Die Sache mit dem Buch

Es war eine Arbeit, die ich bereits im Januar 2014 begann und die bis exakt zum heutigen Abend dauerte: Buch schreiben, Buch zum ersten Mal abgeben, Buch zum zweiten Mal abgeben, nochmal neu strukturiert, klarer mit einem roten Faden. Dann wieder hier und da gemeinsam mit meiner Lektorin an Stellen feilen. Zum Schluss noch einmal ordentlich mit Quellen versehen und gerade eben habe ich all das abgeschickt und gerade eben habe ich mir ein Bier aufgemacht.

Es ist schon ein bisschen so, wie wenn man sehr lange über ein Wort nachdenkt und zwar so lange, bis es irgendwie völlig lächerlich dasteht. Das kann einem im Übrigen auch mit Menschen passieren, aber das ist eine andere, eine dramatischere Geschichte. Nun hoffe ich, dass auch wieder Zeiten kommen, in denen ich mich nicht so seltsam entfremdet von meiner Arbeit fühle.

Jedenfalls: Von meiner Seite ist das Ei nun gelegt, also kann ich ja auch mal anfangen, darüber zu sprechen.

Auch mit dem Cover war es so eine Sache. Ein Hin und Her, ein ja, nee, vielleicht besser nicht so, lieber anders, Rumprobieren. Am Ende ist es so, wie ich es mir irgendwie immer gewünscht habe, ohne aber zu wissen, dass ich genau so etwas will. Wie ein guter Freund, den man erst seit kurzem kennt und erst seitdem weiß man, dass man immer so einen Freund haben wollte.

Also:

image001

Das ist das Cover, so wird es aussehen und es erscheint beim Metrolit Verlag. Voraussichtlich am 18. Mai. Nicht wundern – noch ist bei Amazon ein anderer Titel und ein anderes Cover zu sehen (das mit Barbie und einem unfeinen Ausdruck). Das hier ist noch sehr frisch.

Flattr this!

Die Herrlichkeit des Lebens

Lange habe ich nicht mehr so geheult am Ende eines Buches, ich habe mich letzte Nacht in den Schlaf geweint. Es war schlimm.

Selten stelle ich hier Bücher vor, aber manche darf man nicht unerwähnt lassen und eines von diesen ist „die Herrlichkeit des Lebens“ von Michael Kumpfmüller. Darin geht es um das letzte Jahr in Kafkas Leben. Man schenkte mir das Buch voller Begeisterung, ich solle es unbedingt haben. Und wenn ich es nicht selbst läse, sei es doch mindestens ein sehr schönes Geschenk zum Weitergeben – also bitte, nehmen Sie es.

Kafka? Ich habe mich außer in der Schule bislang noch nicht sehr intensiv mit ihm befasst und auch das damals war nicht viel. „Ein Bericht für eine Akademie“ – mehr habe ich bislang nicht gelesen. Das mochte ich wirklich sehr, warum es dabei blieb, das weiß ich nicht. Aber woher soll auch die Zeit kommen, alles zu lesen. Es gibt zu viel Interessantes. Man kann nur hoffen, dass man mindestens 90 wird, sonst hat man keine Chance.

Das geschenkte Buch las ich sofort, alle anderen legte ich beiseite. Das Leben ist derzeit anstrengend und etwas Rührendes kann da vielleicht nicht schaden. Beinahe jeden Abend las ich mindestens ein Kapitel und gestern Abend drei oder vier. Denn gestern ist er gestorben – was von Anfang an klar war. Aber dass man sich so in ihn verlieben konnte, das war nicht von Anfang an klar. Doch so war es dann. Schlimm.

Was soll ich noch groß sagen, ich verarbeite ja immernoch. Aber man muss Michael Kumpfmüller danken, ihn mit Komplimenten überschütten (denn er schreibt so wunderbar) und es dann dem Schenker gleich tun: Holt euch dieses Buch und wenn ihr es nicht selbst lest, dann verschenkt es.

Etwas klarer im Kopf war ansonsten Oliver Jungen, der für die FAZ eine Renzension verfasst hat.

Michael Kumpfmüller: „Die Herrlichkeit des Lebens“. Roman.Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2011. 240 S., geb., 18,99 Euro.

 
Bild: „I’m alone | Explored“ CC BY 2.0 by Vinoth Chandar via Flickr

Flattr this!

Das Löwenmädchen

20120313-103907.jpg

Selten poste ich Lektürtipps. Doch Erik Fosnes Hansens „Löwenmädchen“ hat mich nachhaltig beeindruckt. Zufällig gefunden hab ich es bei Jokers, radikal reduziert. Gelesen habe ich es vor über einem Jahr – aber immer wieder muss ich daran denken. Meistens seufzend.

Es ist die Geschichte eines Mädchens, das sehr anders ist, als alle anderen. Es ist nämlich von Kopf bis Fuß behaart. Sie durchbricht damit die Normalität. Traurig, schön und zum Nachdenken anregend. Eine Parabel über Vorurteile, Ausgrenzung und die menschliche Seele.

Flattr this!

Veröffentlicht in: Buch |