Pinkstinks, piqd.de und der piqd Podcast

Liebe Mitlesenden,
lange habe ich hier nichts mehr hinein geschrieben, denn ich hatte viel zu tun! Da war unter anderem die neue Arbeit für die pinkstinks, für die ich nun hin und wieder Texte schreibe.

Da war aber auch ein schönes neues Projekt, das ich von Herzen gerne weiterempfehle: Es heißt piqd und es hat sich vorgenommen, den Journalismus und Medienkonsum in Zeiten des Netzes zu verbessern. Wie das gehen soll? – Indem eine ganze Reihe kluger Köpfe mit Expertise aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen das Netz kuratiert und ausgewählte Inhalte empfiehlt. Der Chefredakteur und der Geschäftsführer können das aber viel besser erklären, als ich, und das ganze kann man sich in einem Podcast anhören:

Und überhaupt: Der piqd Podcast! Es gibt sooooo viel Expertise in diesem Projekt, das muss man einfach nutzen! Was also liegt näher, als mit ihnen Gespräche über ihre Arbeit und ihre Geschichten zu führen? Ebend. In der letzten Folge habe ich zum Beispiel mit Christian Odendahl, dem Chefökonom des Center for European Reform über die Folgen des #Brexit, über das #Marmitegate, die Eurokrise und Gerechtigkeit gesprochen:

– die ganze Folge findet sich wie auch alle anderen Folgen auf podcast.piqd.de. Dort gibt es auch alle Links, um den Podcast auf den üblichen Wegen zu abonnieren. Alle zwei Wochen gibt es eine neue Folge mit einem der vielen spannenden Menschen hinter piqd.de! Ihr könnt auch unserem Soundcloud-Account folgen, dort finden sich ab jetzt auch alle aktuellen Folgen :)

Ansonsten bin ich bei piqd mal mehr, mal weniger aktiv als piqerin (so nennt man die Kuratorinnen bei piqd) für den Kanal „Liebe, Sex und wir“, einem wie ich finde sehr schönen Kanal rund um ein Thema, von dem man eigentlich dachte, mit dem Erwachsenenalter könne man nicht mehr sehr viel Neues dazu lernen – aber Pustekuchen!

Also: Ich habe viel zu tun und hoffe ihr verzeiht, wenn es auf diesem Kanal etwas ruhiger ist. Dafür gibt es ganz viele andere, auf denen man mir zuhören und mich lesen kann. Im Frühjahr kommt dann auch ein neues Buch – ich bin selbst gespannt!

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Feminismus, Sex und Revolution

London, Anfang September 2015. Caitlin Moran wohnt in London. Es ist für mich eine neue Stadt und so steige ich in den Bus, der in genau die andere Richtung fährt. Erst viel zu spät merke ich, was passiert ist, steige in eine Bahn, weil die App das sagt und schreibe Caitlin eine DM auf twitter, dass ich es total verpeilt habe. Sie schreibt sofort zurück, dass ich „armes Ding“ mir keine Sorgen machen solle und als ich ankomme, werde ich erst einmal fest geherzt und in das schöne Haus willkommen. Die Kinder gucken Die Simpsons im Fernsehen, auf dem Klavier steht die „Beatles Complete“-Notensammlung, ich habe die auch und sie fragt mich, ob ich einen Tee will, bevor wir auf die Terrasse gehen, um zu quatschen. Es ist alles, als würde ich zu einer alten Freundin kommen und wir würden wieder einmal über Gott und die Welt quatschen. Wir trinken Tee und sie dreht mir Zigaretten, denn obwohl ich extra noch eine Schachtel besorgt hatte, weil ich ja weiß, dass sie da eine Leidenschaft hat und weil ich auch etwas zurückgeben wollte – die habe ich im Hotel liegen lassen. „Natürlich“, sagt der Mann abends. „Natürlich hast du die liegen lassen.“

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Das Gespräch

Caitlin: Ich muss mich im Voraus entschuldigen: Ich rede sehr schnell und ich fluche eine Menge. Also wenn du das irgendwann transkribierst: ES TUT MIR SEHR LEID! „Feminismus, Sex und Revolution“ weiterlesen

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Mutti, ich war im Fernsehen!

Als ich gestern im Flieger nach Köln saß, da war ich noch mittendrin im ersten Band von „Fifty Shades of Grey“, einem der Gesprächsthemen von „west.art Talk“ am gestrigen Sonntag. Und ausgerechnet wenn ich so ein Buch lese, sitze ich neben einem meiner größten Vorbilder: Die Frau, wegen der ich überhaupt auf die Idee kam, Erziehungswissenschaften zu studieren! Die Frau, die ich schon immer so sehr respektiere und bewundere, dass ich damals, als es darum ging, ein Studienfach zu finden, das mir *wirklich* liegt, nachschaute „was hat die eigentlichs studiert?“. Ich klappte das Buch so weit es ging auf, damit diese kluge und weise Frau den Einband nicht sehen sollte.

In der Sendung waren ziemlich tolle Gäste: Feridun Zaimoglu, dessen Roman „Isabel“ ich gerade lese und sehr mag, weil er sowohl sprachlich als auch was das aufgreifen sozialer Konflikte zwischen Frauen und Männern angeht, sehr bohrend wirkt, was ich mag. Er geht dahin, wo es weh tut. Sandra Henke, eine der erfolgreichsten Erotik-Autorinnen des Landes. Silke Niggemeier, Paartherapeutin UND Mitglied im Vorstand von SMart Rain-Ruhr e.V.. Und Tobias Ruhland, der als Paar- und Sexualtherapeut von der „Front“ berichten konnte. Am Ende hätten wir alle gern nochmal genauso lang weiter miteinander gesprochen, so konstruktiv, respektvoll und gewinnbringend war das.

Und weil es so schön war, teile ich das nur zu gerne mit euch, denn man kann es in der WDR-Mediathek noch eine Weile ansehen.

Zu Fifty Shades selbst habe ich ein sehr ambivalentes Verhältnis. Ich schäme mich nach der Lektüre einerseits ein bisschen dafür, wie arrogant ich bislang, ohne es zu kennen, all jene abgeurteilt habe, die den Hype mitmachten. Andererseits hätte ich große Probleme damit, wenn eine Generation Mädchen oder junger Frauen nun die doch sehr klischeehaften Rollen und Verhaltensweisen zu irgend einem Ideal erheben würden. Schön wäre, wenn diese Geschichte neben vielen anderen Geschichten (lest Katherine Angel: „Ungebändigt“, lest Caitlin Moran „How to build a girl“!) Frauen auf Gedanken bringt…

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