Wostkinder: Das Rumkauen auf Komplexitäten

timthumbDas Wostkinder-Projekt gibt es nun schon eine ganze Weile und man kann auch eine gewisse Entwicklung erkennen: Es geht immer mehr um die Komplexitäten in dieser Welt, um globale politische und wirtschaftliche Debatten, um die Demokratie und ihre Zukunft. Das hat insofern mit der DDR-Vergangenheit und unserer Doppelrolle zu tun, weil der Rückblick helfen kann, für die Zukunft die richtigen Fragen zu stellen.

Wir sind nie angetreten sind, um überheblicher Weise zu behaupten, wir würden jetzt mal den anderen die Geschichte der DDR erklären, wir waren von Anfang an selbst auf einer Entdeckungsreise, ohne fertige Ergebnisse und Antworten präsentieren zu können. Bei dieser Reise haben wir Gesprächspartnerinnen über ihre Erfahrungen ausgefragt. Und der Aktuellste war auch der, der uns selbst am meisten aufrüttelte. Wenn man in einem Gespräch merkt, wie wenig man wusste und wie komplex die Welt ist – was kann es dann Wertvolleres geben?

Genau so war es mit Herrn Andreas. In der DDR gehörte er zur Elite, er war Diplomat und später auch beim Außengeheimdienst der DDR, der HVA, aktiv. Wie er diese Zeit erlebte, welchen inneren Konflikten er ausgesetzt war, was die Wende mit ihm machte und wie er heute mit dieser Vergangenheit lebt – all das erzählt er im aktuellen Wostkinder-Podcast.

„Immer nur Fragen – die machen es sich leicht“

Die zweite Anmerkung gilt einem sehr sehr langen Kommentar, den ich heute morgen als Antwort auf einen Kommentator zu meinem letzten Text über die Grenzer des Kapitalismus verfasste. Wir hören immer wieder, dass wir nur kritisieren, ab doch nie konkrete Vorschläge zur Lösung der Probleme machen würden. Das ist richtig, und ich möchte hier zweitveröffentlichen, was ich dazu denke. „Wostkinder: Das Rumkauen auf Komplexitäten“ weiterlesen

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Ceuta zeigt das Ausmaß der Grenz-Aggression

In Ceuta werden Gummigeschosse eingesetzt, um Flüchtlinge zu verjagen, die in der EU ihre Rettung suchen. Der Tod von 15 Flüchtlingen bei einem solchen Einsatz am 06. Februar beschäftigt nun die politische Debatte. Ein Umdenken ist dringend nötig – vielleicht hilft es, an den Umgang mit den 4 Millionen DDR-Flüchtlingen zu erinnern: Sie wurden willkommen geheißen, nicht abgeschoben. Sie waren aber auch weiß und sprachen Deutsch. Außerdem verkörperten sie, dass die eigene Ideologie der des Nachbarn überlegen war.

http://blogs.faz.net/wost/2014/02/18/die-grenzer-des-kapitalismus-836/

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„Sisterhood is Powerful. It kills. Mostly sisters.“

Dieser Satz ist der feministischen Aktivistin Ti-Grace Atkinson zuzuschreiben. Er betrifft die Frauenbewegung der 70er und 80er Jahre. Heute allerdings könnte sich die Geschichte wiederholen.

Das Thema ist in diesem Blog hier schon öfters angesprochen worden: Feministinnen gegen Feministinnen. Ausschlüsse. Das Versagen von Respekt. Das Austragen von Konflikten auf einer persönlichen Ebene – statt auf einer politischen.

Jill Filipovic hat im Guardian letzten Mai eine Auseinandersetzung mit dem Thema verfasst:

„Trashing each other and exclusion have been hallmarks since the movement began, and each generation of feminist activists seems to suffer the same in-fighting.“

und die aktuelle Ausgabe des Magazins „The Nation“ hat den internen Kampf im Feminismus als Titelthema. In einem fünf Seiten langem Text analysiert die Autorin, wie derzeit eine Gruppe von Menschen und dem Argument der Intersektionalität versucht, andere zum Schweigen zu bringen und/oder in eine Ecke zu stellen: weiß, rassistisch, privilegiert, cis-hetero oder sonst etwas. Jedenfalls: Schlechte Menschen. Diese Aktionen nennen sich „Trashing“.

„Though Mukhopadhyay continues to believe in the empowering potential of online feminism, she sees that much of it is becoming dysfunctional, even unhealthy. “Everyone is so scared to speak right now,” she says.“

Im aktuellen Lila Podcast haben Susanne und ich versucht, das schwierige Thema aufzugreifen. Unser Eindruck: Wir müssen darüber reden, wir müssen Wege suchen, die da raus führen. Denn sonst „überleben“ im Feminismus immer nur die ganz hartgesottenen Haudegen. Alle anderen werden im feminist burnout demoralisiert.

Darüber hinaus sprechen wir über sexistische Werbung, über den Steuerfall Alice Schwarzer, über Chick Lit, die feministischer werden sollte, über Vorbilder wie die Philosophin Agnes Heller und vieles mehr. Also hört doch mal rein. Und gerne: Diskutiert mit. Aber bitte dort.

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