Entschlüsselte Weiblichkeit

Das ist erstaunlich, sensationell – ja, ein Meilenstein in der Geschlechterforschung! ForscherInnen haben 99,3% des X-Chromoms entschlüsselt.


Sie tanzen das XY (Foto: Loty via Flickr)

In politischen Diskussionen mit Männern, in denen es um die Rolle der Frau und die Unterschiede zwischen Männlein und Weiblein ging, wagte ich mich bisher auf (eigentlich) unerforschtes Terrain und neigte dazu, Behauptungen aufzustellen, die nicht bewiesen waren. Aus Überzeugung versteht sich! Denn wenn mir einer kam mit „das ist biologisch so vorgesehen, dass Frauen sich um die Kinder kümmern und am Herd stehen“, dann rastete ich eben mal schnell aus. Dazu stehe ich!
Dieser Spezies Mann gegenüber ließ ich dann gerne die Biologin raushängen (ohne zu erwähnen, dass ich erst im zweiten Semester war und Genetik noch gar nicht hatte). Ich erklärte dann besserwisserisch, dass ja das zweite X-Chromosom, dass wir Frauen „mehr“ haben ausgeschaltet sei, wir also effektiv nicht irgendwelche Gene „mehr“ haben oder sonst etwas. Ich war und bin davon überzeugt: Frauen und Männer sind unterschiedlich, weil sie dazu erzogen werden, sich anders zu verhalten. Einen tatsächlichen biologischen Unterschied, die primären und sekundären Geschlechtsmerkmale mal ausgenommen, habe ich immer wehement abgestritten. Ich stehe nach wie vor zu dieser Überzeugung, mein Verhalten ist mir allerdings mittlerweile etwas peinlich.

Nun hat das spekulieren bald ein Ende!

In der aktuellen „Nature“ lese ich dann erstaunliches, sensationelles – ja, ich lese von einem Meilenstein in der Geschlechterforschung! ForscherInnen haben nun 99,3% der euchromatischen Sequenz des X-Chromoms bestimmt. Von ihm werden 1098 Gene exprimiert, davon sei ein großer Teil schon identifiziert worden. Die vermeintlich hohe Zahl täuscht allerdings, denn das sind gerade mal 4% der menschlichen Gene insgesamt.

Männlein und Weiblein sind biologisch verschieden! Weiterlesen

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Kadda in Schlaraffien

Die Straßen sind mit Stullen gepflastert. An den Bäumen wachsen Äpfel, Kirschen, Orangen, Pfirsiche und viele tausend andere Früchte – ganzjährig!


(Foto: Tracy Ducasse, via Flickr)

Ich bin heute eingeladen. Die Absenderadresse ist eine Freundin in Schlaraffien – mein Lieblingsort!
Meine Freundin, Melone mit Namen, wohnt dort schon seit Jahren. Sie hat einen Traum verwiklicht.

Schlaraffien ist ein Ort voll mit Essen. Die Straßen sind mit Stullen gepflastert. An den Bäumen wachsen Äpfel, Kirschen, Orangen, Pfirsiche und viele tausend andere köstliche Früchte – ganzjährig! Wenn es regnet, fallen dicke Tropfen Fruchtsaft auf die Erde Schlaraffiens. Je nach Tageszeit mal Mango, mal Orange, Maracuja, Aprikose usw…. Da muss man nur seinen Becher hinhalten und schon wird der Durst mit einem frischen Tröpfchen gelöscht.

Schokolade gibt es dort auch, aber nicht so viel, denn darauf hat nur selten jemand wirklich Hunger. Überhaupt ernähren sich die SchlaraffianerInnen extrem gesund! Das mag angesichts des Überangebots sehr seltsam erscheinen, liegt aber dennoch genau darin begründet! In Schlaraffien werden die Speisen nicht erst verpackt, sie liegen, stehen und hängen ja überall herum. Oder fallen vom Himmel. Das Auge der dort lebenden Menschen sieht also nur die pure Frucht, das braun der Schokolade oder das bunt der Gemüsesuppe im Gemüsesuppenbrunnen. Und sie riechen ihr Essen. Ganz Schlaraffien ist von einem unglaublichen Duft erfüllt – einem Duft von frischen Speisen, Pheromonen und Jasminblüten.

Wenn ich meine Freundin in Schlaraffien besuche und wir mit ihren Freunden Kiwi, Anna_nas, Papaya und Zwetsch G. spazieren gehen, dann esse ich immer genau das, worauf ich wirklich gerade Lust habe. Nach kürzester Zeit erkenne ich die Bedürfnisse meines Körpers und mir mangelt es bald an nichts mehr. Weder an Eisen, an Magnesium, Vitamin B, A oder E, noch an Eiweißen oder bestimmten Aminosäuren! Eine Woche in Schlaraffien ist wie eine Kur, eine Reise zu sich selbst, zu den wahren Bedürfnissen des Körpers. Weiterlesen

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Nicht so antiseptisch!

„Tötet den Geruch! Tötet die Bakterien!“, sagt die Fernsehwerbung. Das ist nicht lieb. Und schlau schon gar nicht.


Escherichia coli, gefunden über wikimedia commons, Quelle: NIAID

Neulich im Fernsehen: „Fakt ist: Gerüche entstehen durch Bakterien“ und müssen deswegen bekämpft werden. Zudem sollten wir an nicht an Bref-Powerreiniger sparen, der mit einer ordentlichen Portion Chlor auch der letzten Mikrobe das Leben raubt und mit Sagrotan vor jedem Klogang unsere Klobrille reinigen (das gibt es nämlich als fertig in der Lösung getränkte Tücher oder auch als Spray). Wenn unsere Schuhe von unseren kleinen Stinkmorcheln miefen, weil wir nur ein Paar haben und die Fußbekleidung deswegen nicht täglich wechseln können, dann greifen wir zum Hygiene-Spray und morden Hunderte dieser bösen Mikroben im Nu.
Jetzt, hier und heute, ist der Mensch dabei, den Bakterien den Platz auf diesem Planeten streitig zu machen. Wie heißt es in der Werbung, wo ein jammerndes Bakterium klagt: “früher waren wir noch Millionen, doch jetzt, wo es diesen Reiniger gibt, leben wir verbannt“ oder so ähnlich. Die Reinigungs- und Desinfektionsmittel-Industrie ist auf dem Vormarsch. Mit ihren Kampagnen wollen sie uns zu einer Antiseptischen Gesellschaft machen: Jeder natürliche Geruch, jede kleinste Mikrobe, jedes Staubkorn und überflüssige Härchen an unserem Körper wird zum persönlichen Feind, der freiheitlich-demokratischen Gesellschaftsordnung erklärt! Kampf den Mikroben! Her mit Chlorreinigern und Sagrotan! Weiterlesen

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