Beschneidungsdebatte Meta

Ich gehe mit der Ambivalenz hausieren

Die Aufmerksamkeit, die meinem Blog heute zuteil wird, könnte ich nutzen, um in der Debatte um das Thema Beschneidung einen sehr polemischen Beitrag zu platzieren und meine Zugriffe damit vermutlich ins unermessliche zu steigern. So wie viele andere das im Moment scheinbar gerne tun.

Aber ich möchte gerne die nachdenklichen Töne anstimmen, nicht die kreischenden. Für mich stellen sich in der Debatte vier entscheidende Fragen, deren Antworten einander widersprechen. Sich widersprechende Antworten sind für mich oft ein Hinweis darauf, besser erstmal die Klappe zu halten. Wenn es etwas widersprüchlich und ambivalent wird, schlagen aber gerade die, die mit den einfachen Antworten hausieren gehen, besonders gerne zu. Also versuche ich es mal mit der Ambivalenz.

Frage 1: Welche Rechte muss ein Staat denjenigen garantieren und sie für sie auch durchsetzen, die sich noch nicht selbst verteidigen können?

Frage 2: Ist die Beschneidung eines Babyjungen ein Eingriff in seine körperliche Unversehrtheit?

Frage 3: Wie viel Freiheit beinhaltet die Religionsfreiheit und wessen Grenzen müssen ihr Gegenüber gewahrt werden? Wer muss diese Grenzen setzen?

Frage 4: Welche Konsequenzen hat eigentlich das Urteil vom 07.05.12 und wollen wir so die Dinge miteinander verhandeln in dieser Gesellschaft?

Der Staat und sein Eingreifen in die Privatsphäre

Wie viel staatliche Einmischung in die Erziehung ist legitim? Hui ja – generell ein sehr heißes Eisen. Die einfache Antwort lautet: Wenn Eltern die körperliche Unversehrtheit ihrer Kinder verletzen oder aufs Spiel setzen, dann muss man die Kinder davor schützen. Ist eine Beschneidung ein Eingriff, der das körperliche Wohl der Kinder gefährdet? Googlet ruhig selbst, wie die Statistiken dazu aussehen: Wie oft entstehen Entzündungen? Was für Folgen kann der kleine Schnipp haben usw… Aber ist dann nicht auch folgendes Verhalten zu bestrafen: Kinder auf Bäume in solchen Höhen klettern lassen, in denen ein Runterfallen ziemlich direkt ins Krankenhaus führen würde?

(Einwurf von ekelias und anderen auf twitter: Das ist ein hinkender Vergleich, weil das eine ein direkter Eingriff ist, das andere indirekt stattfindet und ja tatsächlich durch die Kinder selbst entschieden wird. Das Problem war, dass ich gerne veranschaulichen möchte, es aber keine geeigneten Beispiele für direkte Eingriffe gibt, die nicht eindeutig strafrechtlich verfolgbar sind, weil Missbrauch etc… Also wich ich aus auf das passive Inkaufnehmen von Verletzungen etc…)

Ein weiterer Punkt: Es ist grundsätzlich schwierig, wenn Eltern für ihre Kinder entscheiden, was für eine Religion sie haben sollen. Religionszugehörigkeit sollte eine freie und selbstständige Entscheidung sein – die kann wohl kein Baby treffen. Das verknüpft mit der Tatsache, dass die Kinder, die sich nicht frei dafür entschieden haben, dann auch beschnitten werden – das ist schwierig. Erwartungsgemäß entzünden sich genau hier die Gemüter. Erwartungsgemäß hören hier die meisten auf mit dem Denken. Denn scheinbar ist ja alles gesagt. Doch…

Körperliche Unversehrtheit

Weiter in der Meta-Debatte: Was ist eigentlich körperliche Unversehrtheit? Und wie ist sie zu gewährleisten? Mir hat man mit 4 Jahren Ohrlöcher gestochen – ist das schon ein Problem? (Natürlich nicht, und das ist eine rhetorische Frage: Ich will nur damit die Frage stellen, wo wir anfangen, die körperliche Unversehrtheit als *einklagbar* zu sehen, und wo es für uns kein Problem ist, wenn sie gefährdet wird). Wie weit dürfen Eltern ihre Kinder experimentieren lassen – siehe das Baum-Beispiel – wenn dabei die körperliche Unversehrtheit auf dem Spiel steht?

Kurzum: Ich glaube nicht, dass die körperliche Unversehrtheit ein Zustand ist, den wir Kindern garantieren können. Sie werden bei unzähligen Entscheidungen übergangen, die ihr körperliches Wohl potentiell gefährden. Wir setzen sie in Autos – ungeachtet der Unfallstatistiken. Wenn wir sie auf die Welt bringen oder holen, werden nicht selten medizinische Mittel angewandt, die ich als Geburtshaus-Gebärende gruselig finde – die Babys werden nicht zu ihrer Meinung gefragt, ob sie gerne in Wehenmittelchen baden… Wir greifen ständig in ihr Leben ein. Die hysterische Impfdebatte, die sich im Kern um Impfschäden dreht, ist nur ein Beispiel von vielen. Ständig entscheiden wir Erwachsenen über ihre Köpfe hinweg und die seelischen und psychischen Folgen unserer Entscheidungen sind uns selten eine Medienhysterie wert – dabei liegt hier auch sehr viel Brisanz. Der Unterschied ist: Die Beschneidung ist vermeidbar. Sie ist eine Entscheidung aus religiösem Gesinnen heraus – deswegen ist sie Leuten, die Religion kritisieren, sehr suspekt. Mir ehrlich gesagt auch.

Aber wenn ich noch ehrlicher bin, dann ist mein erzieherischer Glaube, der mehr Risiken für meine Kinder und mehr Glaube an ihre Eigenverantwortung (und ein bisschen an ihre Schutzengel) beinhaltet, für andere (Helikopter-)Eltern wohl auch komplett verantwortungslos.

Die Religionsfreiheit

Kurzum: Wenn die Religion mir die Freiheit lässt, komplett lasterhaft und sündig zu leben, wenn sie nicht versucht, Politik zu machen und mir damit mein Leben und meine Meinungsäußerung zu nehmen; wenn sie auch unschuldigen, nicht wehrhaften Personen ihre Grundrechte einräumt – bitte, dann kann ich mit der Ausübung der Religion leben. Das heißt nicht, dass ich diese nicht kritisiere. Ich kritisiere Religion phasenweise sogar recht gerne, vornehmlich die drei großen monotheistischen, die kenne ich am besten und die tangieren am meisten mein Umfeld. Denn das ist meine Meinungsfreiheit und das müssen sie abkönnen. Sie stufen mein verhalten ja auch als sündig ein – womit wiederum ich leben kann. SO weit, so einfach.

Nun ist die Ausübung der Beschneidungspraxis ein Eingriff an Menschen, die noch nicht selbst… und so. Sagte ich ja weiter oben schon. Das macht es komplizierter. Hat da die Religionsfreiheit eine Grenze erreicht? In meinen Augen schon. Aber… ja: es gibt immer ein Aber. Was mir fehlt um die Sache als eine Grenzüberschreitung zu labeln ist das (nachträgliche) Ablehnen derjenigen, um deren Grenze es sich handelt. Anders gesagt: Während die Beschneidungsproblematik bei Mädchen ja gerade durch diese selbst thematisiert wird, meistens, wenn sie erwachsene Frauen sind, sind es hier StellvertreterInnen, die für nicht zustimmungsfähige Personen die Stimme ergreifen. Wo sind die jüdischen oder muslimischen Männer, die sich aufregen, dass man ihnen als Kinder ihre Vorhaut geraubt hat? Genau – sie fehlen. Sie werden auch gar nicht gefragt, wie sie zu der Sache stehen. Die ganze Debatte dreht sich und dreht sich um Grundwerte und Grundrechte; um Verantwortung und Wahlfreiheit.

Konsequenzen und Ausblick

Die Konsequenzen des Urteils sind, dass Beschneidungen in Deutschland nun im Grunde illegalisiert sind. Von einen Tag auf den anderen. Ohne gesamtgesellschaftliche Debatte. Einfach so. Punkt. Das ist ein riesiges Problem. Eine tiefergehende Auseinandersetzung mit der juristischen Problematik, dass hier ein StrafrechtsUrteil gefällt wurde, findet sich bei den Ausrufern: Wie wenig geeignet Strafrecht ist, kulturelle Konflikte zu lösen: von der Majestät des Gesetzes, flinken Wieseln und schlauen Füchsen

In meinen Augen stehen wir vor genau zwei Problemen: Wir haben verfassungsrechtlich in Hinblick auf die Grundrechte eigentlich eine recht eindeutige Lage. Aber diese Lage gibt uns zum aktuellen Zeitpunkt nicht das Recht, religiöse Praxen so einschneidend zu untersagen, wie es geschehen ist. Keine Frage: Als Humanistin bin ich recht entschieden gegen die Praxis, Kinder ohne ihre Zustimmung zu beschneiden. Aber als kulturell denkender, empathischer Mensch weiß ich: Das ist eben meine Meinung, aber sie mittels Strafrecht und mittels Politik anderen aufzwingen zu wollen, das läge mir doch recht fern. Nein – so will ich das nicht verhandeln in dieser Gesellschaft, denn das schafft nur Gräben.

Was wir also brauchen ist eine Debatte über die Grundrechte von Kindern und ihr Verhältnis zu anderen Grundrechten, und zwar denjenigen, die ihre Eltern und andere auf sie Einfluss nehmende Personen wahrnehmen. Die Rechte von Kindern werden nicht nur in diesem Falle gerne ignoriert oder relativiert. Hier braucht es eine viel grundlegendere Debatte, die auch die Kinder selbst mit einbezieht und danach fragt, was wirklich in ihrem Sinne handeln bedeutet.

 

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5 Gedanken zu „Beschneidungsdebatte Meta“

  1. Eine kleine Anmerkung, die die Sache nicht leichter macht:

    1. Es gibt Menschen, die eine Beschneidung nachträglich ablehnen, die später Probleme haben, die sich traumatisiert fühlen und sich durch jahrelange Dehnung ihre Vorhaut wiederholen wollen. Intactivism und Regrowing sind da Stichworte. Es gibt sogar einen Markt für künstliche Vorhäute. Die kommen manchmal auch zu Wort in der Debatte. Es scheint jedoch nur eine Minderheit da später Probleme zu bekommen. Man muss also auch abwägen: ist ein Eingriff okay, mit dem die Mehrheit der Minderheit keine Probleme hat, eine Minderheit jedoch schon?

    2. Auch bei der Beschneidung/Verstümmelung von Mädchen wird die Diskussion größtenteils von nicht-Betroffenen geführt. Laut Wikipedia ist es sogar so, dass die meisten Betroffenen sich gar nicht eingeschränkt oder gar verstümmelt fühlen, weshalb man sie auch abhalten muss, ihre Töchter ebenfalls beschneiden/verstümmeln zu lassen.

  2. Ich finde, du vermengst Dinge, die nicht zusammengehören. Ja, es sind Risiken, ein Kind auf einen Baum klettern zu lassen, ins Auto zu setzen, oder andere Dinge zu tun. Aber zwei Dinge lassen diese Sachen gänzlich anders als die Beschneidung dastehen:

    Erstens handelt es sich hierbei lediglich um Risiken. Wie viele Kinder fallen tatsächlich vom Baum oder verunglücken mit dem Auto und sind dann für den Rest ihres Lebens irreparabel geschädigt? Demgegenüber wird bei einer Beschneidung garantiert medizinisch sinnlos einfach ein Körperteil abgeschnitten. Damit ist der Schaden schon da. Immer.

    Zweitens ist der Schaden, den ein Kind erleidet, wenn man es vor garantiert allen Risiken fernhalten will, größer als der zu erwartende Schaden durch die Risiken. Es dürfte keine Freunde einladen (Ansteckungsgefahr), dürfte nichts erleben, wäre stets eingesperrt. Psychische Schäden garantiert.

    Zu dem erzieherischen „Glauben“ solltest du übrigens unbedingt beachten, dass „Glauben“ im Deutschen zwei eigentlich sehr unterschiedliche Bedeutungen hat, nämlich einmal „vermuten“ (das würde eher auf den erzieherischen Glauben passen, den du erwähntest) und einmal den religiösen Sinn, wo es üblicherweise für „für absolute Wahrheit halten“ steht.

    Du schreibst außerdem, es sei ein Problem, dass die Beschneidung ohne gesamtgesellschaftliche Debatte von heute auf morgen „illegalisiert“ wurde. Dabei ist die eigentliche Frage, warum deutsche Gesetze, die schon seit längerem so sind, bisher nicht angewandt wurden? Dieses Urteil hätte vor Jahrzehnten schon gefällt werden müssen!

  3. Mittlerweile glaube ich, dass sich die Diskussion daran entscheiden wird, wie sich die medizinische Debatte entwickelt. Bisher glaubte ich, dass die Beschneidung von Jungen harmlos sei im Gegensatz zu der von Mädchen, die daher auch korrekt Genitalverstümmelung genannt wird. Mittlerweile zweifle ich daran, und zwar schon bevor die augenblickliche Debatte losging.

  4. Du sagst es braucht eine viel grundlegendere Debatte, die auch die Kinder selbst mit einbezieht und danach fragt, was wirklich in ihrem Sinne handeln bedeutet – da gibt’s doch nen sehr einfachen Weg, nämlich sie selbst über die Beschneidung entscheiden zu lassen, nämlich dann, wenn sie tatsächlich mitsprechen KÖNNEN z.B. bei Volljährigkeit. Über den Kopf hinweg ist es für mich klar nicht in ihrem Sinne – vielleicht haben sie ja später mit der Religion ihrer Eltern eh absolut nichts am Hut – also was soll das Ganze? Es wird so praktiziert, weil sie sich in dem Alter eben noch nicht wehren können, das ist schlicht einfacher. Nur hat das Ganze ja vielleicht auch tiefere psychologische Folgen – wer weiss… Und übrigens ist es doch kein Wunder, dass sich relativ wenige Männer finden, die sich im nachhinein über den Raub ihrer Vorhaut beschweren – man(n) arrangiert sich ,kennt es halt nur so, aber hätte halt gern die Wahl gehabt…(das sagen zumindest die schwulen Männer die ich kenne)
    Und da wir eben verfassungsrechtlich eine eindeutige Lage haben gibt es uns nun einmal tatsächlich das Recht HIER in diesem Lande so zu verfahren – oder sollen wir bei jedem religiösen Kult das Grundgesetz in Klammern setzen? Die Gräben sind übrigens schon da, (nämlich bei der Tatsache, DASS die Beschneidung überhaupt so und auf diese Weise praktiziert wird…) ich finde es falsch aus Angst vor solchen Gräben die rechtlichen Konsequenzen zu scheuen und lieber gegen die eigene Überzeugung zu handeln weil man ja grundsätzlich niemals irgendjemandem ans Bein pinkeln will. Und schon gar nicht wenn gewisse Gruppen sehr empfindlich sind.

  5. Zu Frage 1.
    Einfach gesagt: garkeine!
    Aufgabe des Staates ist eher, Untertanen im Zaum zu halten denn Schutzbefohlenen Schutz angedeihen zu lassen. Schutz bzw. wie es im politischen Kontext viel öfter heißt: Sicherheit ist immer ein moralistisches Argument das der eigenen politischen Linie helfen soll selbige zu verbreitern in dem es an das (Un)Sicherheitsgefühl im Wähler appeliert.
    Am Beispiel des Beschneidungsverbots ist mein Eindruck eher, dass es sich dabei um eine legislative Umsetzung der Gauck’schen Relativierung (Wulff: „Der Islam gehört zu Deutschland!“ Gauck: Nicht der Islam, wohl aber die Muslime gehören zu Deutschland!“ – sinngemäss) handelt. Indem man Muslimen verbietet, ihre Religion zu praktizieren werden sie praktisch zur Integration gezwungen; meint man.
    Vielleicht ruhen sogar einige Hoffnungen des Gesetzgebers darauf, dass die Öffentlichkeit mit diesem Urteil erfolgreich davon abgelenkt werden kann sich über den ESM zu informieren und selbigen kritisch zu diskutieren.

    Zu Frage 2.
    Ebenso einfach: Ja!
    Hätte Gott gewollt, dass Männer keine Vorhaut haben,… wer sonst wenn nicht ErSieEs hätte das von Anfang verhindern können?

    Zu Frage 3.
    Die Grenze muss der Staat, also die Legislative, setzen. Religion ist das, worauf sich Staaten gründen. Religionsfreiheit räumt – menschennaturgemäss – der eigenen Religion mehr Freiheiten ein als anderen Religionen.

    Es heißt zwar immer, in Deutschland seien Politik und Religion voneinander getrennt. Das mag formal sogar richtig sein. Faktisch ist es allerdings so, dass alle Religionen über ältere Traditionen verfügen als die Bundesrepublik Deutschland. Ich würde soweit gehen zu behaupten, selbst die Piratenpartei fühlt sich im Kern ihrer Forderungen und ihres politischen Anliegens dem christlichen Menschbild verpflichtet. Nur mag selbiges bei ihnen keinen so grossen Stellenwert haben wie beispielsweise bei der CDU.
    Und wenn man nach Amerika schaut, wo diese Trennung formal ja ebenfalls besteht und dennoch mit Hilfe von Jesus Christ regelmässig Wahlen entschieden werden, wird noch ein bisschen deutlicher dass Religion immer auch politisch und Politik immer auch religiöse Züge trägt.

    Dementsprechend wird der Staat in der Regel solche Traditionen „begrüssen“, auf die er selbst sich gründet und beruft und solche „verurteilen“, die ihm zu wider laufen. „Toleranz“ dem „Anderen“ gegenüber sollte man an dieser Stelle von ihm nicht erwarten will man nicht regelmässig enttäuscht werden.

    Und Ähnliches lässt sich auch ganz allgemein über Entscheidungen sagen, die Eltern für ihre Kinder treffen – seien diese nun religiös motiviert oder nicht. Sie werden immer so entscheiden, wie sie es für richtig halten. Und was ihnen als richtig erscheint ist von ihrer Tradition, also von ihren Erfahrungen abhängig. Das mag nicht immer im Sinne des Kindes sein.
    Vielleicht liesse sich ein Zusammenhang zwischen elterlichen Entscheidungen, die weitestgehend unabhängig von traditionellen Vorgaben getroffen wurden und dem Bildungsniveau der Eltern. Solange „Bildung“ aber ausschliesslich anhand des jeweiligen Abschlusses gemessen werden soll wäre ich da allerdings eher skeptisch.

    Wenn ich meiner Oma erzählen könnte, dass Kinder heute ganz allgemein die Möglichkeit haben ihre Eltern zu verklagen,… sie würde in schallendes Gelächter ausbrechen.
    Anders: vor 100-150 Jahren wusste man praktisch noch garnicht, was das eigentlich ist: Erziehung. Es wurde einfach frei Schnauze gemacht und nach bestem Wissen und Gewissen erzogen. Heutzutage weiss man im Vergleich dazu vielleicht unendlich viel mehr. Aber ob damit dem elterlichen Gewissen ein Gefallen getan wurde darf jeder für sich selbst entscheiden.
    Noch anders: früher hatte man bei der Erziehung ein reines Gewissen, weil man einfach nichts anderes wusste als das, was man gemacht hat und das aus genau diesem Grund auch für richtig erachtet. Heute kann man im Grunde bei der Erziehung nur dann „alles richtig“ machen, wenn man all die unterschiedlichen und sich teilweise sogar widersprechenden Informationen zur Kenntnis genommen und für sich auf Gültigkeit hin überprüft hat; andernfalls ist man schlicht ignorant! Und selbst wenn man in diesem Sinne unignorant erzieht müsste man sich immer noch die Frage gefallen lassen ob man da eigentlich einen Menschen auf sein späteres Leben vorbereitet oder vielleicht doch eher einen Roboter programmiert.

    Zu Frage 4.
    Wie im anderen Kommentar bereits erwähnt:
    Vertrauen ist gut, Verträge sind besser! Meint man…
    Die Konsequenzen aus diesem Urteil sind vielschichtig. Zum Einen würde ich das Gesetz selbst allerdings schon als eine, wie oben beschrieben, Konsequenz betrachten.
    Zum Anderen werden hier – einmal mehr – Menschen kriminalisiert, die keinerlei Gespür für die Illegalität ihres Handelns haben dürften und sich aller Wahrscheinlichkeit nach auch schwer damit tun werden ein solches zu entwickeln. Schon garnicht ohne gesamtgesellschaftliche Diskussion.

    mfg

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