„God gave us the right to own guns“

Warum heißt dein Blog so komisch und wie spricht man das eigentlich aus?

Diese Frage stellt irgendwie keineR. Und doch merke ich, wie sie in der Luft liegt. Mein erstes, bei WordPress gehostetes Blog hieß auch schon so. Dort erklärte ich auch bereits, wie es kam. Es war die Fehlaneignung einer Anrufung an Daniel Erk.

“Part of the Problem in this world are because of the LEFTIST ELITE!”

hieß es da.

Simone de Beauvoir, Sartre und Che Guevara - Linke Elite. Oder so...

Es lief mir seitdem immer mal wieder dieser Ausdruck über den Weg. Er beschreibt ganz gut, was – ich sag mal – konservative AmerikanerInnen so für Begriffe benutzen, wenn sie mal wieder die Welt bedroht sehen. Verschwörungstheorien sind ja in allen politischen Lagern en Vogue. Die schönsten Zitate:

When will the Leftist Elite learn that God gave us the right to own guns and take them where ever we want with unfettered freedom? Surely this treasonous act will anger God and Jesus and their wrath will smite the evil Leftist elite once and for all! It’s time that we had another boycott!

(Quelle: http://www.mombu.com/culture/afghanistan/t-leftist-elite-revokes-tom-delays-god-given-right-to-bear-arms-3067950.html)

Ja und was die so alles schlimmes getan haben…! Ganz furchtbar:

A classic example of Leftist elitism was pre-Thatcher Britain in the 60s. The British Labour party had nationalized practically all the hospitals leaving only a very small and expensive private sector.

(Quelle: http://jonjayray.tripod.com/elitism.html)

außerdem haben sie aufs Übelste die Denkweise in diesen westlichen Gesellschaften infiltriert! Überall so irre Ideen wie Offene Grenzen, Multikulturalismus und Säkularismus!1!!11!!

The Leftist Elite that captured the youth culture of the 1960’s set us on a course for national oblivion: radical multiculturalism, open borders, the welfare state, affirmative action, an obsession with “diversity,” the embrace of sexual depravity, abortion, the destruction of the family, and a radical secularist ideology that has declared war on Christianity, and the Christian values that underpin the Constitution.

(Quelle: http://www.centerforintelligencestudies.org/From_the_Chairman.html)

Nun ja. Und dann sind es eben diese komischen Querköpfe, die zu Sozialforen fahren und so Sprüche wie „Another World is Possible!“ auch tatsächlich glauben. :) Leute, die 2006 sogar eine eigene Studie wert waren.

Abschließend darf Charles Krauthammer (klick! – lustiger Typ, der) nicht unerwähnt bleiben, dem dieses Zitat zugeschrieben wird:

„The Well Educated, Eminently Qualified Leftist Elite Are Trying To Control Us By Confusing Us With Science And Other Things We Have No Hope Of Ever Understanding“

Es könnte aber auch von „Eminent Conservative Scholar“ Limbaugh
sein, der desweiteren so kluge Dinge sagte wie:

„Being educated is part of Obama’s Communist Gay Feminazi agenda.“

(Quelle: http://www.knowledge-database.org/post/2393248511_2363__%22The%20Well%20Educated,%0A%09Eminently.html)

Ja – und wie spricht man das nun aus? Man spricht diesen englischen Begriff etwas anders aus, als viele meinen. „Elite“ wird dabei eɪˈliːt gesprochen.

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So sieht es aus: Männer dürfen lesen!

und wo sind die Frauen?

Schlachtfeld Frau“ ist der Titel des Artikels, den ich gerade lese. (Lest ihn auch!) und was sieht mein Adlerinnen-Auge? In der Sidebar neben diesem Artikel auf Zeit.de werden Lesungen gefeaturet. Die erste Seite von dreien zeigt keine einzige Frau. Erst wenn mensch weiterblättert, tauchen insgesamt 3 Frauen auf (und zehn Männer).

Screenshot der angebotenen Lesungen auf zeit.de - Männer sind einfach die besseren Literaten. Oder?

Über das Sichtbarkeitsproblem der Frauen in der Literatur kann man hier weiter lesen:

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„We’re gonna stand up and fight!“

Was zu tun bleibt – Kleine Nachlese zum Frauentag
>> Um den Frauentag herum sind vielleicht die Denkfrequenzen mancher Frauen gleich geschaltet oder so?? Denn Antje Schrupp schrieb auf, was ich selbst auch vor einigen Tagen zerdachte (ich habe Zeugen, denn ich sprach es auch aus): Warum ich es nicht mag, von „männlich sozialisierten“ und „weiblich sozialisierten Menschen“ zu sprechen, anstatt Männer und Frauen zu sagen. Thanx!

Nina Turner ist großartig. Warum? Seht selbst

Visit msnbc.com for breaking news, world news, and news about the economy

>> „We’re gonna stand up and fight!“
(via Jessica Valenti)

Maike von Wegen ist auch großartig
>> und war bei einem spannenden Feature des Deutschlandfunks zum Alleinerziehen mit dabei. Fast jede zweite Ehe scheitert. Immer mehr Frauen ziehen ihre Kinder allein groß. Wie Maike von Wegen. Und Marie von Kuck (Namensähnlichkeit vermutlich zufällig). Dass die Männer in diesem Feature keine aktive Elternrolle einnehmen, kann man kritisieren. Sollte man sicher auch. Man kann sich auch ein Feature über das männliche Zusammen-Erziehend-Role-Model wünschen. Das macht dieses Feature aber nicht schlechter. Kein bisschen.
(via @mh120480)

Linux als Schulfach?
>> Als studierte Pädagogin bin ich tendentiell dagegen, aus allem, aus jedem Fitzelchen, von dem jemand meint, „die Jugend von heute“ sei auf diesem speziellen Gebiet unterbelichtet, ein Schulfach zu machen. Wenn ich diesen Heise-Artikel aber etwas entschärft lese, dann bleibt: Hey – es gibt jetzt ein Lernprogramm für Linux, das ziemlich cool für Schulkinder und Jugendliche geeignet ist. Thumbs up! (Egal ob Schulfach oder nicht. Right?)

Sei doch mal alleine – und cope with it!
>> Christiane Rösinger legt sich ja gerne an. Mit Verschiedenen. Meistens mit so Herzenskonventionen. Das ist oftmals völlig undifferenziert und gemein. Aber auch sehr wohltuend. Ich selbst war seit ich 15 bin ja nie wirklich solo. Das ist sicherlich eine Schwäche von mir :(
(via @ruhepuls)

Habt ihr gedacht, die Debatte um die Kinderlosenmaut sei vom Tisch?
>> Jens Spahn von der Dingens-Gruppe der Union (na ihr wisst schon: Diese gut situierten, vornehmlich Männer, die dank des Konservativseins noch ungestört mehr Kinder verlangen und haben können, die sie dann von einer Frau mit Herdprämie betreuen lassen) macht einen auf ‚tiefgründig‘, holt mächtig weit aus und behaupet stolz, dass er trotz allem kein Pessimist sei… – ich allerdings könnte glatt eine werden!
(via @zeitrafferin)

Feminism is still important in 2012!
>> Sagt die Federation of Young European Greens (FYEG) – und man kann da einfach nur zustimmend nicken. Ist es.

Is it finally time to leave Afghanistan?
>> Gute Frage. Zwischen einer riesigen Verantwortung und einer riesigen Machtlosigkeit in einem riesigen Trümmerhaufen stehend lässt sich diese Frage sicherlich nicht leicht beantworten. Aber es nützt auch niemandem, das alte Konzept nicht als komplett gescheitert anzusehen. Neue Überlegungen und vor allem politische Strategien sind notwendig.

Disclaimer: Die Hier verlinkten Texte und Videos spiegeln nicht zwangsläufig die Meinung oder Denkrichtung der Autorin dieses Blogs wieder. Sie sind einfach nur „interessant“. Wenn sie explizit für „toll“, „großartig“ und „wow“ befunden werden, steht dies dabei. Auch laufen, wie erkenntlich sein dürfte, nicht alle Links unter der Gesamtüberschrift. Denkende Individuen fühlen sich durch diesen Disclaimer eventuell gestört. Dafür möchte sich die Autorin des hiesigen Blogs vorauseilend entschuldigen. Ja: Man kann sich das alles auch selber denken. Wenn man will.

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Knallenlassen statt MiMiMi

Zur Emanzipation braucht es viel Stolz. Wer sich nicht wehrt, der ändert auch nichts. Ein Mutmach-Plädoyer zum Frauentag.

Katharina Rutschky war eine Frau, die gerne gegen den feministischen Strom schwomm. Von ihrem Buch „Im Gegenteil“ lacht sie uns herausfordernd an und der Untertitel „politisch unkorrekte Ansichten über Frauen“ kündet vom Spiel mit der Provokation. So betrachtet sie argwöhnisch das Phänomen der sexuellen Belästigung (der Text ist aus dem Jahr 1999 – aber ich finde ihn bis heute aktuell). Sie las in der Zeitung, dass 2/3 der Frauen am Arbeitsplatz schon belästigt worden seien, gab sich aber mit dieser schockierenden Zahl nicht zufrieden. Sie schaute genauer hin und fand heraus, dass je nach geografischer Lage die Zahl enorm schwankte. In Bonn waren es 72 Prozent der befragten Frauen, in Berlin nur „schlappe“ 34 Prozent, die Erfahrungen mit sexuellen Belästigungen am Arbeitsplatz machten. Und ganze 12 Prozent der Berlinerinnen waren sich nicht sicher. Rutschkys provokante These: „Sie hatten kein Problem, das ihnen zu schaffen machte, sondern, bei aller Gutwilligkeit, ein Klassifikationsproblem.“ Es offenbar sich hier ein generelles Problem: Das Sexuelle ist in unserer Kultur immer irgendwie „drüber“ – wir lavieren ständig zwischen den Extremen „Prüderie“ und „Pornofizierung“. Ein entspannter Umgang, der auch zwischenmenschliche Komplikationen, Missverständnisse und Fehler zulässt, ist nicht immer ganz leicht. Vor allem, wenn es um das Zwischenmenschliche in nicht-intimen Beziehungen geht, ums Flirten oder: um sexuelle Avancen im Alltag.

Mit Rutschky gedacht kommt es also auf das an, was wir selbst über das Geschehene denken: Machen wir daraus eine Mücke oder einen Elefanten? Muss der Staat eingreifen, oder kann eine Frau einfach selbst die Dinge in die Hand nehmen und einem wie auch immer übergriffigen Kollegen seine Grenzen aufzeigen? Rutschky wirft einige tief verankerte Dogmen einfach über den Haufen. „Ein Kaninchen ist eben nicht dämonisch.“ Sagt sie. Eine Politik, die auf Druck von woher auch gegen alles Mögliche Gesetze erlassen würde, das als „übergriffig“ oder „Belästigung“ empfunden wird, wäre jedenfalls furchtbar. So furchtbar und kontraproduktiv, wie es das Beschützer-Bedürfnis von Eltern sein kann, die am liebsten die ganze Welt in Matratzen polstern würden, damit kleine Kinder sich nicht mehr ihre Arme brechen können. So weit, so richtig. Womit wir auch wieder bei Judith Butler angekommen wären: Die Verletzung birgt gleichzeitig die Chance zur Wendung. Das Fehlaneignen einer Verletzung kann ein emanzipatorischer Akt sein, denn er widersprich den gesellschaftlichen Grundprämissen, die da lauten: Die Frauen können sich nicht selbst wehren. Es ist mir als Grüne ein bisschen peinlich, aber wie ich bei Katharina Rutschky las, war es einzig jemand aus der CDU, der Frauen empfahl, bei Belästigungen mit Ohrfeigen zu reagieren. Knallen lassen, statt Mimimi. Feindkontakt, statt petzen. Wehre dich!

(Bild: CC BY-NC 2.0; Suzanne Gerber via flickr.com: http://www.flickr.com/photos/wurzeltod/231699247/)

Aber war es nicht schon Hedwig Dohm, die mit ihrem auffordernden „Mehr Stolz, ihr Frauen!“ die Lösung vieler unserer Leiden in der Hand gehalten hat? Und ist es etwa ein Zufall, dass es immer genau jene Frauen sind, die dieses Mimimi ablegen und mit Humor, mit Schlagkraft und Feindkontakt die meisten hochgezogenen Augenbrauen und Schmähungen ernten? Wohl kaum: Es sind vielleicht jene Frauen, die den einzig wirklich wirksamen Schlüssel zur Entmachtung der Rollenstereotype gefunden haben: den Stolz und die Kampfeslust der „braven Frauen“, die am Gefährlichsten für die eingefahrenen Verhaltensmuster in der Gesellschaft sind. Emanzipation braucht immer jene, die Ausbrechen. Und diese brauchten immer schon ein dickes Fell. Die hohe Kunst dabei ist es nur, nicht in eine Art hyperventilierenden Wettkampf zu geraten, darum, wer die Stärkste und Tollkühnste ist. Nicht jene zu vergessen und abzuhängen, die es aus eigener Kraft diesen Stolz nicht mehr aufbringen. Das gilt nicht nur im Feminismus, sondern für alle Arten der Emanzipation.

Was Rutschky, und nach ihr noch viele andere starke Frauen, zuletzt Bascha Mika, bei aller Sympathie verkennen: Die meisten Frauen sind genau dazu überhaupt nicht erzogen worden. In vielen von uns gibt es eine Art innere Barriere, wenn wir auf Konfrontation gehen müssten. Wir schicken lieber andere vor. Oder wir fügen uns. Eine neuere Erscheinungsform ist es, Konfrontationen im realen Leben komplett zu vermeiden, immer die Klappe zu halten und dafür im Internet ordentlich vom Leder zu ziehen – ich nehme mich da mal überhaupt gar nicht aus. Rutschky verkennt, weil sie selbst wohl tatsächlich die Emanzipation von vielen Zwängen geschafft hat, dass es ein langer und harter Kampf der Frauen gegen sich selbst ist. Ein Kampf, der nicht zu unterschätzen ist und der die Frauen, die ihn Kämpfen, eben nicht immer sofort mit Ruhm und Ehre belohnt. Frauen, die am Arbeitsplatz lauter, dominanter und kämpferischer sind, das zeigen Studien, gelten schnell als „stutenbissig“ und „unkollegial“ – während dieses Verhalten bei Männern akzeptiert oder sogar erwartet wird. Und auch jene, die es schafften, sich von Alltagszwängen qua Geschlecht zu befreien, baden immer wieder wie in Flash-Backs in kleinen Pfützen ihres Selbsthasses und in Selbstzweifeln, wenn die Umwelt sie sanktioniert – oder sie dies nur erwarten. „Krieg mal deinen Arsch hoch, mach den Mund auf und wehr dich – anstatt nur zu heulen.“ – ist eine vielleicht gut gemeinte Ansage, aber viele Menschen, nicht nur Frauen, können das nicht umsetzen und fühlen sich gerade dadurch noch degradierter. Das Kunststück ist es, ganz nach dem Pippi Langstrumpfschen Grundsatz „Wer stark ist, muss auch gut sein“, an einem Strang zu ziehen. Was Rutschky und Mika machen ist: erwarten, dass wir alle Pippi Langstrumpf werden, bei gleichzeitiger Abwertung der „Annikas“ unter uns. Bei Astrid Lindgren aber waren Pippi, Tommy und Annika Freunde. Sie hielten zusammen wie Pech und Schwefel. Und das ist sicher kein Zufall. Denn am Ende sollten wir alle keine EinzelkämpferInnen sein – nur in der Masse werden wir die Gesellschaft verändern können.

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Mich stört er nicht

Wie er da liegt:

Alle Viere von sich gestreckt. Schlafend.
Die leere Mensa-Schale neben sich. So etwas ähnliches wie satt.
Seine Hose hat Risse und viele Flecken.
Seine Haare sind lang gewachsen und an manchen Stellen verfilzt.
Seine Hände sind frisch gewaschen. Doch die Enden seiner Jackenärmel erinnern an den Schmutz.
Er sieht friedlich aus. Niemand stört ihn jetzt.
Üppig war seine Mahlzeit nicht. Ein kleiner Salat bloß. 90 Cent.

Wie sie umher schwirren:

Mit Laptops, Smartphones und durchsichtigen Plastikbeuteln. Voll gepackt mit Literatur.
Schön frisiert. Neueste Mode tragend.
Affektiert, betont alternativ, gleichgültig. – Eine große Bandbreite von Attitüden.

Kaum jemand nimmt ihn war.
Wird gleich die Frau kommen? Die mit der schwarzen Uniform? Security?

Hier ist es doch warm.
Hier gibt es doch Essen.
Lasst ihn doch schlafen.
Mich stört er nicht.

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Das Löwenmädchen

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Selten poste ich Lektürtipps. Doch Erik Fosnes Hansens „Löwenmädchen“ hat mich nachhaltig beeindruckt. Zufällig gefunden hab ich es bei Jokers, radikal reduziert. Gelesen habe ich es vor über einem Jahr – aber immer wieder muss ich daran denken. Meistens seufzend.

Es ist die Geschichte eines Mädchens, das sehr anders ist, als alle anderen. Es ist nämlich von Kopf bis Fuß behaart. Sie durchbricht damit die Normalität. Traurig, schön und zum Nachdenken anregend. Eine Parabel über Vorurteile, Ausgrenzung und die menschliche Seele.

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Veröffentlicht in: Buch |

Männliche Seilschaften als Vorbild für Frauen | von ideefix

In der Diskussion um meine letzte Kolumne beim Freitag entspannen sich wieder sehr interessante und beachtenswerte Dialoge und Einwürfe. ideefix sei herausgegriffen, da ich seine Einschätzung klassischer männlicher Seilschaften so bemerkenswert wie gruselig fand. Dennoch vermute oder besser: befürchte ich, dass er absolut Recht hat. Und dass hier eine der härtesten Stützpfeiler der Gläsernen Decke im Fokus steht:

@Donna

beachte bitte, daß die Seilschaften von Männern auch ein paar kleine Nebenwirkungen in Gestalt von Gruppenzwängen haben.

Für Führungskräfte, nur die sind Teil davon – die anderen haben die A-Karte, bedeutet das a die Priorisierung des Beruflichen zuungunsten des Familiären.
Es bedeutet b Mitmachen in Connections deren wesentliches Merkmal Homophobie und kultivierte Verachtung von Frauen und „Schwächlingen“ (d.h. Männer die nicht mitmachen oder mithalten können) ist.

Es bedeutet c, daß in männl. Seilschaften nicht nur verbale sondern auch sehr reale Nötigungen zu ritualisierten Sexismen bestehen, wozu die leader auf informeller Ebene einladen.
Konkret: nach dem Geschäftsessen folgt die saunatische Entspannung in Vorbereitung auf den Night-Club/Bordellbesuch zur Feier des xyz-Abschlusses…

Witzig ist das nicht.

Witzig auch nicht, daß soviel weibl. Personal für die Pflege männl. Seilschaften wie oben beschrieben bereitwillig verfügbar ist.

Ich fürchte du ahnst gar nicht, wie viele Männer einen von Pornographie und Prostitution gelenkten Blick auf Frauen internalisiert und habitualisiert haben. Sexismus ist nur der Ausfluss dessen.

Hast du immer noch Bock auf den männl. analoge weibl. „Seilschaften“?

Wieviel auf weibl. Kundschaft abonnierte männl. Prostituierte gibt es zur Unterlegung dieser Phantasie?

Was schätzt du?

LG
I.

Natürlich sollte man vorsichtig sein, Männer hier unter einen Generalverdacht zu stellen. Darum geht es hier mit Sicherheit nicht. Es geht vielmehr um ein besonders festes Bindeglied, eine Art Vertrauenskitt und Selbstbestärkungselement, das sich innerhalb einer rein männlichen Besetzung von Unternehmen mit großem Einfluss und großzügigem Budget breit machen konnte – siehe VW, ERGO (und hinter vorgehaltener Hand auch weitere Großkonzerne).

Solche Praxen stabilisieren die Geschlechterhierarchie extrem zuverlässig. Wer noch glaubt, man komme dagegen rein mit kompetenten Frauen an, die sich durch ihre Qualifikation beweisen, muss in Wolkenkuckucksheim leben. Es ist vielleicht eines der schmierigsten, aber auch eines der eindeutigsten Argumente für die Quote: Es liegt in der Natur der Sache, dass wir nicht wissen können, ob und wo solchen Praktiken überall Anwendung finden. Vielleicht sind VW und ERGO Einzelfälle gewesen – vielleicht die Spitze des Eisbergs. Reine Männerbünde jedenfalls können offenbar sehr eigene, sehr tiefe Dynamiken entwickeln – mit Tendenzen, aus Gründen!, unter sich bleiben zu wollen.

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The Leftist Elite proudly presents: The very first Sozialismus-Bingo

natürlich unter CC-BY-SA

Quellen:

Gehirnschrittmacher der letzten 14 Tage

Es hat sich einiges angesammelt:

 
 
Too BIG to Fail – McPlanet.com 2012
>> Ich erinnere mich noch gut an meine Arbeit im Kongressbüro zum allerersten McPlanet.com-Kongress und möchte euch deswegen auch den diesjährigen Kongress von attac, Greenpeace, Heinrich-Böll-Stiftung, BUND und vielen anderen empfehlen. Wie der erste findet auch dieser wieder in den Räumen der TU Berlin statt – da werden Erinnerungen wach <3. Bis 11.03. gibt es noch einen FrühbucherInnen-Rabatt bei den Tickets.   Selbstbewusst und stolz und mit Spaß am Feminismus.
>> Auf Facebook und bei G+ beteuert Antje Schrupp, der kämpferische Teaser sei ja nicht von ihr, sondern von der Redaktion. Mir gefällt er aber super gut – er passt sehr gut zu meinen eigenen Gedanken zum 8. März (nachzulesen bei Freitag.de) und auch der Rest des Artikels trifft ganz meinen feministischen Geschmack.
 
Die Kraft der Vorverurteilung
>> Ich finde: Unabhängig von der Causa Wulff stecken in diesem Beitrag von ed2murrow, einem Autor des auch ansonsten sehr lesenswerten Blogs „Die Ausrufer“, sehr viele grundsätzliche und gute Gedanken drin.
 
Stipendien für das WikiWomenCamp in Buenos Aires
>> Der Verein Wikimedia sponsert Frauen die Reise zum WikiWomenCamp, einem internationalen Treffen von Frauen in der Wikimedia, die Reise nach Buenos Aires. „Die Kurzbewerbung sollte darauf eingehen, in welcher Form du in Projekten der Wikimedia oder Wikipedia involviert bist und wie du zum Gelingen des Camps beitragen möchtest.“ heißt es im Blog der Wikimedia. Vielleicht etwas für dich?
 
Die Antwort von Mithu Sanyal auf einen Leserinnenbrief in der Missy
>> Also man muss schon noch ein bisschen mehr gelesen haben, um zu verstehen, worum es hier geht. Ausgangspunkt (leider linklos) war der Artikel „Vergewaltigung gibt es nicht“ im Missy Magazine. Dieser versuchte, eine komplett neue Perspektive auf kulturelle Deutungsmuster im Zusammenhang mit Vergewaltigung einzunehmen. Ich zerdenke das Thema schon seit langem. Auf jeden Fall provozierte der Artikel diesen Leserinnenbrief – und oben eben die Antwort.
 
„Pretty is not something I often feel“
>> Ich kann zu diesem Text von Heather Ryan noch immer nicht viel sagen. Er macht mich traurig. Und hilflos. Vielleicht reicht das ja, fürs erste.
 
Das Offene Köln wurde abgemahnt
>> Und tut das erstmal Richtige: Es spricht sehr ausführlich und detailreich darüber. Die Abmahnenden melden sich auch zu Wort und bekräftigen noch einmal, dass es „Datensozialismus“ mit ihnen nicht geben wird. Ich möchte bitte ein Sozialismus-Bingo, ja? Die ganze Bingo-Karte ist voll nur mit dem Wort Sozialismus – es fällt in letzter Zeit einfach so geil oft.
 
Girls and Video Games: A Feminist Look
>> cooles Video :)
 
[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=7iNSqvCumYk&feature=related&w=550]
 
Über den Nachteil geschützter Räume
>> ich schicke vorweg: Das Blog, das hier verlinkt ist, hat weder Impressum noch sonst irgend eine erkennbare Bezüglichkeit. Es arbeitet sich aber deutlich an der Mädchenmannschaft ab und der Name „elitemedium“ verweist auf „medienelite“ – also Nadine Lantzschs Blog – als irgend einen Stein des Anstoßes, dieses Blog am 06. März komplett neu zu eröffnen. Es wird in der „Wir“-Form geschrieben. Aber der Artikel bezieht sich auf mich und deswegen sei er hier als Mögliche Ergänzung zu „Moralisierung und Abgrenzung“ erwähnt.

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