„Los schon! Worauf wartest du noch?“

Noch nie habe ich meine Hormone eine so deutliche, so eindringliche, ungeduldig drängende Sprache sprechen hören, wie in diesem Frühling.


(Dieses unglaubliche Foto stammt aus dem Flickr-Fotostream von Thomas Hawk)

Mit 22 Jahren ist man genau im richtigen Alter, um mit dem Kinderkriegen loszulegen. Das dachten sich wohl auch andere – nur, dass sie ihr eigenes Alter für geeignet hielten. Läuft man die Tage durch die Straßen dieser Stadt, laufen sie einem zu Hauf übern Weg: junge Familien. Sie sehen so aus, wie ich es mir für meine Familie auch wünsche wenn ich geworfen haben werde, wenn es da ist: so sympathisch „normal“, eine Mischung aus links-alternativ und bodenständig, aus konservativ und revolutionär, aus Grenzen setzen und Freiraum lassen, zwischen Ökokommune und BWL-Studium. Ihre Kleinen schmiegen sich an ihre Bäuche oder hängen sicher verpackt, durch ein Stahlgestell gestützt, auf ihrem Rücken. Genauso, wie ich es auch transportieren würde: ganz nah bei mir, wo es mich spüren kann, meinen Herzschlag hören kann, wo es was sieht von der Welt und bloß nicht in so einem schrecklichen Ungetüm von Kinderwagen! Wenn ich sie so sehe, wird mir warm ums Herz, eine wohlige Welle steigt in meinem Körper auf, ich atme intensiv durch und kann den Blick einfach nicht von ihnen abwenden. Noch nie habe ich die Hormone in meinem Körper eine so deutliche, so eindringliche, ungeduldig drängende Sprache sprechen hören, wie in diesem Frühling. „Los schon,“ sagen sie. „Worauf wartest du denn noch?!? Willst du wohl endlich loslegen, sonst versauerst du noch!“

Ich ertappe mich dabei, wie ich immer langsamer werde, wenn ich an einem gutbesuchten Spielplatz vorbeikomme. In meinem Stadtteil leben hauptsächlich junge Menschen und es sind auch größtenteils junge Mütter und Väter, die auf den hiesigen Spielplätzen ihrem Nachwuchs beim Buddeln im Sand, Schaukeln und Rumjachtern mit anderen Stöpseln zusehen. Die Eltern dieser Stöpsel sind kaum älter als ich. So schleiche ich an den Schaukeln, Schokomäulern, dreckigen Kinderpopos, sandschaufelnden Knirpsen und ihren beneidenswerten Erzeugern vorbei und male mir eine schöne Geschichte nach der anderen aus. Wie wird das wohl sein, wenn ich Mutter bin? Bestimmt großartig! „„Los schon! Worauf wartest du noch?““ weiterlesen

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Hysterie|Stoff

„Keine Macht den Drogen!“ heißt die Parole, die wir alle verinnerlicht haben. Wir begegnen dem Stoff und den Konsumenten mit hilfloser Hysterie.


(Foto: by ThomasThomas via Flickr)

Der Anlass für einen weiteren Drogentext:

Das „Nature“-Magazin berichtet, dass einer Studie zufolge THC in Mäuse-Blut die Krankheit Arteriosklerose verhindert hat, indem es eine bestimmte Überreaktion des Immunsystems stoppt und damit eine „Verstopfung“ der Arterien vermieden wird. [Quelle: Nature-Magazin ]

Und das ist nur eine von vielen positiven Wirkungen!

Gerade bei Cannabis ist das Potential, das die Droge für die Medizin hätte, eines der ältesten Argumente für die Legalisierung – und sei es nur als Arzeimittel. Seit Jahrtausenden nutzen Mediziner auf der ganzen Welt positive Eigenschaften des THC, das folgendes Wirkunsspektrum aufweist:
Antibakteriell, antiemetisch (brechreizhemmend), antiepileptisch, antiviral, appetitanregend, bronchienerweiternd, entkrampfend, entzündungshemmend, fiebersenkend, gerinnungshemmend, juckreizhemmend, schmerzstillend und temperatursteigernd. „Hysterie|Stoff“ weiterlesen

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