worten: Pluralismus, wie Kadda sagt, ist meiner Meinung nach die Grundlage jeder lebenswerten Gesellschaft, *weit* vor gleicher Verteilung der Gueter. Wer einen ‚gesellschaftlichen Fortschritt‘ (wohin auch immer? ‚Fortschritt‘ kann es immer nur in Hinblick auf einzelne Ziele geben, nie absolut) erreichen moechte, dabei aber Pluralismus und die Auseinandersetzung mit anderen Einstellungen unterbindet, der/die macht einen riesengrossen Fehler.

        1. @“Nun haben diese ‘Bonzen’ ganz bestimmt das recht, eine(n) hypothetische(n) GewerkschaftsmitarbeiterIn im Bereich der Abzocke des Sozialsystems, also der vollkommen nutzlosen ‘Weiterbildung’ und ‘Fortbildung’ von Erwerbslosen, als ‘Schmarotzer’ zu bezeichnen. Wie gesagt, diese Einschaetzung muss man nicht teilen, aber sie ist genauso legitim wie die Klage der Linken, welche das politische Ziel gleicher Teilhabe am gesellschaftlichen Leben fuer alle verfolgen, ueber die asozialen ‘Bonzen’. “ —– Ich finde das ein ziemlich Abwegiges und an den Haaren herbeigezogenes Beispiel. Wieso sollte Weiterbildung nutzlos sein? Es gab zwar so um 2000 die großen Geldverbrennungsmaschinen im Bereich der Bildungsträger, und es ist sicherlich sehr kritisierenswert, dass Arbeitsagenturen mit Vermittlungen von Menschen in Weiterbildungenihre Statistiken schönen, aber das Ziel, Aufstieg durch Bildung oder Arbeitsvermittlung durch Weiterbildung zu betreiben wird dadurch noch nicht ad absurdum geführt. Die Formulierung „eine noch mehr auf Selbstverantwortung gegruendete Gesellschaft“ finde ich dann halt auch arg ideologisch – bzw würde sie selber dann halt übersetzen in eine „noch mehr auf Intensivierung der unmittelbaren Ausbeutung und sozialen Verantwortungslosigkeit gegründete Gesellschaft“ übersetzen.

          1. Liebe(r) Che,

            verstehe mich nicht falsch, ich habe das nicht wertend gemeint. Aber ich denke, Deine Antwort zeigt auf eine interessante Weise ganz klar, was ich sagen wollte. Eigentlich muesste man da jetzt nichts hinzufuegen ;-)

            Egal ob Du oder Ich (ich habe explizit keine Wertung vorgenommen) der Meinung sind, dass etwas richtig ist oder falsch, ist es legitim, sich zu fragen, ob man a) einem bestimmten Ziel zustimmt oder b) eine bestimmte faktische Einschaetzung so sachlich richtig findet. Leider kommt in diesen und den meisten politischen Debatten fast alles diesbezueglich durcheinander.

            Erst zu b): Natuerlich kann man sich fragen, ob dieser gewerkschaftsdominierte Weiterbildungsmarkt nuetzlich ist zum Erreichen eines bestimmten Ziels, naemlich z.B. dem Ziel der Reduzierung der Arbeitslosigkeit. Dazu z.B. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/wege-aus-der-arbeitslosigkeit-mythos-weiterbildung-1950035.html Nicht dass ich dem voll zustimmen wuerde, aber es ist wichtig, das wertneutral zu verstehen, ob das faktisch etwas in Bezug auf ein gesetzes Ziel was bringt. Wenn das weniger bringt als das Geld anderweitig zu verwenden (und zwar nicht wenig) dann ist es kontraproduktiv. Leider kann man dieses rein wissenschaftliche Problem der Messung der Wirkung der Massnahmen in Relation zu klar definierten Zielsetzungen gerade in linken Kreisen nicht unabhaengig von den Zielen diskutieren. Einer der wichtigsten Gruende, warum diese Diskussionen immer so schnell dogmatisch werden. Denn wenn das Ziel (z.B. Politik soll sozialer werden) dogmatisch mit den Massnahmen (Steuererhoehung fuer Reiche, Investition ins Sozialsystem, etc) verknuepft wird, dann kann nicht mehr wertfrei ueber die Zweckhaftigkeit von Massnahmen diskutiert werden.

            Zu a): Was bitte ist an einem Ziel der groesseren Selbstverantwortung ideologischer als an seinem Gegenteil? Die Frage ist doch hier nicht, ob ein bestimmtes Ziel einer Ideologie entspringt oder nicht. Gerade wenn erklaerte Linke sich ueber Ideologie an anderer Stelle beschweren finde ich das immer sehr lustig.

            Das ist jetzt insgesamt ein lustiges Beispiel, aber das wichtige ist ja immerhin, dass wir das diskutieren, und eben nicht Du mich als Pig beschimpfst und als Ketzer ausschliesst (ob ich das bin oder nicht, denn ueber die von mir vertretenen politischen Ziele habe ich ja gar keine Aussage gemacht) und ich Dich nicht als … faellt mir grad nix ein … ist nicht so meine Art ;-)

          2. ähm, ich glaube, es ging mehr darum, ein Beispiel mit möglichst großen Gegensätzen zu konstruieren. Natürlich scheint es mir und dir vollkommen bescheuert, Weiterbildung nicht gut zu finden. Aber es gibt im Pluralismus eben auch andere Zielsetzungen und aus deren Sicht kann das halt einfach anders aussehen. Darum gings. Dass andere Zielsetzungen auch dann legitim sind, wenn ich sie für komplett bescheuert halte. Ich würde mich zum Beispiel auch immer für das Recht auf Religionsausübung einsetzen, obwohl ich Atheistin bin und die nicht-Säkularität dieses Staates heftig kritisiere.

      2. Hoi Che,
        Ja, das weiss ich.
        Ich finds dennoch – mal ab von Sprachregelungen – schon krass, wenn über Leute, die jemand nicht mal kennt, öffentlich psychologische Diagnosen gestellt und Spekulationen verbreitet werden. Ich finds immer wieder heftig, dass du bei sowas mitmachst.
        oO

        1. @distel da kann ich grundsätzlich zustimmen: sowas ist daneben. Ganz grundsätzlich gesehen.

          Aber ich sehe auch, wie sehr viele aus der betreffenden Gruppe öffentlich vieles von ihren Psychologischen Problemen preisgeben – Depression, Panikattacken und Essstörungen… Also so ganz aus der Luft gegriffen diagnostiziert ist das dann in manchen Fällen auch einfach nicht. Sondern recht eindeutig.

          Ob man das deswegen dann als Argumente nehmen sollte – ich weiß es ehrlich nicht. Schwierig ist es allemal. Denn eine Depression, eine Angststörung oder auch andere psychosozialen Probleme sind ja keine Ausschlusskriterien für respektvolle politische Debatten miteinander. Im Gegenteil: Pluralismus setzt voraus, inklusive Debatten führen zu können. Etwa auch: wenn jemand in die Debatte „Hitler!“ Oder „sieg Heil“ reinbrüllt, ggf darüber hinweggehen, als auf die Person einzudreschen – denn Tourettehttp ist wohl keine politische Haltung.

          Also jetzt mal ganz überspitzt ausgedrückt.

          Es ist aber auch gänzlich unpolitisch – I’m sorry – zu behaupten, weil ich die Positionen von Leuten politisch debattiere sei ich schuld an deren Panikattacken… Und das ist nun halt leider schon passiert. Da findet dann umgekehrt eine Vermischung statt, ich als ebenso unzulässig empfinde.

  8. Jede „revolutionäre“ Bewegung hat nötig die Moral für sich in Anspruch zu nehmen; man selbst umgibt sich mit Heiligkeit, während der Feind, die Herrschenden, die Unterdrücker verteufelt werden; das gehört zur Praxis solcher Bewegungen.

    Psychologisch interessant ist die Verschärfung dieser Praxis (die immer folgt), die Anwendung auf die eigene Gruppe: Jedesmal, wenn die Geistesgestörten, Radikalen usw. sich der Bewegung bemächtigen, folgen innere Säuberungen auf dem Fuß. Ehemalige Verbündete werden zu Verrätern, Konterrevolutionären oder Kollaborateuren, sobald der leiseste Verdacht auf sie fällt, der Revolution zu schaden, den undiskutierbaren Prinzipien der Bewegung zu widersprechen oder den Ansprüchen der Moral nicht zu genügen.

    Bezeichnend für diese Leute ist, ob sie nun Paulus, Robespierre oder Nadine Lantzsch heißen, der unbedingte Glaube an das (zukünftige – im Falle die Revolution siegt) Gute, die Tugendhaftigkeit der eigenen Mittel und Ziele und ein unstillbarer Rachedurst. Das Gute liegt, wie gesagt, in der Zukunft oder ist gar nicht oder nur von Wenigen erreichbar, in jedem Fall ist es eng begrenzt; die Welt und die Gegenwart hingegen werden als Gegensatz zum Guten wahrgenommen. Konsequenz daraus: Zerstörung der Welt, der Gesellschaft usw… also nicht Weltlosigkeit, sondern Weltfeindlichkeit.

    Wie man solchen Leuten Herr wird? Da solche Gruppen eine absolute Moral vertreten und damit tyrannisieren, hilft es sie zu psychologisieren, zu pathologisieren, sie moralisch zu diskreditieren, ihnen die Glaubwürdigkeit zu nehmen und sie von der Gesamtbewegung zu isolieren, also im Grunde alle Mittel anzuwenden, die sie auch anwenden, aber auf sachliche und glaubwürdige Art und Weise. :)

    Das bedeutet aber, dass man sich mal mit der eigenen Bewegung, sowohl psychologisch als auch historisch, auseinandersetzten muss, was aber in vielen Fällen dazu führen wird, dass man nicht mehr Teil einer solchen Bewegung sein wil.

  9. @Philip: Meine Antwort war ganz bewusst ideologisch formuliert – eine ideologische Antwort auf ein ideologisches Postulat, dem Gesichtspunkt geschuldet, dass der Kopf rund ist, damit Gedanken sich frei bewegen können. Was meinen eigenen Hintergrund angeht: Ich machte als Dr. magna cum laude Sozialhilfeempfänger eine Arbeitsamt-finanzierte Weiterbildung zum Mediendesigner mit, der ich meine weitere Laufbahn als Marketingmanager und Pressesprecher (bin ich beides heute nicht mehr, sicherte aber für 8 Jahre mein Auskommen) zu verdanken hatte und bilde heute u.a. als Freiberufler für ein gewerkschaftliches Bildungswerk ArbeiterInnen weiter, wobei ich weniger verdiene als SchrauberInnen am Band – die mir näher sind als die „digitale Boheme“.

    @ Distelfliege: Ich nehme mir Deine Kritik zu Herzen und denke darüber nach, vielleicht bin ich da ja auch viel zu weit gegangen, nur habe ich Leute (also wirklich Leute, nicht ein oder zwei Leut) persönlich kennengelernt, die mir gegenüber Reaktionen zeigten, die ich nicht anders als psychotisch bezeichnen kann und die interpersonell nicht mehr mit mir kommunizieren, aber bloggenderweise Dinge über mich absondern, die nicht stimmen und mich in ein Lager einsortieren, dem ich feindlich gegenüberstehe. Da stellt sich dann die Frage:Ignorieren, noch nicht mal ignorieren oder gegenhalten? Da bin ich noch zu keinem Schluss gekommen.

    @Kadda: Da haben wir sehr Vergleichbares erlebt. Ich möchte das auch noch mal auf das Leitmotiv zurückführen, das mich eigentlich bewegt: Den moralinsauren Ausschluss-Fundamentalismus, der in einem linken Milieu vorherrscht, dem ich immer noch angehöre, den ich aber seit nunmehr 25 Jahren bekämpfe.

    1. Liebe(r) Che,

      ich persönlich glaube nicht, dass das von mir benutzte (und wie schon gesagt, nicht zu Eigen gemachte) Ziel der größeren Selbstverantwortung nur ideologisch verständlich ist. Natürlich ist es oft Teil einer Ideologie, aber ich glaube nicht, dass das logisch notwendig ist. Aber Du bist Dir ja der Tatsache bewusst, dass Deine Argumentation teilweise ideologisch ist, das finde ich gut, und das ist ja auch nicht notwendigerweise etwas schlechtes, solange man seine Ideologie nicht absolut stellt.

      Ich muss abseits der inhaltlichen Diskussion aber glaube ich nochmal dazu sagen, dass ich das Gefühl habe, dass Du das von mir im Ausgang gewählte Bild immer noch auf Dich selbst beziehst, und ich wollte noch einmal sagen, dass das wirklich nicht die Absicht war! Das tut mir wirklich leid, ich finde es sehr interessant, was Du schreibst und auch über Deinen Werdegang berichtest, und ich wollte wirklich keinen Rechtfertigungsdruck erzeugen ;-) Dein Beispiel mit den Bonzen hat bei mir im Kopf nur so ein Bild eines wundervollen Gegensatzpaares erzeugt, ganz unabhängig von Dir ;-)

    2. Ach Distelfliege, eine Ergänzung noch, die vielleicht auch manches von mir Geschriebene in einem anderen Licht erscheinen lässt: Ich bin ständig in neurologischen/psychopathologischen Denkwelten unterwegs, überlege schon bei Rasern, Dränglern,Rechtsüderholern und Hupern im Straßenverkehr oder Leuten, die häufig Parkunfälle bauen, ob da ADS oder Tourette dahintersteht und wende solche Überlegungen auch auf mich selber an. D.H., ich habe mir schon die Frage gestellt, ob ich in meiner Kindheit ADSH hatte ohne dass das diagnostiziert wurde und wie anders mein Leben verlaufen wäre, wäre das behandelt worden. Von daher ist es jedenfalls kein andere Leute pathologisieren und mich selber von der Pathologie ausnehmen was ich da betreibe.

      1. Äh Che, Du übertreibst maßlos! Tourette- oder ADHS-Leute würden gar keinen Führerschein bekommen. Habe ja mal in einer Psychatrie gearbeitet, und wirklich, die Leute da haben völlig andere Probleme.

        Btw dass imho Leute in der diesseitigen Blogosphäre unterwegs sind, die ganz offenkundig psychische Schwierigkeiten haben und das auch bekunden (Angstzustände, Panikattacken, Magersucht, Alkohohol- und Drogenprobleme) ist allerdings offensichtlich und hat nun wiederum nichts mit Pathologisieren zu tun.

        1. @Netbitch, gut, darauf können wir uns einigen.Ich meinte das allerdings auch eher in dem Sinne, das bestimmte Alltagsverhaltesweisen, die z.B. im Straßenverkehr zu Tage treten, ZÜGE von Tourette oder ADHS haben, nicht im Sinne komplexer Störungen. Aber Du verstehst mehr von dieser Thematik, ich bin da eigentlich interessierter Laie ohne wirklichen Peil.

  10. “ Ich ging, weil ich das Gefühl hatte, dass nicht nur alles, was man sagt uminterpretiert wird, sondern dass dort in solch einem Maß social-medialer Druck erzeugt werden kann, dass sensiblere Gemüter die Schnauze halten. twitter aktiv zu nutzen hat meinen Gedanken Ketten angelegt…“

    genau dieser Druck, die sprachliche Gewalt mancher Menschen, die dort schreiben, der Wunsch, sensiblere Gemüter zu schützen, hat offenbar zu diesem Account geführt. Man kann über Blockempfehlungen, -aufrufe etc. gerne diskutieren. Auch halte ich für kritisch, wer dabei empfohlen wurde. In der Diskussion aber zu ignorieren, dass dieser Account offensichtlich der Versuch ist, eine weniger gewaltvolle Umgebung für diejenigen zu schaffen, die von bestimmten Seiten hart befeuert werden, ist unterkomplex und problematisch. Und an dieser Stelle Arendt zu zitieren, ist mit Kanonen auf Spatzen schießen.

    Liebe Katrin, Du hattest Deine Gründe twitter zu verlassen. Deswegen ist aber nicht alles, was Du dort dennoch immer noch beobachtest, ein reiner Beleg Deiner Thesen. vielleicht übersiehst Du in Deiner Wut einfach, dass dort manche Menschen versuchen, sich ihren Raum zu erhalten. Das ist weder totalitär noch sektenartig. weder eingeschossen noch zentriert. vielleicht aber manchmal verzweifelt und vor allem verletzt. Der überwiegende Teil der Empfehlungen betrifft Leute, die hetzen, die verletzen, die stalken, sich auf bestimmte Menschen (insbesondere Frauen) eingeschossen haben. die genau diese Gewalt ausüben, von der Du am Anfang Deines Blogbeitrages sprichst. Du hast Twitter deswegen verlassen, andere suchen verschiedene Wege, um dort bleiben zu können.
    Vielleicht informierst Du Dich in Zukunft wieder ein wenig über den Kontext dessen, worüber Du schreibst. Das wäre schön. Denn Schwarz-Weiß denken war ich bisher von Dir irgendwie nicht so gewohnt.

    1. „genau dieser Druck, die sprachliche Gewalt mancher Menschen, die dort schreiben, der Wunsch, sensiblere Gemüter zu schützen, hat offenbar zu diesem Account geführt.“
      @Kathy: Aber nun hat es dazu geführt, dass der sensible Mensch Ich twitter verlässt. Ich habe insegsamt meinen Raum im Netz verlassen. Weil ich seit drei Tagen weine und unter körperlichen Schmerzen leide, die mich vom Schlafen abhalten. Ich bin innerlich verkrampft wie ein Felsen. Und ich will nicht mehr zu facebook, twitter oder sonst wohin. Stattdessen muss ich meiner Tochter erklären, dass ihre Mutter weint, weil jemand im Internet gemein zu ihr war.
      Wenn dieser Account einen Sinn hat, dann war es also, MENSCHEN WIE MICH zu schützen. Aber ich wurde angegriffen! Und ICH will jetzt gehen. Diese Dame, die nicht einmal mit Klarnamen veröffentlicht, arbeitet sich derzeit an mir ab. Inzwischen wirft sie mir vor, ich würde trans- und homophobe Ansichten verharmlosen. Das ist schlichtweg gelogen. Geht nicht aus irgendeiner Diskussion bei twitter hervor und schon erst gar nicht aus meiner Arbeit, die man nachlesen kann. Das hat sie nicht. Sie hat gar nichts gelsen. Und weigert sich auch, mein Buch anzunehmen. Sie recherchiert also nicht einmal, wen sie da anprangert, sondern sie verurteilt mich blind aus persönlichen Gründen, die ich nicht einmal nachvollziehen kann.

      Wo ist jetzt der Schutz? Für wen? Weiso? Wieso musste man Menschen vor mir schützen? Und wieso ist es so schwer einzusehen, dass ich diejenige bin, die hier nun diskrimiert wurde?

      Hier ist dieser Blogbeitrag von ihr, wo sie mich auch in den Kommentaren weiter fertig macht. Falls es hier schon geteilt wurde, möchte ich mich entschuldigen. Ich kann leider nicht mehr wirklich aufmerksam allem folgen. Ich habe mir eigentlich verboten, irgendetwas im Internet zu tun. http://aplusplusranting.wordpress.com/2013/12/28/blockempfehlungen-und-solidaritat/

    2. @kathy Tut mir leid, aber mein Verständnis ist gerade auch an seine Grenzen gelangt.
      Mir fehlen da jetzt schlicht die Worte.

      bei Distel sehe ich, dass man zwar unterschiedliche Perspektiven hat – aber irgendwo ist halt Dialog. Kritischer Dialog. Aber man setzt sich auseinander. Mit diesem verbalen erhobenen Zeigefinger hingegen kann ich nichts anfangen.

      Vor allem angesichts dessen, um was es hier geht. Vielleicht wird das ja irgendwie nachvollziehbarer, wenn man sich mal in Maike reinversetzt.

    3. Wenn man selber denkt das man von einer Meute gehetzt wird und dann meint man müsste einen Account mit Blockempfehlungen betreiben auf dem man sich gegenseitig vor Mitgliedern dieser Meute warnt ist es aber äußerst kontraproduktiv auf einem offenen Account wahllos Usernamen unter den Etiketten „Masku, Nazi ….“ anzuprangern.
      Ein geschlossener Account mit Einladung an Betroffene zu folgen hätte den von Dir unterstellten Effekt genauso gut erzielt ohne den Beigeschmack „Pranger“.
      Das ist genau das Gleiche wie ein Vortrag auf einer Parteiveranstaltung, der öffentlich gestreamt wird, über solche „Hetze“ bei dem man sich nicht darauf beschränkt die „Hetze“ darzulegen sondern die Usernamen präsentieren muss.
      Beides hinterlässt einfach nicht den Eindruck das es darum geht etwas aufzuzeigen bzw. sich gegenseitig zu helfen sondern einfach nur User zu diffamieren und öffentlich blosszustellen um ihnen ebenfalls eine Meute auf den Hals zu hetzen.
      Verhalten, das man bei anderen kritisiert, sollte man sich nicht selber aneignen sonst macht man sich einfach unglaubwürdig.

  11. Wieso müssen eigentlich solch fortschrittlliche Erfindungen wie Web 2.0 benutzt werden, um sich Sandschaufeln über die Köpfe zu hauen? So empfinde ich das. Mobbing auf Kindergartenniveau. Und so wie ich das mitbekomme scheinbt die Maike niemandem was getan zu haben.

  12. Bravo.

    Vergleichbares findet sich ja nur in der Hardcore-Ecke bei Sekten und den Extremen. „Mir denen reden wir nicht und ihr solltet das auch nicht tun!“

    Und die Piraten. Was ist bloss aus den Piraten geworden? Wie ich sehe unterstützt Simon Weiss diese „Aktion“. Ich entziehe ihm hiermit symbolisch meine Zustimmung aus der Wahl zum letzten Abgeordnetenhaus von Berlin auch wenn das hier dafür kein passender Ort ist.

    1. Schon mal was von „Feindbeobachtung“ gehört? Also ich würde nicht gleich automatisiert von Followerschaft auf Unterstützerschaft Schließen – wäre ich auf twitter aktiv, würde ich vielleicht folgen um die neuesten Schandtaten nicht zu verpassen. ;)

      1. lies mal die TL von Simon Weiss, z.B.

        https://twitter.com/pfadintegral/status/416893466145480704

        aka „Die Anderen sind aber schlimmer und haben angefangen“

        Ich würde mir jedenfalls auch eher Popcorn besorgen als Sorgen machen (siehe Umfragen und Wahlergebnis). Es ist ein Kindergarten. Das einzig wirklich traurige daran ist das der rumfliegende Sand durchaus auch mal in den Augen vorbei laufender Menschen landen kann und reale Tränen erzeugt :(

  13. @Philip:Ich nehme da gar nichts persönlich und empfinde Dich auch nicht als Jemanden, der mir Übles will. Nur bedient das von Dir benutzte Bild halt Einiges, mit dem ich mich im realen Leben so beschäftige und Konflikte, in denen ich selber stehe. Und da habe ich dann etwas weitergedacht, das ist Alles. Bei all diesen Debatten steht für mich Erkenntnisgewinn im Mittelpunkt, und gegenseitige Achtung der Diskutierenden sehe ich als Voraussetzung der Diskussion an.

  14. Tja, liebe Katrin Roenicke

    Nun geht die Saat dessen auf, was man in den Geschichtsbüchern mal als „Bücherverbrennung“ bezeichnet hat. Ein, in sich geschlossener Kreis von Faschist_innen, der selbstreferenzierend um sich selbst dreht. Früher nannte man das mal Narzissmus.

    Abstoßend, finde ich.

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