„Als der Mensch zur Frau wurde…“

15 Minuten sprunghaftes Philosophieren über

  • die subtraktive Liebe,
  • die Frage ob man Liebe kaufen kann,
  • Karl Marx
  • das Barbarische der Familien und
  • schlussendlich die untergeordnete Rolle der Frauen.

Also: einfach mal alles.

Sophie Rois, die mir schon im Film „drei“ wahnsinnig gut gefallen hat, ist einfach: wunderbar.

 

(Quelle: dctp.tv – via der freitag)

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Phänomenal oder asozial?

Meine ehemalige Nachbarin erwartet ihr sechstes Kind. Ihr sechstes? Ja, richtig gelesen. Ein persönlicher Blick auf Kinderreichtum

 

In meiner früheren Wohnung hatte ich eine fünfköpfige Familie als direkte Nachbarn. Sie lebte mit Hund in einer Dreizimmerwohnung direkt auf der anderen Seite der Treppe, erstes Obergeschoss, Vorderhaus. Der Mann war tendenziell unfreundlich, fand ich. Oder schlichtweg unkommunikativ. Aber das tut hier nichts zur Sache. Ebensowenig wie die Haarpracht der Frau, die ihre langen hennaroten Rastas stets zusammengebunden trug. Oder das ständige Gejaule des Hundes, wenn die Familie abwesend war. Was einen anderen Nachbarn einmal dazu veranlasste, bei uns zu klingeln und uns erst über mangelnden Tierschutz aufzuklären, um dann irgendetwas zu unternehmen. Was auch immer das war – jedenfalls hatte er wenige Wochen später wohl eine vollgekackte Windel in seinem Briefkasten. Denn die Familie hatte Zuwachs bekommen, war nun also sechsköpfig geworden, und der Zuwachs lieferte solcherlei Munition.

Die Grenze des "Normalen" sind heute häufig schon zwei Kinder. (Quelle: (cc) Eddy Van 3000 - via Flickr)
Die Grenze des "Normalen" sind heute häufig schon zwei Kinder. (Quelle: (cc) Eddy Van 3000 - via Flickr)

Davon abgesehen war das Nebeneinander dieser Familie und uns eher ignorant. Typisch Berlin, eben. Vielleicht hielten sie uns für Yuppies, und naja: wir hielten sie eben für kühl und unkommunikativ. Außerdem bekamen wir auch keine Chance, uns näher zu beschnuppern, denn aufgrund eigener Fortpflanzung brauchten wir mehr Raum und zogen weg. Doch vergangenen Sommer, als ich mit meinem eigenen zweiten Baby viel Zeit auf einem hiesigen Spielplatz verbrachte, sah ich sie oft wieder. Sie waren noch einer mehr geworden – nun also fünf Kinder. Ich muss sagen: die Fortpflanzungsaktivitäten anderer gehen mich absolut nichts an – aber beeindruckend fand ich das schon.
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Darstellung der Geschlechter im Kinderfernsehen – ihr seid gefragt

Im Rahmen einer Magisterarbeit im Fach Soziologie an der Universität Trier wird eine Online-Umfrage zum Thema “Darstellung der Geschlechter im Kinderfernsehen“ durchgeführt. Die Projektleiterin benötigt dringend Mütter und Väter mit Kindern zwischen drei und zwölf Jahren , die an der Befragung teilnehmen.
Die Umfrage ist selbstverständlich anonym und dauert ca. 10-15 Minuten.
(via Bildungsserver)

Mitgemacht!

 

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Berlin 1981–2011: Hausbesetzungen, Bauspekulation, Gentrifizierung

In eigener Sache: Am Freitag darf ich die Moderation für eine sehr spannende Diskussion übernehmen. Ich freue mich, wenn ihr kommt.

 

Eine Ausstellung zu den Hausbesetzungen in Berlin 1981 ist vom 23. August bis 2. September von Montag bis Freitag in der Zeit von 10-16 Uhr im Archiv Grünes Gedächtnis zu sehen.
 

Podiumsdiskussion

Anfang der 80er Jahre wurde in Berlin mit alten, leer stehenden Häusern spekuliert. Mit dem Aufruf „instand besetzen statt kaputt besitzen“ meldeten Hausbesetzer/innen ihre Ansprüche  an. Auch viele Grüne haben damals in besetzten Häusern gewohnt. Heute werden sozial schwache Bevölkerungsgruppen aus Wohngegenden verdrängt, deren Sanierung Besserverdienende folgen. Für diesen Umbau der Quartiere wurde der Begriff Gentrifizierung geprägt, für die einen ein Kampfbegriff, für die anderen die logische Folge von Stadtentwicklungen.

Wie  positionieren sich Bündnis 90/Die Grünen in Berlin in diesem Prozess?

Mit:

* Thomas Dietrich Lehmann, Umbruch Bildarchiv Berlin
* Anette Schill, Regenbogenfabrik Kreuzberg
* Franz Schulz, Bürgermeister in  Berlin, Friedrichshain-Kreuzberg, Bündnis 90/Die Grünen

Moderation:

* Katrin Rönicke, Journalistin/Bloggerin, Frauenrat Heinrich-Böll-Stiftung, Bündnis 90/Die Grünen
 
Information:
Anne Vechtel,
vechtel@boell.de,
Telefon 030/28534-262
Veranstalter:    Archiv Grünes Gedächtnis der Heinrich-Böll-Stiftung
Veranstaltungs- ort:   Archiv Grünes Gedächtnis
10247 Berlin, Eldenaer Str. 35
Tram 21 Haltestelle Samariterstraße; S- Bahn 41, 42 (Ringbahn), 8 und 85 Haltestelle Storkower Straße; U-Bahn 5 Haltestelle Samariterstraße

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„Der SlutWalk ist ein solidarisches Event“

(Dieser Text erschien ursprünglich auf freitag.de – wo er auch rege diskutiert wird)

Don't tell women what not to wear - tell men not to rape

Bei Club Mate und Retromusik trafen sich im Café Hilde, Berlin Prenzlauer Berg, zwei junge Damen zum Slut Talk: Anne Wizorek ist eine der Organisatorinnen des Berliner SlutWalks und vielen als Autorin bei Spreeblick und als Mitglied des Orgateams der re:publica bekannt. Meine Wenigkeit als zweiter Part des Gesprächs, tritt als feministische Freitagskolumnistin und bei der Initiative Frau Lila auf. Da wir also auf einem recht hohen feministischen Ross dahergeritten kommen, ließen wir das übliche Geplänkel zu der Frage: Warum gibt es eigentlich SlutWalks gleich weg und kamen zu den wesentlichen Dingen:

Katrin: Wurdest du schon einmal als ‚Schlampe‘ bezeichnet?

Anne: Weniger als ‚Schlampe‘, aber schon öfters als ‚Fotze‘. Also diese klassische Beschimpfung, wenn man auf der Straße angemacht wird und dann auch noch die Frechheit besitzt, da nicht positiv drauf einzugehen! Sondern es entweder zu ignorieren, oder – so wie ich – den Stinkefinger zu zeigen.

Katrin: Und schon sind wir beim Thema: ‚Typen, die Mist sagen‘ – denn damit fing ja die ganze SlutWalk-Bewegung an. Nun ist es ja aber nicht das erste Mal, dass jemand so einen Scheiß sagt. Hast du irgendeine Erklärung dafür, wie es kam, dass daraus eine weltweite Bewegung entstehen konnte? Hat es irgendwelche anderen Umstände gegeben, die das begünstigt haben? Politische oder gesellschaftliche Debatten?

Anne: Ich glaube tatsächlich, dass durchaus diese ganzen Vergewaltigungs-Fälle, die in der letzten Zeit durch die Medien gejagt wurden, sprich: der Fall Julien Assange, Dominique Strauss-Kahn und bei uns Kachelmann; dass die dazu geführt haben, dass mehr Menschen mobilisiert wurden, als vorher. Dass es so geballt Reaktionen gab. Andererseits: In Toronto wurde der Slogan „We’ve had enough!“ geprägt. Der beschreibt sehr gut diese „Schnauze-voll!“-Stimmung. Da haben dann Leute gesagt: Es reicht! Aber es genügt uns nicht mehr, uns zu Hause hinzusetzen und einen ‚Rant‘ in unserem Blog zu schreiben, sondern wir bringen das auf die Straße. Ich habe diese Entwicklungen ziemlich von Anfang an mit verfolgt.

Katrin: Wie kamst du dazu?

Anne: Ich verfolge viele feministische Blogs aus den Staaten und bin Fan von Jaclyn Friedman, die das auch ziemlich früh aufgegriffen und unterstützt hat. Ich habe dann die Entwicklungen immer weiter verfolgt. Dabei war es sehr spannend, dass immer mehr Städte dazu aufgerufen haben und es schließlich sogar rübergeschwappt ist, zu uns nach Europa.

Katrin: Was sind bisher die Erfahrungen mit den SlutWalks? Denn ich bin ja eher pessimistisch und habe das Gefühl: Feminismus ist nicht sonderlich in der Grundstimmung oder in den Grundansichten einer Gesellschaft verankert – weder bei uns, noch anderswo. Wie viele Frauen gehen dann schon auf die Straße? In Passau war ja nun er erste deutsche SlutWalk. Wie war das dort?

Anne: Die genauen Zahlen habe ich jetzt nicht. Aber der war relativ überschaubar –  das war irgendwie auch klar. Andererseits finde ich es total großartig, dass die das dort durchgezogen haben. So weit ich weiß ist das dort eine extrem konservative Ecke. Insofern: Respekt! Was jetzt das Potential angeht wirklich feministische Ziele zu vertreten: Mein Eindruck ist, dass der SlutWalk da zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt. Einerseits werden die Feministinnen mitgenommen, die es sowieso schon vermisst haben, dass etwas Aktives stattfindet. Andererseits wird eine Generation sensibilisiert, die damit noch nicht so viel zu tun hatte. Die vielleicht denkt: Ach Feminismus – das sind doch die alten Frauen mit den langen Achselhaaren. Speziell in Deutschland hat Feminismus ja auch so ein uncooles Image. Die Frau, die den SlutWalk in London organisiert hat, war grade mal 17 Jahre alt – die geht noch zur Schule! Ich finde das super!

Katrin: Es mobilisiert also vielleicht das Interesse bei denjenigen, die noch nicht unbedingt feministisch sind, aber spüren: Ich will in der Gesellschaft sexy sein können ohne andererseits Angst haben zu müssen, stigmatisiert zu werden und im nächsten Schritt Opfer von Übergriffen.

Anne: Bei den SlutWalks geht es tatsächlich weniger darum, auf die Straße zu gehen, weil man unbedingt tiefe Ausschnitte tragen will, sondern einfach um das Statement: Ich will mich so kleiden können, wie ich will. Ich will dafür nicht angegriffen werden – geschweige denn eine Mitschuld angehängt bekommen, wenn wirklich etwas passiert.

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Piraten, Feminismus & Klischeedenken

„Feministinnen machen sich selbst zu Opfern“ – wenn es einen Satz gibt, von dem ich mir wünsche, dass er einfach mit knallpeng für immer explodiert und nie wieder kommt, dann dieser. Mit all seinen Nebenimplikationen. Aber so einfach geht das leider nicht. Es denken ja viel zu viele, noch dazu recht kluge Menschen, dass Feminismus eine Opferrollen-Erschaffung des gesamten weiblichen Geschlechts sei. Dass Freiheit und Selbstbestimmung die zentralen Grundziele der feministischen Haltung sind – interessiert nicht. Auch eine tiefergehende Betrachtung der Wirkung von Stereotypen in allen Bereichen – im Geschlechterverhältnis aber im Besonderen – findet nicht statt. Es ist aber eben auch komplex. Die Opferrolle ist übrigens auch nichts als ein Stereotyp – eines über FeministInnen. Schublade auf, FeministIn rein, Schublade zu. Wie hier (Piratenkeks: Die destruktive Wirkung des Opferfeminismus):

„Diese Viktimisierung der Frau im vorliegenden Beispiel ist kein Einzelfall. Schaut man sich die typischen, öffentlich wahrgenommenen Themen des Feminismus der letzten Zeit an, wird sie gar zum wiederkehrenden Motiv. Es gibt so wenige Frauen in Führungspositionen, weil sie Opfer des von Männern gebauten Systems sind. Der Staat soll wie ein übergeordneter Gottesersatz eingreifen. Natürlich existiert dieser Missstand, aber wieso wird in der öffentlichen Debatte nie die Frage nach der Rolle der Frauen beim Erhalt dieses System gestellt?

Ein anderes Beispiel zeigt es noch deutlicher: Feministinnen beschweren sich seit Jahr und Tag über Machos. Gleichzeitig weiß wohl jeder: Der nette Junge kriegt das Mädchen nur im Film. In der Realität hingegen, sind es die Machos, die ein geregeltes Sexualleben haben, während die netten Kerle, die Frauen so zuvorkommend behandeln wie ihre Mütter und die Medien (auch die Bravo) es ihnen beigebracht haben, immer nur »Lass uns Freunde sein« zu hören kriegen. Geschlechterstereotypen würden einige sagen, Realität sagen wir.“

Das ist besonders witzig, wenn man sich den Abschluss dieses Feminismus-Bashings anschaut:

„Aber ein Feminismus, der seinen eigenen Zielen und Maßstäben gerecht werden will, muss hier in besonderem Maße differenziertes Denken an den Tag legen.“

Ja. Äh. Differenziertes Denken. Genau.
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