Alphamädchen an die Front!

Am Wochenende war ich im Rahmen meiner Arbeit für den Lehrstuhl Politische Theorie an der Durchführung des Kongresses “Offiziersausbildung für das 21. Jahrhundert” beteiligt. Veranstaltet von der Clausewitzgesellschaft und der Humboldt-Universität zu Berlin befassten sich etwa 130 Männer zwei Tage lang mit der Frage, welche Herausforderungen die Kriege des 21. Jahrhunderts an die Ausbildung von Offizieren stellen. In Retrospektive an Carl von Clausewitz, der in Vom Kriege beschrieb, was gute Kriegsführung bedeutet, und in Betrachtung der Geschichte der Militärausbildung in Deutschland, sollte eine Vision entworfen werden, wie Nato und Bundeswehr auf neue Herausforderungen, zum Beispiel in Afghanistan oder in den schweren Konflikten in Afrika, vorbereiten.

Professor Herfried Münkler, der mit seinem Buch Die Neuen Kriege (Video der Bundeszentrale für Politische Bildung) beschrieben hat, was genau das Neue und Gefährliche an den Kriegen des 21. Jahrhunderts sind, diskutierte mit diesen – hauptsächlich älteren – Männern, es wurden Vorträge von Wissenschaftlern und von Kommandeuren gehalten, und von wissenschaftlichen Kommandeuren und Generälen. Die wenigen Frauen im Publikum waren größtenteils mitgereiste Gattinnen. Nur vereinzelt mischte sich auch einmal eine Frau in die Diskussion ein. Für jemanden wie mich war die Sache zwar überaus spannend, weil ich Einblicke in eine mir sonst fremde Welt bekam, aber ich fragte mich auch, was das für eine moderne Zukunft sein soll, wenn Frauen beim Militär nach wie vor so selten sind.

Ehrlich, was diese Sache angeht, müssen wir echt mal aus den Puschen kommen. Wolf-Dieter Löser, Generaloberst vom Nato Defence College war so mutig, in seiner Vision der neuen Soldat_innen eine Frau zu wählen, die diese Vision verkörperte. Und jetzt kommt’s: Keiner der alten Herren monierte das! Man will uns kluge, junge Frauen gerne dort! Aber wollen wird das denn auch? Weiterlesen

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Frauenpower macht Machos sauer

Warum schickt der Typ jetzt einen Porno? Wieso redet der nur über Geschlechtsorgane, wenn es doch hier um Gleichberechtigung geht? Habt ihr euch das schon einmal gefragt? Warum gehen viele Maskulisten in ihren Foren und anderswo oft gleich auf die “Ficken!”-Ebene, wenn sie sich mit Feministinnen auseinander setzen?

Sexuelle Beschimpfungen von starken Frauen, insbesondere von Frauen, die sich für Geschlechterdemokratie einsetzen, sind ein Phänomen, das nicht erst im Internet-Zeitalter auftrat. Schon die Feministinnen der 2. Welle durften sich von Männern anhören, dass sie einfach mal wieder richtig Sex haben müssten, dann wären sie auch nicht so ätzend.

Jüngste Auslassungen von vermutlich Männern in verschiedenen Internetforen fügen sich in dieses uralte Muster. Endlich könnte es eine Antwort geben, warum diese Männer so reagieren:

“Männer, die sich in irgend einer Weise in ihrer Männlichkeit herabgesetzt fühlen, reagieren darauf in einer sexualisierten Weise.”

sagt Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke hier in seiner samstäglichen Erklärungs-Kolumne bei Radio 1 (MP3; unbedingt bis zum Ende hören, da es dort interessant wird)

So hätten “Machos”, die unter wissenschaftlichen Bedingungen mit vermeintlichen Frauen  gechattet hatten, die ihnen Sachen schrieben, welche ihre Männlichkeit angriffen, mit dem Schicken von Pornos reagiert.

Also Ladies, wenn euch mal wieder Typen sexualisiert beleidigen oder Pornos schicken, dann immer daran denken: Offenbar stellt eure Frauenpower eine Gefahr für ihr männliches Selbstbewusstsein dar. Ooooch.

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