A Book is born

Ich will es gar nicht unnötig lang machen: mein Buch ist da und kann im Buchladen, bei Metrolit oder auch bei Amazon käuflich erworben werden. 

  
Es geht – wie der Titel schon vermuten lässt – um Emanzipation: sich aus die eigene Entfaltung hemmenden Abhängigkeiten befreien. Und das vorm Spiegel, im Bett, in der Kita oder Schule, im Netz, in der Arbeitswelt und in der Politik – alles aus einer sehr persönlichen Perspektive (meine Mutter hat Dinge über mich erfahren… huiuiui), die aber nie einfach nur so stehen bleibt, sondern stets in die gesamtgesellschaftliche Betrachtung mündet.

also alles wie immer und wer so nett ist, es zu lesen: Ich hoffe ihr habt trotz der schauerlichen Geschichten ein bisschen Spaß damit :) 

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#GTA als Holodeck

In der S7, Höhe Grunewald:


Schüler mit iPhone 5S in der Hand: “Frau Hummer, können wir heute Nacht im Wald schlafen?”


Lehrerin: “da müsstest du erstmal ein Survival-Training machen.”


Schüler: “Das mach ich doch schon in #GTA”




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Bin ich schön?

ich war zu Gast bei den Freisprechern und habe vor mich hingeredet und mich gefragt, ob ich schön bin und was eigentlich schön ist. 

Herausgekommen ist ein schöner kleiner Film. 

http://youtube.com/watch?v=iv7gRV0VwBM

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Kritik und Leid

Wenn mich jemand kritisiert, dann ist mir das vor allem dann sehr unangenehm, wenn es ein Freund oder eine Freundin ist. Jemand, dessen Meinung mir wichtig ist. Eine Person, der ich vertraue. Wenn diese Menschen etwas sagen, wenn sie etwas anprangern und bemängeln, das ich getan habe und das sie nicht gut finden, dann passiert erst einmal folgendes:

Mir wird ganz warm. Diese Wärme kriecht den Hals zum Gesicht hoch. Ich spüre, wie meine Wangen zu glühen anfangen und meine Mundwinkel verziehen sich. Meistens versuche ich es in Richtung „Lächeln“ zu lenken, ein eher gequältes Lächeln, nehme ich an. Eine Art Lächeln.
Mir ist mein eigenes Glühen dann sehr unangenehm, deswegen würde ich mich gerne verstecken. Vielleicht nehme ich eine Hand vor meinen Mund um das seltsame Lächeln zu verstecken, vielleicht nicht. Vielleicht verstecke ich mich wirklich irgendwo (hinter einer Schulter, hinter einem Kissen, hinter einer Speisekarte), vielleicht nicht.
Richtig denken kann ich dann sekundenlang nicht. Könnten auch Minuten sein.
Es ist jedenfalls sehr unangenehm.

Und dennoch: Wenn ich zurückblicke, was ich schon alles gelernt habe, was ich schon alles ändern konnte, verbessern konnte und wiedergutmachen, weil Freunde mich auf Fehler und auf Blödes hingewiesen haben, dann bin ich doch sehr froh, dass ich irgendwann gelernt habe, Kritik auszuhalten und auch nicht so zu tun, als hätte es sie nicht gegeben. Wenn meine Freunde mich kritisieren, dann ist das in meinen Augen ein großer Vertrauensbeweis: Sie trauen mir zu, es auszuhalten. Sie vertrauen mir, dass ich mich nicht gegen sie wende. Und das größte Kompliment ist eigentlich, dass sie darin vertrauen, dass ich mit der Kritik etwas anfangen werde. Dass ich etwas ändere oder etwas zu lernen versuche. Kurz: Sie haben mich noch nicht aufgegeben.

Warum ich all das so aufschreibe?
Gerade heute dachte ich, dass frühere Freunde von mir, deren Verhalten ich kritisierte, vermutlich wesentlich weiter wären als sie es sind, wenn sie statt die Freundschaft zu kündigen diese Kritik irgendwie für so etwas wie „legitim“ oder wenigstens „überdenkenswert“ gehalten hätten und das, was ich meinte, überdacht hätten.
Haben sie aber nicht. Die Freundschaft ist nun hinüber. Was aber nie aufgehört hat, ist dass Leute genau auf diesen Fehlern rumreiten. Andere Leute. Natürlich mache ich das nicht. Das haben längst andere übernommen, andere, denen ebenso aufstößt, was mir aufstieß. Trotz Kündigung der Freundschaft also ist es nicht ruhiger für die Kritisierten geworden. Manchmal denke ich: Im Gegenteil. Es hat sich sogar verschärft. Und heute ist der Tag, an dem ich anfange, das lustig zu finden.

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I took her to the supermarket… – und andere Oldies des Britpop

Radiohead
Neulich lief abends im Radio eine Sendung voller Britpop. Das war etwas unerwartet und ich konnte gar nicht anders, als laut aufdrehen, losgrinsen – hallo? wie geht bitte dieses dämliche Grinsen weg? – mitsingen und mich ganz ganz komisch fühlen. Dieses komische Gefühl kam aus Richtung Sodarplexus. Es ist dieses Gefühl, das auftritt, wenn man gerade frisch verliebt ist, es noch keinem gesagt hat und dann auf die Person angesprochen wird.

Aber ein bisschen war es seltsam: Sie spielten nicht gerade die Songs, die ich selbst am meisten liebte. Und das brachte mich auf eine Idee: Eine Liste meiner Lieblings-Britpop-Songs aus den 90ern. Ich könnte zwischen den einzelnen Titeln jetzt nicht hierarchisieren und sagen, welches ich am meisten, am zweit-, dritt-, viertmeisten und so weiter liebte. Ich liebe sie alle und vielleicht gibt es da draußen ja jemanden, dem jetzt gleich genauso das Herz aufgehen wird, wie mir.

Blur – Country House

Es war quasi meine Einstiegsdroge zu Britpop, Blur und dann genau dieses Lied, das irgendwann im Radio – SDR3, Radio für den Wilden Süden :) – lief. Deswegen hat es einen besonderen Platz im Herzen behalten, auch wenn andere Songs später genauso fest darin Platz fanden.

Pulp – Common People

Oh Mann – dieses Lied! Ich weiß nicht, was es mit mir gemacht hat, aber es hat etwas mit mir gemacht, wenn ich es hörte. Irgendwie sexy, deprimierend, lakonisch. Und rocken tut es auch. Hach.

Pulp ‚Common People‘ from Pedro Romhanyi on Vimeo.

Das offizielle Video damals war auch der Knaller – aber das kriegt man nicht – danke GEMA, danke für nichts. Wie immer. Danke für das Video, lieber Rainer!

Kula Shaker

Oh was lief Kula Shaker bei mir rauf und runter. Ich war wohl etwa 14 Jahre alt und ich lief eine ganze Weile mit so einem roten Punkt auf der Stirn rum, wie Gwen Stefani ihn damals auch hatte. Und Kula Shaker ließ mich den Entschluss fassen: Ich muss nach Indien. Ich will da hin. Irgendwann. Hab ich leider immer noch nicht geschafft, aber es ist einer dieser Entschlüsse, die man plötzlich eben einfach umsetzt, weil die nicht von alleine weggehen.

Radiohead – Creep

ja, ach kommt. das haben wir doch alle gehört, oder. Muss ich dazu viel sagen? Es hatte was von einer Hymne, eine Hymne für ein Gefühl: I don’t belong here.

Stereophonics – Handbags and Gladrags

Ich traf erst spät auf die Stereophonics und das Album gewann ich bei einem Gewinnspiel im Radio. Aber dann – große Liebe. Lange ist es her, seit ich diesen Song das letzte Mal gehört habe, ich bin froh, dass er mir wieder einfiel, denn ich finde ihn immer noch wunderschön. Einen der schönsten.

STEREOPHONICS „Handbags & Gladrags“ from Sue Moles Editing on Vimeo.

wow. so sexy.

Ash – Shining Light

Jaja, schnulzig, nicht sehr komplexe Melodiedingens, tralala – egal. Es wird mich immer an meine Jugendliebe erinnern und Punkt.

Travis – Driftwood

Travis war ein Segen in traurigeren, nachdenklicheren Stunden, als ich so etwa 17 war. Bis heute hat das Lied eine seltsam beruhigende Wirkung auf mich. Es ist eines, das ich wirklich immer noch höre, wenn ein Tief da ist (und es hat mich innerlich tief glücklich gemacht, es auf der Ukulele begleiten zu können).

The Eels – Beautiful Freak

eels beautiful freak from Andrew Miller on Vimeo.

ich bin ein bisschen unsicher, ob das schon als Britpop gilt. Aber es hat mich damals total berührt – und bis heute mag ich es wirklich gern. Es erinnert mich an jemanden. An einen Menschen, dem es zu verdanken ist, dass Oasis hier auch zu finden sind. Das wären sie ohne J. nicht. J. liebte Oasis, ich liebte J. und sie ist ganz fest in Herz und Kopf und auch wenn wir uns lange nicht gesehen haben und uns viel zu selten hören: Sie ist immer da.

Oasis – Stop Crying Your Heart Out

Und dann waren die 90er zuende. Die Schule war auch vorbei. Ein ganz neues Leben begann. Man hätte sich denken können, dass sich alles ändern wird, als plötzlich die Gorillaz auf dem Spielfeld auftauchten – eine Comicband mit der Stimme Damon Albarns. Deswegen soll das auch unser Outro für heute sein. Ich hoffe, ihr hattet ein paar nette Momente und Erinnerungen.

http://www.youtube.com/watch?v=LoQYw49saqc
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Bild: „Radiohead“ von Kollision – Photomontage, created by Kollision from:Image:Thom Yorke (Amsterdam).jpg by Michell ZappaImage:CGreenwood2006-06Radiohead.jpg by Jesse Aaron SafirImage:Jonny Greenwood (Amsterdam).jpg by Michell ZappaImage:Radiohead in amsterdam.jpg by Michell ZappaImage:Phil Selway.jpg by Michell Zappa. Lizenziert unter CC BY-SA 2.5 über Wikimedia Commons.

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Worte

immer noch keine richtigen worte gefunden für den tod von Frank Schirrmacher am vergangenen donnerstag.

nur eines kommt immer wieder in den kopf: danke

nothing

Bild: aus „How The Irish Saved Civilization“ von Thomas Cahill; Vers von Reinhold Niebuhr

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„Sisterhood is Powerful. It kills. Mostly sisters.“

Dieser Satz ist der feministischen Aktivistin Ti-Grace Atkinson zuzuschreiben. Er betrifft die Frauenbewegung der 70er und 80er Jahre. Heute allerdings könnte sich die Geschichte wiederholen.

Das Thema ist in diesem Blog hier schon öfters angesprochen worden: Feministinnen gegen Feministinnen. Ausschlüsse. Das Versagen von Respekt. Das Austragen von Konflikten auf einer persönlichen Ebene – statt auf einer politischen.

Jill Filipovic hat im Guardian letzten Mai eine Auseinandersetzung mit dem Thema verfasst:

„Trashing each other and exclusion have been hallmarks since the movement began, and each generation of feminist activists seems to suffer the same in-fighting.“

und die aktuelle Ausgabe des Magazins „The Nation“ hat den internen Kampf im Feminismus als Titelthema. In einem fünf Seiten langem Text analysiert die Autorin, wie derzeit eine Gruppe von Menschen und dem Argument der Intersektionalität versucht, andere zum Schweigen zu bringen und/oder in eine Ecke zu stellen: weiß, rassistisch, privilegiert, cis-hetero oder sonst etwas. Jedenfalls: Schlechte Menschen. Diese Aktionen nennen sich „Trashing“.

„Though Mukhopadhyay continues to believe in the empowering potential of online feminism, she sees that much of it is becoming dysfunctional, even unhealthy. “Everyone is so scared to speak right now,” she says.“

Im aktuellen Lila Podcast haben Susanne und ich versucht, das schwierige Thema aufzugreifen. Unser Eindruck: Wir müssen darüber reden, wir müssen Wege suchen, die da raus führen. Denn sonst „überleben“ im Feminismus immer nur die ganz hartgesottenen Haudegen. Alle anderen werden im feminist burnout demoralisiert.

Darüber hinaus sprechen wir über sexistische Werbung, über den Steuerfall Alice Schwarzer, über Chick Lit, die feministischer werden sollte, über Vorbilder wie die Philosophin Agnes Heller und vieles mehr. Also hört doch mal rein. Und gerne: Diskutiert mit. Aber bitte dort.

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Wenn Monster vier Jahre alt werden

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Dann braucht es standesgemäße Torten und Muffins.

hier: das Rezept für Krümelmonster-Muffins (man sollte aber mindestens 50 Prozent mehr Teig zubereiten für die 12 Muffins – sonst werden sie recht klein) und die Inspiration für die Torte kam von den Feinkostpunks (für die Augen hab ich einfach Trauben mit weißer Schokolade überzogen und Schokotropfen drauf gedrückt)

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Tragfähiges

„Denn menschlich gesprochen, ist es das Ertragenkönnen, das uns dazu befähigt, Tragfähiges und Kontinuierliches zu erschaffen.“ Hannah Arendt

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30C3: Assange, Harrison, Machon und Appelbaum – Einschwörungen für die Zukunft

Wir leben also in der Dystopie. Spätestens der Vortrag Jacob Appelbaums heute vormittag und die neuesten Veröffentlichungen im Spiegel an diesem letzten Tag des 30C3 sollten uns das klar gemacht haben. Wer aber behauptet, die Leute hier seien bloß ratlos und resigniert, irrt.

Hier wird ganz aktiv drüber gesprochen, was für die Zukunft entscheidend sein wird. In zahlreichen Talks war die Zukunft nach Snowden Thema.
Da wären etwa die vielen Talks zum Thema Kryptographie. Zentral sind aber die Veranstaltungen rund um das Thema Whistleblowing – angefangen bei der Keynote von Glenn Greenwald, über Annie Machon bis hin zu Assange, Harrison und Appelbaum. Sie alle beschwören drei fundamentale Rechte: Das Recht auf eine unabhängige und kritische Medienberichterstattung, die auf freiem Wissen und freien Informationen beruhen; das Recht auf Privatsphäre – auch für Whistleblower und ihre Familien. Und natürlich das Recht auf echte Verfahren, faire Verfahren und rechtsstaatliche Behandlung.

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In der Dystopie zu Leben bedeutet aber: Eine rechtsstaatliche Behandlung können Snowden wie Assange derzeit nicht erwarten. Weswegen sich beide in Asyl befinden – Snowden in Russland, Assange in der Botschaft von Ecuador in London. Nicht allen schmeckt dieser Status, der Assange legitimiert, sich vor einem gegen ihn laufenden Verfahren in Schweden wegen sexueller Nötigung zu drücken.

Der Talk des Wikileaks-Gründers wurde im Vorfeld von einiges Seiten scharf kritisiert. Heise.de bezeichnete die Situation, die gerade einigen im Netz aktiven Feministinnen sauer aufstieß, als „Lackmustest für die Hackerethik“. Wer am Abend des 29.12.2013 in Saal 1 des CCH in Hamburg saß und die Standing Ovations für Harrison und den großen Applaus auch für Assange sehen und hören konnte weiß nun: Die Hackerethik kennt Prioritäten. Und da steht der Schutz von Whistleblowern ganz oben auf der Liste. Denn auf dem 30. Chaos Communication Congress in Hamburg scheint eine Botschaft über die Tage unverkennbar: Die Zukunft liegt im Mut und in seinem Schutz.

Mehr über die Rolle der Whistleblower für die Zukunft – ich hab es für FAZ.net aufgeschrieben.

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