„How to build a girl“


Niemand hat Johanna Morrigan je gesagt, wie man sich in besseren Kreisen benimmt. Sie ist wie Pippi Langstrumpf, die man zum Kaffeekränzchen von Annikas Mutter und Tante Prusselliese eingeladen hat.
Caitlin Moran hat ein Buch über die Jugend im Arbeitermilljöh der Neunziger geschrieben. „How to build a girl“ heißt es. Ein Herzensbrecher ist es. Einer, über den ich auf Faz.net bloggte.

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Ich, Arbeiterkind

„In Deutschland kriegen die Falschen Kinder“, sagt Daniel Bahr. Ich bin so ein Kind. Und ich bin verdammt wütend.

Was soll mensch da noch sagen? Ein junger Politiker, der im Vorstand der FDP sitzt und ehemals Vorsitzender ihrer Jugendorganisation war, erklärt mir, warum es besser wäre, wenn statt mir ein Akademikerkind auf die Welt gekommen wäre. „Laut PISA-Studie hängt nämlich in Deutschland der Lernerfolg eines Kindes stark vom Bildungsniveau der Eltern ab.“ Ich, ‚Folgefall’ von ungebildeten Eltern, eine dieser PISA-Versauer! Ich überlege, ob ich mich jetzt dafür schämen muss. Ich lasse mir seine weiteren Äußerungen auf der Zunge zergehen:
„Wir brauchen mehr Kinder von Frauen mit Hochschulabschluß als von jenen mit Hauptschulabschluß. Dann stehen wir künftig auch in der PISA-Studie wieder besser da.“ Glück gehabt, Alte, deine Eltern haben ja den Abschluss der Sekundarstufe II, also Realschule. Dann muss ich mich also nicht schämen und kann meine ganze Kraft in die Wut stecken, die angesichts solcher Behauptungen in mir aufsteigt.

Ist es übertrieben im Fall Bahr von einer versteckten Eugenik zu sprechen?? ‚Wir brauchen nicht die Kinder von den dummen Eltern sondern wollen nur die schlauen’??? Klingt so ein gebildetes Akademikerkind, das in Geschichte immer brav aufgepasst hat? Das gelernt hat, oder einfach weiß, warum die Würde ALLER Menschen unantastbar sein muss?

Die Arbeiterkinder und Kinder aus sozialen Unterschichten, sollten nicht ausgegrenzt werden, sondern stärker als bisher die Chance bekommen, eben auch einen akademischen Abschluss zu machen. Ich habe es in der Schule tatsächlich erleben dürfen, wie man sich fühlt, wenn ein Lehrer einem nur deswegen weniger zutraut, weil ich das Kind von ganz ‚normalen’ Arbeitern bin. Während manche Ärzte-Kinder erst mal beweisen mussten, dass sie nicht von Natur aus schlauer sind, dufte ich gegen Klischees ankämpfen, die mit der Realität nichts zu tun haben. Nur mit Elitendenken. „Ich, Arbeiterkind“ weiterlesen

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