Netzfeminismus in Links seit 2009

Seit meiner ersten re:publica im Jahr 2009 beobachte ich, wie sich verschiedene Leute mit dem Thema feministische Netzkultur und Netzfeminismus beschäftigen.
Weil es dazu immer wieder Fragen gibt (Was ist das? Wozu gibt es das? Wer macht das? usw…) habe ich eine lose und unvollständige, aber hoffentlich einen kleinen Überblick gebende Linkliste zusammengestellt, die ein wenig die Zeit zwischen rp09 und dem netzfeministischen Biertrinken zusammenfassen soll.

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Der Wikimedia WissensWert-Wettbewerb

>> Direkt zum WissensWert-Blogbeitrag von Wikimedia <<
 

 
Worum geht es?
 
Wikimedia e.V. stellt ausgewählten Initiativen kurzfristig und unbürokratisch Mittel in Höhe von 500 € bis zu 5.000 € zur Verfügung. Mit dieser Fördersumme soll geholfen werden, aus mutigen Ideen außergewöhnliche Projekte zu machen.
 
Was für ein Projekt?
 
im letzten Jahr bewarben sich unter anderem folgende Projekte:

Aus Deiner Einreichung muss die Verbindung zu Freiem Wissen ganz deutlich hervorgehen.
 
Und was passiert dann?
 
Am 17.11. ist der Einreichungs-Schluss. Danach entscheidet eine Jury, wer das Geld bekommt. In der Jury sitzen nur fitte Leute, unter anderem ich ;) – und versuchen aus der Vielzahl der tollen Projekte die herausragendsten zu identifizieren.
 
>> Weitere Infos und Hinweise direkt im WissensWert-Preis-Blogbeitrag der Wikimedia <<
 

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Wo sind die Heldinnen?

Was hält so viele Frauen davon ab, ihre politische und ökonomische Wirkungsmacht in der Gesellschaft in gleicher Weise wahrzunehmen, wie die Männer? Eine Ursachensuche
 
Die Frage beschäftigt viele Gemüter – ich nehme mich da nicht aus. Können, oder wollen Frauen und Männer nicht auf gleicher Augenhöhe ihre Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gestalten? Können wir nicht alles schaffen? Wir müssen doch nur wollen. Oder? – „Wenn sie nicht will, dann kann sie doch keineR zwingen!“ Das höre ich sehr oft. Das ist richtig. Wir müssen nicht immer wollen, was wir theoretisch können. Aber viele wollen gerne. Sie möchten die Gesellschaft verändern. Sie fordern wirtschaftliche und politische Teilhabe für alle Menschen, unabhängig von Geschlecht und Herkunft. Und sie gehen deswegen durch die Institutionen. Dabei ändern sie sich, ihr Verhalten und ihre Ansichten über die Geschlechterfrage. Oftmals entdecken diese Frauen sehr massiv, dass es die Gläserne Decke noch gibt. Andere verändern die Kultur, die sie in den männlichen Kreisen vorfinden. Die Wirkung ist wechselseitig: Wenn Frauen teilhaben, ändern sich beide: Die Organisationskultur und die Frau. Hier liegt eine Chance.
 
  Manchmal aber wollen Menschen einfach nicht. Dahinter steckt mitnichten Feigheit – es ist eher ein einfaches Kalkül, eine Nutzen-Kosten-Rechnung. Spitzenpolitikerinnendasein, obere Chefetage eines DAX-Unternehmens, Bundeswehrgenerälin, Professorin, Geheimagentin, Jägerin – für all diese Jobs fallen uns viele gute Gründe ein, warum wir sie ablehnen. Sie erfüllen uns nicht, rauben uns aber gerne 60 Stunden unserer Woche. Sie erfordern das Beherrschen ekelhafter Regeln – finden wir. Sie sind geradezu unmenschlich und undankbar. Sie manifestieren geltende Herrschaftsnormen. Wir sollten uns dem nicht anpassen – wir sollten ein eigenes, selbstbestimmtes, freies Leben führen. Dort geht es nicht. Sagen wir. Oder?
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Alles klar zur Wende?

 
In der Diskussion um Frauen in der Piratenpartei spiegeln sich alte Geschlechter-Stereotype und die Genügsamkeit der Frauen.
 
Als erstes möchte ich auf den sehr guten Beitrag von Daniel Schweighöfer im Kegelclub hinweisen, der mit den Worten endet: „Die Herausforderungen der Informationsfreiheit verlangen eine zweite, eine richtige Aufklärung der Menschen. Wir alle müssen daran mit arbeiten, wenn wir in der Gesellschaft der Informationsfreiheit zu Hause sein wollen.“ Sein Ende soll mein Anfang sein:

 
Ja: Das Internet und die Piratinnenpartei bieten prinzipiell allen Menschen die Möglichkeit, mitzumachen. Das meistgenannte Argument gegen ein aktiveres Engagement zur Förderung von Frauen in beiden Feldern. Das Internet sei doch schließlich ein Ort, an dem Status, Alter, BMI und Geschlecht keine Rolle mehr spielten, werfen viele gegen einen neuen Netzfeminismus ein. Bei den Piraten ist das doch genauso! Mit dem Begriff „Post-Gender“ wurde eine feministische Diskussion innerhalb der Piratenpartei schon vor über einem Jahr abgewehrt. „Wir sind alle Menschen und das reicht mir als Info! Und selbst mit Aliens hab ich kein Problem so lange die nett zu mir sind.“ – diese Aussage bringt die Einstellung vieler Piraten vermutlich schön auf den Punkt. Das Problem aber ist: Die Gedanken im Internet sind immer an einen Körper in der realen Welt gebunden. Damit unterliegen auch sie gesellschaftlichen Strukturen und Zwängen. Auch sie wurden auf eine sehr typische Weise sozialisiert – selbst wenn die Eltern 68er waren. Auch sie haben Stereotypeverinnerlicht.
 

Quelle: (cc) Joriel "Joz" Jimenez via Flickr
Quelle: (cc) Joriel "Joz" Jimenez via Flickr

 
Stereotype und gesellschaftliche Strukturen wirken auf die Beteiligungs-Möglichkeiten – so frei das Internet auch sein mag. Da ist zum einen das Thema „Doppelte Vergesellschaftung von Frauen“, also die Inanspruchnahme der Frau durch a) Arbeit und b) Haushalt/Familie. Es hat sich längst nicht erledigt.
 
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Frauen, bildet Banden

Abstract aus meinem Beitrag im Böll-Streit-Wert-Blog zu Bündnispolitiken:
 
Vernetzung für Mobilisierung
 
Bündnisse waren und sind seit jeher eine der stärksten Instrumente gezielter und auch erfolgreicher Frauen- und Geschlechterpolitik. Wo Frauen sich verbünden, werden sie stark, sichtbar und hörbarer.[…]
 
Nicht selten aber scheitern Frauen trotzdem immer noch, wenn es um eine Wahrnehmung auf Augenhöhe geht. Die gesellschaftlichen Strukturen hinter ihnen, die Stereotype in den Köpfen aller Beteiligten – all das hat sich in den vergangenen 30 Jahren zwar bewegt, aber nicht grundlegend geändert.[…]
 
Bündnisse können helfen, Stereotype auszuhebeln, indem sie das Bewusstsein der Frauen darauf lenken, was die eigenen Stärken sind. Indem sie Best Practices an die Oberfläche bringen. Mit Vorbildern vernetzen. Eine einzelne Frau im Männer-Reigen reicht nicht – sie würde als „Ausnahme“ klassifiziert. Viele müssen es sein. Diese Regel führt zurück zur Situation der einzelnen Piratin im Berliner Abgeordnetenhaus. Sie ist alleine. Sie ist die Ausnahme schlechthin.[…]
 
Ein Bündnis für mehr politische Präsenz von Frauen in allen Parteien wird sich mit vielen Fragen und Themen befassen, eines der obersten ist die Frauenquote.“
 
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