I took her to the supermarket… – und andere Oldies des Britpop

Radiohead
Neulich lief abends im Radio eine Sendung voller Britpop. Das war etwas unerwartet und ich konnte gar nicht anders, als laut aufdrehen, losgrinsen – hallo? wie geht bitte dieses dämliche Grinsen weg? – mitsingen und mich ganz ganz komisch fühlen. Dieses komische Gefühl kam aus Richtung Sodarplexus. Es ist dieses Gefühl, das auftritt, wenn man gerade frisch verliebt ist, es noch keinem gesagt hat und dann auf die Person angesprochen wird.

Aber ein bisschen war es seltsam: Sie spielten nicht gerade die Songs, die ich selbst am meisten liebte. Und das brachte mich auf eine Idee: Eine Liste meiner Lieblings-Britpop-Songs aus den 90ern. Ich könnte zwischen den einzelnen Titeln jetzt nicht hierarchisieren und sagen, welches ich am meisten, am zweit-, dritt-, viertmeisten und so weiter liebte. Ich liebe sie alle und vielleicht gibt es da draußen ja jemanden, dem jetzt gleich genauso das Herz aufgehen wird, wie mir.

Blur – Country House

Es war quasi meine Einstiegsdroge zu Britpop, Blur und dann genau dieses Lied, das irgendwann im Radio – SDR3, Radio für den Wilden Süden :) – lief. Deswegen hat es einen besonderen Platz im Herzen behalten, auch wenn andere Songs später genauso fest darin Platz fanden.

Pulp – Common People

Oh Mann – dieses Lied! Ich weiß nicht, was es mit mir gemacht hat, aber es hat etwas mit mir gemacht, wenn ich es hörte. Irgendwie sexy, deprimierend, lakonisch. Und rocken tut es auch. Hach.

Pulp ‚Common People‘ from Pedro Romhanyi on Vimeo.

Das offizielle Video damals war auch der Knaller – aber das kriegt man nicht – danke GEMA, danke für nichts. Wie immer. Danke für das Video, lieber Rainer!

Kula Shaker

Oh was lief Kula Shaker bei mir rauf und runter. Ich war wohl etwa 14 Jahre alt und ich lief eine ganze Weile mit so einem roten Punkt auf der Stirn rum, wie Gwen Stefani ihn damals auch hatte. Und Kula Shaker ließ mich den Entschluss fassen: Ich muss nach Indien. Ich will da hin. Irgendwann. Hab ich leider immer noch nicht geschafft, aber es ist einer dieser Entschlüsse, die man plötzlich eben einfach umsetzt, weil die nicht von alleine weggehen.

Radiohead – Creep

ja, ach kommt. das haben wir doch alle gehört, oder. Muss ich dazu viel sagen? Es hatte was von einer Hymne, eine Hymne für ein Gefühl: I don’t belong here.

Stereophonics – Handbags and Gladrags

Ich traf erst spät auf die Stereophonics und das Album gewann ich bei einem Gewinnspiel im Radio. Aber dann – große Liebe. Lange ist es her, seit ich diesen Song das letzte Mal gehört habe, ich bin froh, dass er mir wieder einfiel, denn ich finde ihn immer noch wunderschön. Einen der schönsten.

STEREOPHONICS „Handbags & Gladrags“ from Sue Moles Editing on Vimeo.

wow. so sexy.

Ash – Shining Light

Jaja, schnulzig, nicht sehr komplexe Melodiedingens, tralala – egal. Es wird mich immer an meine Jugendliebe erinnern und Punkt.

Travis – Driftwood

Travis war ein Segen in traurigeren, nachdenklicheren Stunden, als ich so etwa 17 war. Bis heute hat das Lied eine seltsam beruhigende Wirkung auf mich. Es ist eines, das ich wirklich immer noch höre, wenn ein Tief da ist (und es hat mich innerlich tief glücklich gemacht, es auf der Ukulele begleiten zu können).

The Eels – Beautiful Freak

eels beautiful freak from Andrew Miller on Vimeo.

ich bin ein bisschen unsicher, ob das schon als Britpop gilt. Aber es hat mich damals total berührt – und bis heute mag ich es wirklich gern. Es erinnert mich an jemanden. An einen Menschen, dem es zu verdanken ist, dass Oasis hier auch zu finden sind. Das wären sie ohne J. nicht. J. liebte Oasis, ich liebte J. und sie ist ganz fest in Herz und Kopf und auch wenn wir uns lange nicht gesehen haben und uns viel zu selten hören: Sie ist immer da.

Oasis – Stop Crying Your Heart Out

Und dann waren die 90er zuende. Die Schule war auch vorbei. Ein ganz neues Leben begann. Man hätte sich denken können, dass sich alles ändern wird, als plötzlich die Gorillaz auf dem Spielfeld auftauchten – eine Comicband mit der Stimme Damon Albarns. Deswegen soll das auch unser Outro für heute sein. Ich hoffe, ihr hattet ein paar nette Momente und Erinnerungen.

http://www.youtube.com/watch?v=LoQYw49saqc
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Bild: „Radiohead“ von Kollision – Photomontage, created by Kollision from:Image:Thom Yorke (Amsterdam).jpg by Michell ZappaImage:CGreenwood2006-06Radiohead.jpg by Jesse Aaron SafirImage:Jonny Greenwood (Amsterdam).jpg by Michell ZappaImage:Radiohead in amsterdam.jpg by Michell ZappaImage:Phil Selway.jpg by Michell Zappa. Lizenziert unter CC BY-SA 2.5 über Wikimedia Commons.

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Twitter-Comeback

Es werden im August zwei Jahre, dass ich mich zu einer großen Distanz zur Mikroblogging-Plattform twitter entschied. Wieso, weshalb, warum – all das schrieb ich für dieses Blog auf – und auch noch einmal
bei den Wostkindern. Meinen ursprünglichen Account habe ich an die tollen Leute von buuu.ch verschenkt.

Diese Auszeit war nötig und sie war gut. Vor allem durch die Existenz von App.net war sie auch mehr als gut zu kompensieren. Dort erlebte ich Offenheit, respektvolle Debatten und sehr viel Wohlwollen. Man suchte Piraten-Gates und Empörie meist vergebens.

Seit ein paar Wochen habe ich die Distanz vor allem aus beruflichen Gründen aufgehoben. Viele Informationen kann ich so besser bekommen und viele Kolleg_innen – gerade international – nutzen eben nur dieses Netzwerk.

Ich denke, dass die zwei Jahre Distanz gut waren, um für mich herauszufinden, was ich will und wo ich Grenzen ziehen muss. Was notwendig ist, was ich ertragen kann, und wie ich mich selbst auch schützen kann und muss. Am wichtigesten ist mir dabei die Trennung von politisch und privat. Es gibt Freunde, die ernsthaft dachten, ich hätte sie im realen Leben entfreundet – als ich sie entfolgte, weil ich den Account verschenkte. So etwas soll bitte nie mehr passieren. Ich folge auf twitter deutlich weniger Leuten als früher – das ist im Einzelfall keine persönliche Ablehnung. Ok?

Ich denke, wir kriegen das hin.

Auf App.net bleibe ich weiterhin aktiv – denn dort habe ich mich so wohl gefühlt und die besten Gespräche geführt. It puts the „social“ in „Social Network“. Kommt auch dahin – es ist entgegen vieler Gerüchte immer noch nicht tot. Und man kann viel besser miteinander kommunizieren.

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