Russland schränkt Rechte indigener Völker ein

(Dies ist eine Pressemitteilung der Hannoveraner Organisation JANUN e.V., die seit vielen Jahren in ihrer Umweltschutzarbeit auch immer einen engen Austausch mit indigen Menschen aus der ganzen Welt pflegen. Während meines FÖJ in Verden lernte ich JANUN kennen und mögen.)

Die russische Regierung hat die Dachorganisation der indigenen Völker Nordrusslands Raipon verboten.

… mit der wir von JANUN e.V. selber im Rahmen unseres Sibirienprojektes in Kontakt stehen und die uns beim Aufbau unseres Projektes unterstützt hat.

Nun braucht Raipon unsere Solidarität. Greenpeace hat eine Protestaktion gestartet, an der sich jedeR schnell und einfach beteiligen kann.

Siehe der link unter dem Text.

Worum es geht:
Die russische Regierung begründet Ihre Entscheidung mit angeblichen Widersprüchen in der Satzung der Organisation – ungeachtet der Tatsache, dass RAIPON auf Basis dieser Satzung seit 22 Jahren ohne Beanstandungen arbeitet. Seit ihrer Gründung 1990 hat die Organisation die Rechte der 41 Gruppen indigener Völker des russischen Nordens vertreten. Sie vereinte rund 300.000 Menschen, die oft keine Stimme in der politischen Arena haben.

Im August dieses Jahres hat sich RAIPON, zusammen mit anderen Vertretern indigener Völker Russlands, auf einer von Greenpeace organisierten Konferenz klar gegen Ölbohrungen in der russischen Arktis ausgesprochen. Die jetzige Kaltstellung der Organisation scheint ein dürftig verschleierter Versuch der russischen Regierung zu sein, die kritischen Stimmen auszuschalten.

mehr Informationen bei Greenpeace.de

Mitmachen und weiter verbreiten!

Flattr this!

Amanda Todd: Bullying bis in den Tod

Amanda Todd war 15 Jahre alt, als sie sich umbrachte. Sie wurde im Internet gemobbt und daraufhin auch im richtigen Leben. Ein Foto ihrer Brüste wurde auf Facebook gepostet und an alle ihre Freunde geschickt. Das ist der Beginn ihrer Geschichte, die sie selbst in einem Youtube-Video aufgeschrieben auf Karteikarten erzählt. Mehrmals wechselte sie die Schule, doch ihre Peiniger verfolgten sie gnadenlos und schüchterten sie immer weiter ein.

Nun spricht die ganze Welt über Amanda Todd und die Debatte über den Umgang mit Bullying bekommt neues Feuer. Es ist gut, dass es eine Debatte darüber gibt, was man tun kann. Das Video von Downtownpatrol ist ein gute Beispiel für Empowernment. Ihr Youtube-Channel gehört zu einem der coolsten Cheering-up-and-empower Channels, die ich kenne:

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=u8etV1VaTZU]

Für die Angestellten des Bundes-Familienministeriums und Angehörige der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag möchte ich noch einmal festhalten: Bullying ist keine Angelegenheit, die im Internet erfunden oder durch dieses entstanden ist. Bullying ist eine uralte und lange gekannte Methode, andere einzuschüchtern. Auch als es das Internet noch nicht in dieser Form gab, wurden Mädchen in ihren Klassen gehänselt und systematisch ausgegrenzt. Auch als weder Facebook, noch E-Mail oder youtube dazu genutzt werden konnten, Bilder oder Verleumdungen über Menschen in die Welt zu setzen, wurde Kinder und Jugendliche durch Bilder und Verleumdungen in den (versuchten) Suizid getrieben. So etwas fand auch in meiner Schulklasse statt – und da hatten längst nicht alle Zugang zum Internet. Zwei Mädchen versuchten, sich umzubringen.

Es gibt kein schrecklicheres Gefühl, als das, alleine zu sein. Alleine gegen eine Front an Hatern, die alle in einen Sturm der Verleumdung und des Hasses ganz groß und ganz stark sind.

Flattr this!

Crozier / Friedberg: Die Zwänge kollektiven Handelns. Über Macht und Organisation.

Diese Ausarbeitung eines Textes von Friedberg und Crozier kam mit neulich wieder in den Sinn, als ich über unintendierte Effekte sinnierte. Ich schrieb sie am 14.09.2008, als Abschluss meines Proseminars „Macht und Herrschaft“ bei Dr. Jürgen Mackert. Macht damit, was ihr wollt – ich hoffe, es ist irgendwie eine Anregung.

Das Ziel der beiden Autoren, Michel Crozier und Erhard Friedberg, ist es, Organisationen und organisiertes Handeln von Menschen zu analysieren. Damit haben sie zugleich eine eigene Organisationssoziologie entworfen, die bis heute in den Bereichen Management und BWL viel Beachtung erhalten und von zahlreichen Autoren als Grundstein weiterentwickelt wurden. Im Zentrum der Betrachtungen der beiden Autoren stehen der Akteur und das System/die Organisation, sowie ihre wechselseitige Beziehung und Beeinflussung. In der Analyse dieser Wechselbeziehung gehen die Autoren wie folgt vor:

1. Grundannahmen über die Beziehung von Akteur und System
2. die Rolle des Spiels in dieser Beziehung;
3. Theorie über die Zwänge kollektiven Handelns
4. die Rolle der Macht in den Spielen
5. Theorie über den sozialen Wandel im System aufgrund von Macht
6. Organisation als Problem
7. Strategisches Vorgehen von
8. Quellen von Macht in Organisationen.
Diese acht Punkte werde ich nun ausführlicher erläutern.


1. Grundannahmen zu Akteur und System/Organisation:

Als Ausgangspunkt für die Analyse betrachten die Autoren das strategische Denken auf der einen und das systemische Denken auf der anderen Seite. Diese beiden Denkschulen sind weder dem Akteur, noch dem System selbst zuzuschreiben, sondern beziehen sich dabei auf die allgemeine analytische Betrachtung, die Methodik, die ein Wissenschaftler anwendet, wenn er System und Akteur zu beschreiben versucht.
Das strategische Denken fokussiert die konkreten Erfahrungen des Akteurs sowie sein Erleben; das systemische Denken basiert auf den Kohärenzgesetzen und hierarchischen Zielsetzungen, die in einem System inhärent sind. Somit ergeben sich auch unterschiedliche Ziele: das Ziel des Strategischen Denkens ist es, das irrationale Verhalten von Akteuren durch spezifische Zwänge des Systems zu erklären; das systemische Denken hingegen versucht, die kontingenten, willkürlichen und nicht-natürlichen Dimensionen der konstruierten Ordnung des Systems wiederzufinden. Aus den unterschiedlichen Ausgangspunkten und unterschiedlichen Zielen ergeben sich damit automatisch auch zwei verschiedene Vorgehensweisen: während das strategische Denken heuristisch vorgeht, und auf diese Weise nach den realen Macht- und Abhängigkeitsverhältnissen der Akteure im System sucht, wendet das systemische Denken eine neue, eine geradezu „systemische“ Kausalität an, welche sowohl die Ursachen, als auch die Wirkungen jeglichen Geschehens als voneinander abhängig und dem System inne liegend betrachtet.
Die Autoren sagen: „Beide Vorgehensweisen sind widersprüchlich und komplementär zugleich“. Sie versuchen also, beide Denkweisen miteinander zu verknüpfen.

2. Das Spiel

Eine wichtige Rolle im Ansatz von Crozier und Friedberg spielt das sogenannte „Spiel“: Darunter verstehen die Autoren einen sozialen Interaktionsmechanismus, der indirekt zwischen den relativ autonomen Akteuren abläuft und sich in oft widersprüchlichen und divergierenden Verhaltensweisen ausdrückt. Das Spiel ist ein Instrument kollektiven Handelns und – was bedeutsam ist – es wurde von Menschen „erfunden“, gleich, ob diese Erfindung bewusst oder unbewusst getätigt wurde. Der Sinn und die Aufgabe dieses Instruments ist es, jegliche Zusammenarbeit dahingehend zu regeln, dass Abhängigkeits- und Machtverhältnisse klar strukturiert werden. Das ist wichtig, da nach der Theorie Friedbergs und Croziers in jeder Art der Zusammenarbeit und Interaktion auch Machtverhältnisse entstehen. Das Spiel macht es einfacher, diese zu verstehen und sich ihnen zu fügen – oder auch nicht. Denn das ist entscheidend: Dem einzelnen Akteur bleiben trotz einiger fester Regeln, die er vorfindet, eigene Freiräume offen, er behält in einem bestimmten Rahmen Optionen zur freien Entscheidung für sich – eine davon kann es zum Beispiel sein, sich dem Spiel nicht anzuschließen und nach einem geregelten Mechanismus daraus auszusteigen – aber dazu im Kapitel „Macht und Spiele“ mehr.

„Crozier / Friedberg: Die Zwänge kollektiven Handelns. Über Macht und Organisation.“ weiterlesen

Flattr this!

So, you didn’t know that Wikipedia has a porn problem?

Ich crossposte hier einen Input in eine Debatte, in die ich mich einmal kurz selbst eingeschaltet hatte (und schnell wieder raus geschaltet) und die ich für hoffnungslos hielt. Aber vielleicht gibt es ja doch eine Möglichkeit, einzuwirken und an vermeintlich nichtdiskutierbaren Punkten zu diskutieren… From Larry Sanger’s blog:

—o0o—

I want to start a conversation.

I. Problem? What problem?

So, you didn’t know that Wikipedia has a porn problem?

Let me say what I do not mean by “Wikipedia’s porn problem.” I do not mean simply that Wikipedia has a lot of porn. That’s part of the problem, but it’s not even the main problem. I’m 100% OK with porn sites. I defend the right of people to host and view porn online. I don’t even especially mind that Wikipedia has porn. There could be legitimate reasons why an encyclopedia might want to have some “adult content.”

No, the real problem begins when Wikipedia features some of the most disgusting sorts of porn you can imagine, while being heavily used by children. But it’s even more complicated than that, as I’ll explain.

(Note, the following was co-written by me and several other people. I particularly needed their help finding the links.)

Here is the short version:

Wikipedia and other websites of the Wikimedia Foundation (WMF) host a great deal of pornographic content, as well as other content not appropriate for children. Yet, the Wikimedia Foundation encourages children to use these resources. Google, Facebook, YouTube, Flickr, and many other high-profile sites have installed optional filters to block adult content from view. I believe the WMF sites should at a minimum install an optional, opt-in filter, as the WMF Board agreed to do in 2011. I understand that the WMF has recently stopped work on the filter and, after a period of community reaction, some Board members have made it clear that they do not expect this filter to be finished and installed. Wikipedians, both managers and rank-and-file, apparently do not have enough internal motivation to do the responsible thing for their broad readership.

But even that is too brief. If you really want to appreciate Wikipedia’s porn problem, I’m afraid you’re going to have to read the following.

larrysanger.org/2012/05/what-should-we-do-about-wikipedias-porn-problem/

Feel free to repost!

—o0o—

Diesen Input bekam ich über die Gendergap-Mailingliste. Bitte lest den ganzen Text, er hat viele Beispiele aufgelistet, wo Probleme bestehen. Und es gibt viele viele Probleme. Zum Beispiel, wenn problematische Bilder in Artikeln auftauchen und nicht entfernt werden, obwohl es klar passieren müsste. Wie im „Upskirt“-Artikel der englischsprachigen Wikipedia (ich sprach es dort auch in der Diskussionsseite an).

Es muss irgendwo zwischen dem Zensur-Vorwurf und dem hysterischen Sperren-Rufen einen Weg geben, der mit Verantwortung zusammenhängt. Wie er genau geht weiß ich selbst auch überhaupt nicht. Nur wird man ihn nicht finden, indem man Verantwortung einfach mit dem Zensur-Argument von sich weist. Niemand will Zensur. Aber Porno-Seiten gibt es im Netz zuhauf. Muss eine Enzyklopädie Pornografische Bilder republizieren? Wäre es vielleicht eine erste gangbare Lösung, im gesamten Pornografie-Projekt auf Bilder zu Verzichten und es bei den Texten und Links zu belassen? Ist das nicht auch im Sinne der Wikipedia-Idee selbst, bei der es um freies Wissen geht – nicht um freies Pornobildchen-Sharing. Wo war noch einmal die Idee des Anspruchs auf Qualität? Warum gibt es keine Relevanz-Diskussionen darüber?

Flattr this!

Ein Rückblick mit Anti-Flausch-Komponente

Noch schnell vor Ostern und vor dem Umzugsstress eine kleine Linkschleuder, damit das einfach mal erwähnt ist, was in meinem Instapaper geduldig wartend herumliegt:

Giving Women the Access Code
>> Sehr guter Artikel über die verschiedenen Probleme im Bereich Frauen und Informatik. Mit dem tollen Schlusssatz einer, die es durchgezogen hat:

“If you’re constantly pushing yourself, and putting yourself in new environments, you’ll feel it over and over again,” she said. “So the only really important thing is not to let it stop you.”

es östert sehr. Bild (CC BY-NC-SA 2.0) von 30003019 via Flickr: http://www.flickr.com/photos/30003019/425477231/

Changing our culture of consumption
>> Oh ja – spannend, spannend! Wie färben sich Klasse und Kultur eigentlich auf unsere Einstellung zur Umwelt ab? In Salon spricht die Autorin von „True Wealth“ darüber, wie sich Konsum und Umweltschutz gegenseitig bedingen. Wie man am Konsum ansetzen muss, wenn man die Umwelt schützen will. Lang aber lesenswert.

Überlegungen zur repräsentativen Demokratie
>> Auch Antje Schrupp denkt über die repräsentative Demokratie nach und ist zuerst kurz überrascht, dass es doch auch ganz passabel damit läuft – auch wenn diese positive Überraschung nicht länger als einen Blogpost halten mag.

Presse und Freiheit
>> Julia Schramm ist Piratin. Und manchmal auch schnell auf 180. So wie viele PiratInnen. Impulskontrolle ist nicht immer deren beste Disziplin – aber das macht nichts. Das ist unterhaltsam. Nun schlägt Julia oftmals auch sehr nachdenkliche und politisch sinnierende Töne an. Besonders gut gefallen hat mir ihre Reflexion über die Presse, die bösen Schlagzeilen und wie damit umzugehen sei.

„Nur weil ich schwarz bin“
>> Kübra Gümüsay denkt in ihrem fremdwörterbuch ein wenig über die problematischen Implikationen nach, die eine häufige und manchmal unpassende Verwendung dieses Satzes haben kann. Sie denkt sich dabei zurück in ihre eigene Kindheit und holt die damals gemachten Erfahrungen hervor, um aktuelle Diskussionen zu reflektieren. Besonders schön fand ich die Aussage: „Doch wir sagten diesen Satz so oft, gebrauchten ihn so inflationär, dass er seine Wirkung verlor.“

Friedensnobelpreisträgerin verteidigt Homo-Verbot
>> die liberianische Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf hat in einem Interview das Verbot von Homosexualität in ihrem Land verteidigt. 2011 hatte sie für ihren Einsatz gegen die Vergewaltigung von Frauen den Friedensnobelpreis erhalten. queer.de berichtet.

Der erfundene Horror der chinesischen iPad-Fabriken
>> lest es bitte als eine Gegendarstellung einer früheren Meldung einer meiner Linkschleudern – und dankt der FAZ für eine Klärung. Und ich denke mal über das nach, was man einfach so glaubt, glauben muss, schlucken muss und wieviel davon vermutlich einfach nicht stimmt.
(via mh120480)

Chaos der Kulturen
>> So heißt das neue Buch von Necla Kelek, auf das ich mich sehr freue. Ich mag Necla Kelek eigentlich ziemlich gerne, teile ihre Art, an die Dinge heranzugehen bislang beinahe eins zu eins. Der Freitag hat sich hier sehr viel Mühe gemacht und liefert flankierende Artikel und Videos.

„Es gibt eine Menge afrikanischer Blogger, wir hören ihnen nur nicht zu“
>> sagt Ethan Zuckerman und als derjenige, der bereits umsetzt, was ich neulich als „neue“ Idee hatte liefert er einen sehr interessanten Einblick und neuen Standpunkt zu Fragen wie: Was ist eigentlich „Qualitätsjournalismus“? Warum verpasse ich so viel in meiner Filterbubble – und ist das schlimm? Wie überbrücken wir in der Zukunft die Sprachbarrieren, damit das Internet sein Kommunikations- und Informationspotential besser entfaltet. Großes *hach* – und lesen – husch!

Weniger Arbeit für alle!
>> und mit dieser Forderung sprechen die fuckermothers wohl nicht nur mir aus der Seele.

Amerikas unmoralischer Dronen-Krieg in Pakistan
>> ist Thema dieses Salon-Artikels. Eine Debatte, die uns ab jetzt wohl häufiger über den Weg laufen wird. Dronen sind die logische Konsequenz einer „postheroischen Gesellschaft“, sagt Herfried Münkler. Was aber bedeutet das für die Kriege, in denen sie eingesetzt werden? Für die Menschen, die angegriffen werden? Für die Bilder, die um die Welt gehen… 1.000 Fragen.

Feminismus für Fortgeschrittene
>> titelt die Zeit und betrachtet unter diesem Titel die britische Autorin Caitlin Moran und ihr Buch „How to be a woman“. Es ist unter sehr vielen verschiedenen Aspekten gesehen ein sehr interessanter Mensch, der hier schreibt. Aber lest selbst.

Die Entzauberung des Kuschelhormons Oxytocin
>> Solche Artikel mag ich aus Prinzip: Etwas, das Jahrzehntelang als völlig klar galt und fast schon jedem Schulkind bekannt war wird einfach dekonstruiert, weil man quasi das Gegenteil herausgefunden hat. Ja: Oxytocin macht uns irgendwie „flauschiger“ – hach FLAUSCH – aber je flauschiger wir sind, so die Ergebnisse, desto ausgrenzender werden wir. Desto intoleranter gegen das den Flausch störende. Das ist auf so vielen Ebenen spannend! Danke, du Forschung du – du bist eben doch besser, als dein Ruf!

Flattr this!

„We’re gonna stand up and fight!“

Was zu tun bleibt – Kleine Nachlese zum Frauentag
>> Um den Frauentag herum sind vielleicht die Denkfrequenzen mancher Frauen gleich geschaltet oder so?? Denn Antje Schrupp schrieb auf, was ich selbst auch vor einigen Tagen zerdachte (ich habe Zeugen, denn ich sprach es auch aus): Warum ich es nicht mag, von „männlich sozialisierten“ und „weiblich sozialisierten Menschen“ zu sprechen, anstatt Männer und Frauen zu sagen. Thanx!

Nina Turner ist großartig. Warum? Seht selbst

Visit msnbc.com for breaking news, world news, and news about the economy

>> „We’re gonna stand up and fight!“
(via Jessica Valenti)

Maike von Wegen ist auch großartig
>> und war bei einem spannenden Feature des Deutschlandfunks zum Alleinerziehen mit dabei. Fast jede zweite Ehe scheitert. Immer mehr Frauen ziehen ihre Kinder allein groß. Wie Maike von Wegen. Und Marie von Kuck (Namensähnlichkeit vermutlich zufällig). Dass die Männer in diesem Feature keine aktive Elternrolle einnehmen, kann man kritisieren. Sollte man sicher auch. Man kann sich auch ein Feature über das männliche Zusammen-Erziehend-Role-Model wünschen. Das macht dieses Feature aber nicht schlechter. Kein bisschen.
(via @mh120480)

Linux als Schulfach?
>> Als studierte Pädagogin bin ich tendentiell dagegen, aus allem, aus jedem Fitzelchen, von dem jemand meint, „die Jugend von heute“ sei auf diesem speziellen Gebiet unterbelichtet, ein Schulfach zu machen. Wenn ich diesen Heise-Artikel aber etwas entschärft lese, dann bleibt: Hey – es gibt jetzt ein Lernprogramm für Linux, das ziemlich cool für Schulkinder und Jugendliche geeignet ist. Thumbs up! (Egal ob Schulfach oder nicht. Right?)

Sei doch mal alleine – und cope with it!
>> Christiane Rösinger legt sich ja gerne an. Mit Verschiedenen. Meistens mit so Herzenskonventionen. Das ist oftmals völlig undifferenziert und gemein. Aber auch sehr wohltuend. Ich selbst war seit ich 15 bin ja nie wirklich solo. Das ist sicherlich eine Schwäche von mir :(
(via @ruhepuls)

Habt ihr gedacht, die Debatte um die Kinderlosenmaut sei vom Tisch?
>> Jens Spahn von der Dingens-Gruppe der Union (na ihr wisst schon: Diese gut situierten, vornehmlich Männer, die dank des Konservativseins noch ungestört mehr Kinder verlangen und haben können, die sie dann von einer Frau mit Herdprämie betreuen lassen) macht einen auf ‚tiefgründig‘, holt mächtig weit aus und behaupet stolz, dass er trotz allem kein Pessimist sei… – ich allerdings könnte glatt eine werden!
(via @zeitrafferin)

Feminism is still important in 2012!
>> Sagt die Federation of Young European Greens (FYEG) – und man kann da einfach nur zustimmend nicken. Ist es.

Is it finally time to leave Afghanistan?
>> Gute Frage. Zwischen einer riesigen Verantwortung und einer riesigen Machtlosigkeit in einem riesigen Trümmerhaufen stehend lässt sich diese Frage sicherlich nicht leicht beantworten. Aber es nützt auch niemandem, das alte Konzept nicht als komplett gescheitert anzusehen. Neue Überlegungen und vor allem politische Strategien sind notwendig.

Disclaimer: Die Hier verlinkten Texte und Videos spiegeln nicht zwangsläufig die Meinung oder Denkrichtung der Autorin dieses Blogs wieder. Sie sind einfach nur „interessant“. Wenn sie explizit für „toll“, „großartig“ und „wow“ befunden werden, steht dies dabei. Auch laufen, wie erkenntlich sein dürfte, nicht alle Links unter der Gesamtüberschrift. Denkende Individuen fühlen sich durch diesen Disclaimer eventuell gestört. Dafür möchte sich die Autorin des hiesigen Blogs vorauseilend entschuldigen. Ja: Man kann sich das alles auch selber denken. Wenn man will.

Flattr this!

Gehirnschrittmacher der letzten 14 Tage

Es hat sich einiges angesammelt:

 
 
Too BIG to Fail – McPlanet.com 2012
>> Ich erinnere mich noch gut an meine Arbeit im Kongressbüro zum allerersten McPlanet.com-Kongress und möchte euch deswegen auch den diesjährigen Kongress von attac, Greenpeace, Heinrich-Böll-Stiftung, BUND und vielen anderen empfehlen. Wie der erste findet auch dieser wieder in den Räumen der TU Berlin statt – da werden Erinnerungen wach <3. Bis 11.03. gibt es noch einen FrühbucherInnen-Rabatt bei den Tickets.   Selbstbewusst und stolz und mit Spaß am Feminismus.
>> Auf Facebook und bei G+ beteuert Antje Schrupp, der kämpferische Teaser sei ja nicht von ihr, sondern von der Redaktion. Mir gefällt er aber super gut – er passt sehr gut zu meinen eigenen Gedanken zum 8. März (nachzulesen bei Freitag.de) und auch der Rest des Artikels trifft ganz meinen feministischen Geschmack.
 
Die Kraft der Vorverurteilung
>> Ich finde: Unabhängig von der Causa Wulff stecken in diesem Beitrag von ed2murrow, einem Autor des auch ansonsten sehr lesenswerten Blogs „Die Ausrufer“, sehr viele grundsätzliche und gute Gedanken drin.
 
Stipendien für das WikiWomenCamp in Buenos Aires
>> Der Verein Wikimedia sponsert Frauen die Reise zum WikiWomenCamp, einem internationalen Treffen von Frauen in der Wikimedia, die Reise nach Buenos Aires. „Die Kurzbewerbung sollte darauf eingehen, in welcher Form du in Projekten der Wikimedia oder Wikipedia involviert bist und wie du zum Gelingen des Camps beitragen möchtest.“ heißt es im Blog der Wikimedia. Vielleicht etwas für dich?
 
Die Antwort von Mithu Sanyal auf einen Leserinnenbrief in der Missy
>> Also man muss schon noch ein bisschen mehr gelesen haben, um zu verstehen, worum es hier geht. Ausgangspunkt (leider linklos) war der Artikel „Vergewaltigung gibt es nicht“ im Missy Magazine. Dieser versuchte, eine komplett neue Perspektive auf kulturelle Deutungsmuster im Zusammenhang mit Vergewaltigung einzunehmen. Ich zerdenke das Thema schon seit langem. Auf jeden Fall provozierte der Artikel diesen Leserinnenbrief – und oben eben die Antwort.
 
„Pretty is not something I often feel“
>> Ich kann zu diesem Text von Heather Ryan noch immer nicht viel sagen. Er macht mich traurig. Und hilflos. Vielleicht reicht das ja, fürs erste.
 
Das Offene Köln wurde abgemahnt
>> Und tut das erstmal Richtige: Es spricht sehr ausführlich und detailreich darüber. Die Abmahnenden melden sich auch zu Wort und bekräftigen noch einmal, dass es „Datensozialismus“ mit ihnen nicht geben wird. Ich möchte bitte ein Sozialismus-Bingo, ja? Die ganze Bingo-Karte ist voll nur mit dem Wort Sozialismus – es fällt in letzter Zeit einfach so geil oft.
 
Girls and Video Games: A Feminist Look
>> cooles Video :)
 
[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=7iNSqvCumYk&feature=related&w=550]
 
Über den Nachteil geschützter Räume
>> ich schicke vorweg: Das Blog, das hier verlinkt ist, hat weder Impressum noch sonst irgend eine erkennbare Bezüglichkeit. Es arbeitet sich aber deutlich an der Mädchenmannschaft ab und der Name „elitemedium“ verweist auf „medienelite“ – also Nadine Lantzschs Blog – als irgend einen Stein des Anstoßes, dieses Blog am 06. März komplett neu zu eröffnen. Es wird in der „Wir“-Form geschrieben. Aber der Artikel bezieht sich auf mich und deswegen sei er hier als Mögliche Ergänzung zu „Moralisierung und Abgrenzung“ erwähnt.

Flattr this!

Moral oder Politik?

Das ist eigentlich nicht die Frage. Eine Replik auf Susannas Blog-Text.

Es gibt Orte der Moral. Und es gibt Orte der Politik. It’s as easy as that. Und es gibt ethische Politik. Und bei der Ethik würde ich zwischen Verantwortungsethik und Gesinnungsethik zu trennen versuchen. Beides hat ja seine Existenzberechtigung. Nur eben zu unterschiedlichen Zwecken.

Moral hat stets einen normativen Anspruch. Den kann Politik durchaus auch haben. Ich selbst bin Grüne und habe Parteipolitik jahrelang miterlebt, innerparteiliche Debatten aus der Warte der  Jugendorganisation beobachtet und teilweise auch mitzugestalten versucht. Dass mein Herz grün ist, das weiß ich eigentlich schon beinahe seit ich 16 Jahre alt bin. Und schon in der Grundschule ging ich für die Rettung der Wale Unterschriften an den Haustüren der BewohnerInnen von Igersheim sammeln. Das Wort „Gutmensch“ wurde nicht nur einmal an mich gerichtet und ich glaube, dass ich teilweise religiösen Eifer an den Tag gelegt habe, wenn es darum ging, Menschen davon zu überzeugen, dass wir die Umwelt zerstören, wenn wir zu viel Auto fahren. Oder Menschen zu erklären, dass es sich lohnt ökologisch Auto zu fahren. Ich war jahrelang eine von diesen grünen „Fundis“ (mittlerweile sind Flügel innerhalb der Partei für mich einfach nur noch eine Last – denn gesinnungsethisch sind sie gleichermaßen). Wenn ich über Bildung diskutiere, werde ich sehr emotional, und wenn ich den Film „Spitze – Schulen am Wendekreis der Pädagogik“ sehe (der mich seit über zehn Jahren verfolgt), dann muss ich weinen. Ich finde gelinde gesagt das deutsche Schulsystem und die Deutsche Art Bildung zu betreiben wirklich: Unmenschlich. Und das ist eine normative Aussage. Wenn ich über die Schulreform-Verhinderer in Hamburg schreibe, werde ich moralisierend, glaube ich. Davor ist nun wahrlich niemand gefeit. Aber:

Wenn ich diese Leute (bleiben wir einmal bei dem Beispiel) thematisiere, dann nehme ich sie ernst. Und wenn ich ihnen vorbete, warum und wieso und weshalb wir ein besseres Bildungssystem brauchen, dann weil ich glaube, dass es notwendig ist, bei einem so massiven Umbau der gesellschaftlichen Struktur so viele Menschen wie möglich mitzunehmen. Es ist ja so: Wenn eine Frau XY oder ein Vorstandsvorsitzender Blupp argumentieren, dass ihr Kind von einem Arbeiterkind nichts lernen könne – umgekehrt aber schon, dann drückt dies eine aus Elternperspektive erstmal legitime Sorge aus, die ich berücksichtigen muss, wenn ich am Schulsystem rumschrauben will. Dann kann ich zwar sagen: Ich halte das für eine egoistische Einstellung. Aber meine Hauptaussage ist in dem Zusammenhang immer die gleiche: Die haben es einfach noch nicht kapiert, dass ALLE Kinder davon profitieren würden, hätten wir ein Bildungssystem wie in Skandinavien. Und weil sie es nicht kapieren, weil sie einfach uninformiert sind und sich selbst zusammenreimen, wie das wohl sein muss, wenn wir plötzlich so ein Schulsystem bekommen, „wie in der DDR“  („Sozialismus“!) – fahren sie zur Selbstverteidigung die Krallen aus. Hätten sie mal den Film von Reinhard Kahl gesehen, dann würden sie vielleicht anders denken. Natürlich liegt es für eine Linke wie mich nahe, diese HambugerInnen zu schlechten Menschen zu erklären. Aber: Für mich liegt es näher, zu sagen, dass sie es nicht besser wissen und dass ihr eigener Horizont halt noch etwas eingeschränkt ist. Das ist dann eine politische Herangehensweise. Noch politischer wird diese, wenn ich darum weiß, dass meine eigene Vision von Bildung auch Schwachstellen haben kann, die ich nicht berücksichtige – die mir aber von meinen politischen Gegnern vorgehalten werden könnten. Das Ernstnehmen hat somit den doppelten Zweck einerseits die Demokratie zu stabilisieren und andererseits aus Extremen auch eine mehr oder weniger gesunde Mitte zu basteln.

Puh, genug abgeschwiffen. Zurück zur Ausgangsfrage: Wie viel Moral verträgt die Politik? „Moral oder Politik?“ weiterlesen

Flattr this!

Lest was ich las

Vergangene Woche liefen mir folgende Texte über den Weg:

Zwischen Hoffnung und Lächeln
>> Alice Schwarzer schrieb in der FAZ einen Essay über ihre Burma-Reise. Sie fasste ihre persönliche Sicht auf die scheinbar recht komplexe und undurchschaubare Lage dort zusammen. Beim Lesen habe ich viel Neues gelernt, und viele Fragen wurden in meinem Kopf aufgeworfen.

Der „böse Gauck“ und das Netz
>> Ich mag Anatol Stefanowitsch. Er hat einen undogmatischen und dennoch kritischen Blick auf die Dinge. Er bleibt in alle Richtungen skeptisch – und nimmt hier eine erfreulich distanzierte Position in der Debatte um Gauck und diese ketzerische Netzcommunity ein.

Diebstahlsanzeige: männliches Gender gestohlen!
>> eine sehr interessante und kluge Parabel um die Frage: Was machen wir eigentlich, wenn wir unsere Gender-Stereotype losgeworden sind?

Bild von Clodagh McKenna; Photograph: Alberto Peroli - http://www.albertoperoli.it

Clodagh McKenna – Irische Köchin mit nomnom-Rezepten
>> ich mag ja sehr und koche sehr oft nach Jamie Olivers Rezepten. Jetzt habe ich eine neue tolle Ideengeberin entdeckt – und oben ist der Link zu ihrem Food-Diary. Außerdem ist sie Irin – allein damit hat’se mich

Über Begriffe und Begriffsbildung
>> Josef Honerkamp und die Frage: Ab wann muss ein Begriff eigentlich quasi-mathematisch determiniert und festgelegt sein? Wann gibt es umgekehrt die Freiheit zur Interpretation und Auslegung?

Generationengerechtigkeits-Preis 2011/2012
>> „Die Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen (SRzG) vergibt, angeregt und finanziert durch die Stiftung Apfelbaum, den Generationengerechtigkeits-Preis in Höhe von insgesamt 10.000 €. […] Die Ausschreibung richtet sich an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen. Die Wettbewerbsbeiträge sollen 20 bis 40 Seiten umfassen.“ – Das Thema: „Die Schuldenbremse in Deutschland – Evaluation im nationalen und internationalen Kontext“ Euer Ding? Dann habt ihr Zeit bis 01.06.2012, etwas einzureichen. Viel Erfolg!

Ich hab ne Tante in Marokko…
>> Irgendwo in diesem Netz beschwerte sich jemand, die Kinderliedersammlung einer größeren Deutschen Zeitung (online, Name der Zeitung ist mir entfallen) enthielte das schöne Lied „Tante aus Marokko“. Jedoch seien dort bedenkliche Inhalte (ich hab den genauen Zusammenhang wirklich nicht mehr im Kopf … Ist das schon beginnende Demenz?) – na jedenfalls: Hier eine Version, die gut klingt und absolut PC ist ;)

[youtube=http://youtube.com/watch?v=ch5wicp_K0M&w=550&h=360]]

Die Kinderlieder von TamTam sind sowieso alle sehr schön und man kann in diesem Internet eine CD davon kaufen – aber genug der Werbung. Wer suchet, der findet.

Flattr this!