Die andere Seite der Kritik

Das Thema Religion – ein heißes Eisen. Sachliche Diskussionen darüber schwierig. Nicht umsonst wird geraten, nicht mit Freunden darüber zu streiten.


(Bild: Trey Ratcliff via Flickr; Trey Ratcliffs Blog)

Denn schnell werden so aus Freunden Feinde. Gläubige Neon-User fühlten sich zutiefst gekränkt, nachdem sie einen Artikel über das Buch „Wir brauchen keinen Gott“ gelesen hatten, den ich veröffentlichte. Vorweg möchte ich sagen, dass die Kritik nicht ungehört oder spurlos an mir vorüberging, vieles davon werde ich mir merken und Acht haben, wenn ich noch einmal so ein heißes Eisen anfasse – wie zum Beispiel nun.

Nur das Negative
Polemisch sei man, wenn man nur die negativen Aspekte des Christentums aufzähle. Der Autor des besprochenen Buches war somit rein polemisch. Er verfährt bei seinen Betrachtungen ähnlich wie ein religiöser Fundamentalist: Er sucht die Stellen, die man als Rechtfertigung zur Gewalt auslegen kann. Oder die zur Diskriminierung bestimmter Gruppen animieren. Er sucht in den Schriften der drei großen Monotheismen nach der Ursache für die negativen Auswirkungen, die Religion mit sich bringen kann.

Der wirkliche Streitpunkt: Fanatismus und Religionen
Jede Religion hat zu jeder Zeit (auch gegenwärtig) ihre Fanatiker hervorgebracht. Zufall? Einzelfälle, die keine sonderliche Beachtung verdienen? Hier streiten sich die Geister wirklich: viele Menschen glauben das nicht. Sie glauben nicht, dass das Zufall ist, dass es Einzelfälle sind. Es gibt wissenschaftliche Untersuchen denen zufolge jeder Mensch die Veranlagung dazu mit sich bringt: fanatisch und völlig begeistert etwas anzuhängen und in Folge dessen das eigene Tun nicht mehr oder nur noch eingeschränkt zu hinterfragen (ebendies würde ich selbst mit dem Artikel tun, kritisierten einige – vielleicht nicht zu unrecht).
Hier ist nun jeder Mensch gefragt, seine Intelligenz zu nutzen, zu hinterfragen, kritisch zu sein. Auch die Kritiker und die Kritiker der Kritiker. Weiterlesen

Flattr this!