we were so young and foolish

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Those were days of roses….

Gestern. Ein weiterer Geburtstag. Du bist jetzt 31 Jahre alt.
Mein Adressbuch führt dich als Karteileiche. Ein totes Gleis.
keine E-Mail (die ohnehin unbeantwortet bliebe)
Dennoch. Immer am 24.09. dieser Phantomschmerz.
Inzwischen weiß ich gar nichts mehr.
Wünsche dir irgendwas mit Lebensfreude. Dass du es schaffst.
Gewünscht ins Blaue.
Es regnet.

Es gibt keine Wunde, die von der Zeit zu heilen wäre.
Es bleibt das Wunder, es steckt drinnen. Eingekapselt zwischen Brustbein und Rückgrat.
Tief.

Happy Birthday.

we were all so young and foolish, but now are mature (Tom Waits)

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Das Internet vergisst nichts

Richtig – umso wichtiger ist es, dass wir lernen zu verzeihen.

Ich gelte als „manchmal nicht so diplomatisch“(und schlimmeres), weil ich (obgleich in der Regel recht respektvoll und fair agierend) wenn ich wirklich wütend bin, manchmal harte Worte finde. Das ist nicht häufig, aber vielleicht gerade deswegen erschreckend. Denn von mir erwartet man das scheinbar nicht. Und außerdem bin ich eine Frau. Frauen erledigen sowas hintenrum. Fand ich immer schon scheiße.

Andere Menschen sind sehr viel unverholener nicht diplomatisch. Die harten Worte sind ihr Handwerk. Täglich.

Wieder andere Menschen sind in der Regel wie ich, aber manchmal geht es mit ihnen durch und anstatt die Sache zu reflektieren und von mehreren Seiten zu beläuchten, platzt es aus ihnen raus. Undifferenziert wird in alle Richtungen geschlagen, alles kurz und klein – was gerade da ist.

Das Netz ist in solchen Situationen nicht unser Freund. Es vergisst niemals und wenn wir in drei Jahren zu einem Thema etwas zu sagen haben, kann es gut sein, dass jemand unsere Sünden von heute heraussucht. All das kennen wir schon aus dem analogen Leben, den Grünen fliegen gerade Fehler von vor dreißig Jahren um die Ohren. Während man bei der CDU/CSU sehr schnell verzeihen kann. Und das ist vielleicht ihre Stärke. „Das Internet vergisst nichts“ weiterlesen

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Ich las „Lotta Wundertüte“ von Sandra Roth

Sandra Roth hat vor anderthalb Jahren einen langen Beitrag im ZEIT Magazin veröffentlicht, in dem sie sehr persönlich über ihr Leben mit ihrer Tochter Lotta sprach, die durch eine Malformation der Vena Galeni in ihrem Kopf behindert* ist. Dieser Artikel hat mich sehr tief berührt, schon dieser Artikel warf die ganz großen Fragen auf:

  • ab wann ist ein Leben eigentlich „lebenswert“ und wer entscheidet das für wen?
  • warum ist es für viele so „normal“, dass man eventuell behinderte Kinder noch im Mutterleib „wegmacht“?
  • wer hat wann und wie eigentlich das Recht, über Leben und Tod zu entscheiden?
  • Warum tun sich die meisten Menschen so extrem schwer, Inklusion zu leben?

und vieles mehr. Nun hat Sandra Roth ein ganzes Buch darüber geschrieben. Das Kind um das es geht heißt im Buch Lotta, der Name ist geändert. Sie hat einen großen Bruder, der Ben genannt wird. Das Buch beginnt mit dem 9. Monat der Schwangerschaft der Autorin, wo sie erfährt, dass im Kopf ihrer ungeborenen Tochter zu viel Blut am Gehirn vorbeigeht. Sie erfährt nicht, was das genau für das Leben mit diesem Kind bedeutet. Sie erfährt, dass sie es „wegmachen“ lassen könnte, wenn sie droht, sich sonst vom Dach der Klinik zu stürzen. Doch: „Lotta ist schon Lotta, sie ist schon eine kleine Schwester, eine Tochter. Sie tritt, sie strampelt, sie kämpft. Sie gehört zu uns. Wie können sie nicht töten. Oder?“

Paris – London – Duisburg. Die Experten für Lottas Kopf sitzen in diesen drei Städten.

Lotta kommt zur Welt und in den ersten drei Jahren bringt sie in Duisburg sieben Operationen hinter sich, die jede mit dem Tod enden könnte. Was bedeutet das für Eltern? „Ich las „Lotta Wundertüte“ von Sandra Roth“ weiterlesen

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